Die charmante, liebenswürdige Königin war eine Zeitgenossin Napoleons, der das preußische Heer 1806 bei Jena und Auerstädt vernichtend schlug und dem Königreich einen harten Frieden aufzwang. Luise, die den Kaiser der Franzosen aus tiefstem Herzen hasste, versuchte das "Monster" in einer persönlichen Begegnung milder und versöhnlicher zu stimmen. Ihr Charme verfehlte die Wirkung, aber ihr patriotisches Eintreten für das deutsche Vaterland genügte, um sie zu einer Nationalheldin hochzustilisieren.
Die Autorin zeichnet in ihrem informativen Buch den Lebensweg der Königin anhand von Tagebüchern, Memoiren, zeitgenössischen Urteilen (auch kritischen) und ihrem Briefwechsel mit zahlreichen Persönlichkeiten nach. Leider hat sie auf ein Personenregister und auf eine genealogische Übersicht verzichtet. Es fehlt sogar ein Inhaltsverzeichnis.
Wirsing, Sibylle: Die Königin. Luise nach zweihundert Jahren. Wjs-Verlag, 326 Seiten, 19,95 Euro