Die Älteren haben Balladen in schlechter Erinnerung, weil man sie in der Schule auswendig lernen musste; manch Jüngere hingegen werden kaum wissen, worum es sich dabei handelt. Der Diogenes Verlag hat für beide Altersgruppen Abhilfe geschaffen: In einem wunderschön ausgestatteten und herrlich illustrierten Band im Großformat ist eine hervorragende Auswahl deutschsprachiger Balladen aus dem 19. und 20. Jahrhundert versammelt, darunter unvermeidliche Klassiker wie Goethes "Erlkönig", Heines "Loreley" oder Wilhelm Müllers "Lindenbaum". So weit, so gut.
Verdienstvoller Weise hat Herausgeber Christian Strich aber nicht nur einige Balladen österreichischer Autoren wie Lenau, Trakl und Kreisler ausgewählt, sondern auch unterhaltsame Texte von Wilhelm Busch, Christian Morgenstern und Erich Kästner. Für Überraschungen sorgen zudem die Balladen jener Autoren, von denen man solche nicht unbedingt welche erwartet hätte, wie etwa Robert Walser oder Bert Brecht. Kurzum: Für jeden ist etwas dabei!
Das große Balladenbuch. Gesammelt von Christian Strich. Diogenes Verlag, Zürich 2009, 208 Seiten, 35,90 Euro.