
Zu diesem Schluss kommt der Wirtschafts- und Finanzjournalist der "New York Times", Andrew Ross Sorkin, wenn er detailreich über die Bankenpleite von 2008 und die verheerenden Folgen für die Finanzwelt erzählt. Sorkin ist ein Insider. Die Welt des US-Investmentbankings, über die er seit über einem Jahrzehnt recherchiert und schreibt, ist quasi sein Zuhause. Der Autor zeichnet anhand von Protokollen, E-Mails, Interviews und Notizen von und mit hochrangigen Bankern und Politikern eine "Chronik des Versagens" nach. Er führt den Leser gekonnt in die Welt des "Wahns und der Massenverblendung", wo nach dem Crash der Staat einspringen musste, um das angeschlagene Wirtschaftssystem vor dem Zusammenbruch zu bewahren - mit noch immer ungewissem Ausgang. Dieses Buch ist ein intimes Porträt und eine Abrechnung mit jener "Kultur rücksichtsloser Risikobereitschaft und des Machtstrebens", die anscheinend bis dato überlebt hat. Es ist ein gelungener, tiefer Einblick in das Denken und Handeln der Beteiligten - ein Buch gegen das Vergessen.
Sorkin, Andrew Ross: Die Unfehlbaren. DVA München 2010, 627 Seiten, 25,70 Euro