
(was.-) Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier stellt sich vor - als Kanzlerkandidat der SPD und Herausforderer der Bundeskanzlerin Angela Merkel. Er lässt in der Erzählung seines politischen Aufstiegs die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland Revue passieren.
Dabei gesteht er ein, dass die SPD vor 20 Jahren, als es um Deutschlands Einigung ging, langsamer im Denken war als die an der Regierungsmacht befindliche CDU unter Bundeskanzler Helmut Kohl. Je näher seine Ausführungen der Gegenwart und somit seinen Ambitionen kommen, desto mehr schiebt sich der Wahlkämpfer Steinmeier in den Vordergrund. Es gehe um eine "Neuvermessung der Welt", schreibt er in Anlehnung an Daniel Kehlmanns Erfolgsroman, sowie um eine "Politik der Zeitenwende".
Einfach zu konstatieren "Deutschland ist das Silicon Valley des Automobils" bringt noch keine Zeitenwende. Auch die vielen vom Autor vorgenommenen Weichenstellungen Richtung Klimaschutz oder Völkerverständigung harren konkreter Taten. Kurzum, in Deutschland hat der Wahlkampf begonnen. Er schlägt auch in der Buchindustrie durch.
Frank-Walter Steinmeier: Mein Deutschland. Wofür ich stehe. Bertelsmann Verlag, 240 Seiten, 20,60 Euro.