
(pb) Wer sich nicht mit Kurzinformationen zufrieden geben, sondern einen europäischen Überblick erhalten will, der ist mit Rudolf Teltschers neuem Buch bestens bedient. Er arbeitet die Wissenslücken über Europas neuen "Osten", also über die neuen EU-Mitglieder und Beitrittskandidaten in diesem Raum, nicht mit einer amorphen Faktenflut auf, sondern mit präzisen Analysen der Entwicklungen, welche die heutige Situation besser verstehen lassen. Selten noch war eine so kompakte Darstellung des Sowjetkommunismus, seiner Knechtung Ostmitteleuropas und seines letztlichen Scheiterns zu lesen.
Auf dieser Basis begreift man auch die "dramatischen Schlüsseljahre 1985-1991" besser, so überraschend die Wende damals auch gekommen ist. Teltscher führt vor Augen, wie wichtig die Rückkehr von Millionen Menschen aus kommunistischen Diktaturen ins freie Europa ist, wie dramatisch die Veränderung in deren Leben. Irgendwie schreit dieses Buch auch nach jungen Lesern. Ob man das eventuell über die Schulbuchschiene schaffen könnte?
Rudolf Teltscher: Europas neuer "Osten". Edition Steinbauer, 136 Seiten 22,50 Euro.