
(was.-) Klaus Woltron ist weithin bekannt als philosophierender und streitbarer Wirtschaftstreibender, dem die Frage der Wirtschaftsethik am Herzen liegt. Angesichts des weltweiten Finanzdebakels musste er geradezu zur Feder greifen. Er verkündet die Perestroika, die Wende.
Er macht sich die Mühe, fast alles zu erklären: Was Geld ist, welche Rolle die Korruption spielt und wie krisenanfällig die Demokratie ist. Aber wohin führt der Weg? Enttäuschenderweise zunächst auch nur in den Pessimismus. Woltron sieht wenig Hoffnung, dass sich auch nur die besten Politiker und Ökonomen auf ein gemeinsames Ziel einigen könnten, von Bevölkerungsmassen ganz zu schweigen. Appelle an die Vernunft mehren sich, aber das Crash-Szenario ist das realistischere, schreibt er.
Schock kann aufrütteln, aber nicht heilen. Auch der Autor kann nur hoffen, dass im Richtungsstreit nicht die negative Seite siegt: "Andererseits kann man davon ausgehen, dass sich die Bewusstseinslage auch in jenen Staaten so entwickeln wird, dass man die Notwendigkeit eines einigermaßen solidarischen Verhaltens immer mehr einsieht. Diese beiden Trends werden wohl lange miteinander wetteifern."
Klaus Woltron: Die Perestroika des Kapitalismus. Residenz Verlag 208 Seiten, 17,90 Euro