
(was.-) Die Kaufhäuser Hertie und Karstadt in den deutschen Fußgängerzonen waren genauso wie der Quelle-Versand Monumente des deutschen Wirtschaftswunders. Sie gehörten zum Konzern Arcandor, der Mitte 2009 in den Konkurs gerissen wurde. Die offenen Forderungen betrugen 19 Milliarden Euro. Der Staat half Opel, aber nicht Karstadt Quelle. Zehntausende Mitarbeiter verloren ihren Job. Warum? Fehler der Manager und Entscheidungsschwächen der Hauptaktionärin Marlene Schickedanz sind eine Antwort. Eine andere: In den Boomjahren war für eine Zukunft gebaut worden, die in der geplanten Form nicht eintraf. Die Konsumtempel der Innenstädte verloren in den 90-Jahren ihren Reiz. Das Kaufpublikum fuhr zu Spezialmärkten, die Möbel, Mode, Haushaltswaren in zehnfach größerer Auswahl anboten. Das Buch des Wirtschaftsjournalisten Hagen Seidel ist ein Lehrstück über Aufstieg und Untergang im Wirtschaftsleben.
Hagen Seidel: Arcandors Absturz. Wie man einen Milliardenkonzern ruiniert. Campus Verlag Frankfurt, 300 Seiten, 21,20 Euro.