Winkels, seit 2010 auch Mitglied der Bachmann-Preis-Jury, ist unter den deutschen Kritikern eine der seltenen positiven Ausnahmen: Er bespricht Bücher fair und kompetent, ohne sich dabei groß in Szene zu setzen oder als Grabenkämpfer aufzutreten.
Daher ist auch dieses Buch, trotz mancher Recycling-Vorbehalte, durchaus empfehlenswert. Neben den unvermeidlichen Ansammlungen von Rezensionen deutschsprachiger, anglo-amerikanischer und japanischer Romane enthält es lesenswerte Schriftstellerporträts, Essays über die Lage von Kleinverlagen und humoristische Betrachtungen über das schwere Los von überlasteten Literaturpreisjuroren.
Hubert Winkels: Kann man Bücher lieben? Kiepenheuer & Witsch, Köln 2010, 384 Seiten, 25,70 Euro.