"Auf welche Weise willst du dasjenige suchen, wovon du ganz und gar nicht weißt, was es ist?" Diese Frage einer Studentin vergesse sie nie, schreibt die Kunsthistorikerin und Schriftstellerin Rebecca Solnit in ihrem neuen Buch. Darin geht es um "die Kunst, sich zu verlieren" - manchmal auch, sich zu verirren -, um sich im Unbekannten wieder zu finden. Beim Schreiben ihres belletristischen Essays ließ sich die Amerikanerin offenbar ebenfalls treiben.
Solnit erzählt von Yves Kleins Besessenheit von der Farbe Blau, vom Aufgehen in Musik, einem Kunstwerk oder einer Theorie. Sie erzählt von Mitgliedern ihrer Familie, die einfach verschwanden, und davon, dass vergessene Dinge immer dann auftauchen, wenn wir sie nicht mehr suchen. Anekdoten, eigene Erlebnisse und Erlesenes fließen zu einer buddhistisch angehauchten Lebensphilosophie zusammen. Leicht und unterhaltsam zu lesen.
Rebecca Solnit: Die Kunst, sich zu verlieren. Aus dem Amerikanischen von Michael Mundhenk. Pendo Verlag, München 2009, 221 Seiten, 16,95 Euro.