
Schmieden Sie gerade Heiratspläne? Dann greifen Sie bitte
nicht zu "Billigflieger"! Überzeugten Singles und glücklich Verheirateten hingegen kann man zumuten, wie Philip Tamm schonungslos ehrlich mit dem Beziehungsding im Allgemeinen - und nebenbei mit dem Ballermann im Besonderen - abrechnet.
Er stellt dabei nicht nur die Sinnfrage (Warum bitteschön soll sich ein Mann an eine einzige Frau binden?), sondern liefert auch gleich selbst die Antwort (weil er ein Zuhause braucht; auch wenn er es nie zugeben würde).
Als Vehikel dient die etwas eigenwillige, aber gar nicht einmal so unrealistische Geschichte eines 34-Jährigen, der die letzte, siebentägige "Schonfrist" bis zu seiner bevorstehenden Hochzeit mit den drei besten Freunden auf Mallorca verbringt - und sich dort prompt in eine Frau verliebt, die so ganz anders ist als seine Verlobte. Ein Mann steht also zwischen zwei Frauen, und es ist klar, dass es am Ende zumindest eine(n) Verlierer(in) geben
muss. Wobei der Ausgang bis zum dramatischen
Finale ungewiss ist.
Doch das eigentlich Tragische ist, dass man als männlicher Leser, wenn man ehrlich zu sich selbst ist, den wankelmütigen Protagonisten nur allzu gut versteht . . .
Philip Tamm: Billigflieger; Verlag Heyne; 18,20 Euro; ISBN: 978-3-453-40590-5