• vom 11.02.2011, 13:00 Uhr

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Update: 11.02.2011, 13:01 Uhr
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Wenn Wörter fehlen

Tschan, Patrick: Keller fehlt ein Wort


Von David Axmann
  • Mit einer Krankengeschichte gibt der 1962 geborene Schweizer Kommunikationsexperte Patrick Tschan sein Romandebüt. Sie beginnt so: Eines Tages stellte Ralph Keller, 46, Kommunikationsexperte aus Basel, entsetzt fest: "Das Wort ist weg". Plötzlich "wusste er nicht mehr, dass die Tasse Tasse hieß". Wenig später verliert Keller weitere Wörter, und schließlich seine Redefähigkeit, das heißt: er kann zwar immer noch klar denken, "in Sprache denken", aber er kann das Gedachte nicht mehr aussprechen.

Keller leidet, verursacht durch einen Hirnschlag, unter Aphasie (= Sprachverlust), und zwar unter "einer sogenannten Broca- und einer Leitungsaphasie"; das bedeutet, er versteht alles, kann lesen, zeichnen, Auto fahren, einkaufen, aber er kann "nicht mehr sprechen und nicht mehr schreiben". Nun geht es also um die richtige Therapie, um das "Zurückerkämpfen der Sprache", wovon denn auch ausführlich die Rede ist. Dabei beeindrucken Patrick Tschans Aufklärungseifer und Informationsgenauigkeit mehr als seine literarische Begabung, welche in ihrer stilistischen Solidität und ob ihres biederen Humors unserem Klischee vom Schweizer Wesen nur allzu sehr entspricht.

Patrick Tschan: Keller fehlt ein Wort. Roman. Verlag Braumüller 2010, 288 Seiten, 21,90 Euro.




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Literarisches Buch

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