Bibliotheken und Kunstkammern, voluminöse Abhandlungen, Geschichtswerke und Enzyklopädien geben bis heute eindrucksvoll Rechenschaft von dieser Leidenschaft. Doch wächst mit der Größe jeder Sammlung die Notwendigkeit ihrer Ordnung.
Im Zentrum von Steffen Siegels Studie zur frühneuzeitlichen Wissensgeschichte stehen insbesondere Schautafeln und Bildallegorien, wissenschaftliche Illustrationen, Diagramme und Karten. Mögliche Ordnungen des Wissens werden so anhand einer faszinierenden Vielfalt von Bildern übergreifend analysiert.
Eines der reichsten Dokumente im Dienst der Wissensgeschichte, das von Christophe de Savigny verfasste "Tableaux", wird zum ersten Mal seit seiner Publikation im Jahr 1587 vollständig und in einer farbigen Reproduktion wieder zum Druck gebracht. Der systematische Zusammenhang von Ordnungen des Wissens und Ordnungen der Sichtbarkeit wird anhand dieses für die frühneuzeitliche Gelehrtenkultur äußerst repräsentativen Tafelwerks in hervorragender Weise verständlich. Die Fülle des Wissens und die Möglichkeiten seiner Ordnung werden als Herausforderungen sichtbar, die in gleicher Weise das Interesse der Kunstgeschichte und Kulturwissenschaft, der Wissenschafts- und Pädagogikgeschichte sowie der Philosophie berühren.
Steffen Siegel: Tabula - Figuren der Ordnung um 1600, Akademie-Verlag, 213 Seiten, 41 Euro