
(jw) Unter der Leitung des Architekten und Denkmalpflegers Manfred Wehdorn erfolgte in den vergangenen Jahren im Auftrag der Stadt Wien eine Inventarisierung der Freiplastik in Wien. Als Ergebnis dieses Projekts liegt nun ein schon seit längerem im Buchhandel angekündigtes Standardwerk vor. Die Bebilderung ist sachlich-schlicht ausgefallen, lediglich als Auftakt zu einzelnen Kapiteln klingen fotokünstlerische Ambitionen an. Aber eine opulente Ausstattung mit Detailfotos kann auch gar nicht Sinn und Zweck einer Studie sein, die sich mit einem Bestand von über 800 Kleindenkmälern auseinandersetzt. Der zeitliche Umfang reicht von den Anfängen der Wiener Freiplastik um die Mitte des 15. Jahrhunderts bis zum Jahr 1918; der Großteil der Denkmäler stammt aus der Zeit des Barock und des Historismus. Neben Angaben zu Standort, Material, Beschriftung und Gestalter der Freiplastiken finden sich jeweils ein historischer Abriss und am Schluss die wichtigsten Literaturverweise. Sämtliche Objekte sind mit Fotos illustriert. Alles in allem wird das vorliegende Handbuch sowohl für Fachleute - insbesondere der historischen, kunsthistorischen und volkskundlichen Zunft - als auch für nichtprofessionelle Wien-Interessierte als Nachschlagewerk hervorragende Dienste leisten.
Manfred Wehdorn: Freiplastik in Wien 1451-1918. Deutscher Kunstverlag, 299 Seiten, mit 671 Farbabbildungen, 29,90 Euro.