
(agm) "Prophet! Sag deinen Gattinnen und Töchtern und den Frauen der Gläubigen, sie sollen sich etwas von ihrem Gewand herunterziehen. So ist es am ehesten gewährleistet, dass sie erkannt und daraufhin nicht belästigt werden", steht in Sure 33: 59.
Irene Schneider zitiert aus dem Koran. Sie möchte wissen, woher sich der Kopftuchzwang herleitet, wer die Rechte von Frauen in den heutigen islamischen Staaten definiert und wie der islamische Androzentrismus die Frau durch subjektive Ableitungen aus unbefangenen Koranversen zu ihrer Sklavin machen konnte. Ihr Buch "Der Islam und die Frauen" ist keine Antwort, aber ein Versuch durch den Vergleich der Rechtslagen islamischer Staaten mit der Scharia und der Darstellungen der Weiterentwicklung des islamischen Familienrechts Klarheit zu schaffen. Außerdem setzt sie der westlichen Wahrnehmung unterdrückter Musliminnen die Geschichten beeindruckender Sultaninnen und gläubiger Freiheitskämpferinnen entgegen. So vielfältig, wie Schneider den Islam darstellt, sieht die Realität aber nicht aus. Denn erst seit einiger Zeit übt sich der Islam mit Mühe in Monogamie.
Irene Schneider: Der Islam und die Frauen. C.H. Beck Verlag, 288 Seiten, 15,40 Euro.