Florian Hecker verrückt die Hörgewohnheiten: "Resynthese FAVN". - © Jorit Aust

Ausstellungskritik

Die Verformung der Töne

  • Die Kunsthalle lässt mit "Halluzination, Perspektive, Synthese" Soundstücke Florian Heckers hören.

Die Ausstellung der Kunsthalle von Soundkünstler Florian Hecker entwickelt die Arbeit "Favn" für die Alte Oper in Frankfurt von 2016 weiter und zeigt zwei kleinere akustische Erfahrungsräume, von denen einer den Titel der ganzen Schau "Halluzination, Perspektive, Synthese" trägt. Der Hauptraum lebt von der Dunkelheit, dem Sound... weiter




Eleganz in der Opernloge: ein Ölbild von Eva Gonzalès (1849-1883). - © Musee d’Orsay/Bridgeman Images

Ausstellungskritik

Zwischen Schönklang und Rebellion3

  • Glänzende Ausstellung über die Geschichte der Oper in den neuen Räumen des Victoria & Albert Museums in London.

Berückenden Arien lauscht man. Berauschenden Chören. Dann wieder wird Trommelfeuer aus Maschinengewehren laut. Meerjungfrauen ziehen ungerührt durch die Wellen einer knarzenden Bühne. Salome küsst mit wahnwitzigen Tönen den abgeschlagenen Kopf von Johannes, dem Täufer. Eine Sowjetbäurin legt den Finger an den Mund, weil sie Stille will... weiter





Konzertkritik

Ein Quirl brät quer7

  • Das Alban Berg Ensemble im Wiener Musikverein.

(irr) Zumindest am Zeitmanagement können sie noch arbeiten: An sich hätte das Konzert des Alban Berg Ensembles im Musikverein um 21.30 Uhr vorbei sein sollen; tatsächlich schwelgte die Kammer-Formation noch eine halbe Stunde später in üppiger Notenfülle - nach klassischen Event-Verhältnissen also bis in die Puppen... weiter




Jennifer Walshe.

Konzertkritik

Im Tollhaus der Reizüberflutung7

  • Das Arditti Quartet beim Festival Wien Modern im Konzerthaus.

Ist das Neue Musik? Von exaltierter Gestik begleitet, krächzt eine Frau Wortfetzen ins Mikrofon, während ein Video eine rabiat geschnittene Collage digitaler Fundstücke zeigt - von DNA-Chips bis zur nuklearen Katastrophe. Dazu liefern die Streicher des Arditti Quartet eine elektronisch verstärkte, Tonales zitierende Geräuschkulisse... weiter




Ein Prosit der Gemütlichkeit: zoologisches Zusammensein bei Wien Modern. - © Armin Bardel

Wien Modern

Feiern wie die Bürohengste4

  • Firmenparty am Gipfelpunkt der Peinlichkeit: die hanebüchene Oper "Die Antilope" bei Wien Modern.

Keine Frage: Firmenfeiern sind eine heikle Sache. Beginnt der Abend meist mit einer verspannten Chefrede, schlägt er unter Beimischung des Teufelchens Alkohol rasch ins Gemütvolle um und endet nicht selten in Fällen von Zwischenmenschlichkeit, die am Folgetag für Bürotratsch bürgen. In diesem Zusammenhang muss man den Hut vor Durs Grünbein ziehen:... weiter




Konzertkritik

Musik hinter dem Klang9

  • Patricia Kopatchinskaja spielte Strawinski im Konzerthaus.

Maurice Ravels "Le tombeau de Couperin", Igor Strawinskis Violinkonzert und Ludwig van Beethovens Dritte Symphonie: Zwei Werke, die in die Vergangenheit blicken, und eine Sinfonie, die zukunftsweisender kaum sein könnte. Dirigent Alain Altinoglu, der mit dem London Philharmonic Orchestra (LPO) im Wiener Konzerthaus debütierte... weiter




Konzertkritik

Gipfelanalysen9

  • Wiener Philharmoniker mit Schostakowitsch und Strauss.

Hatten die Wiener Philharmoniker für ihr aktuelles Abonnementkonzert also ein Programm zu bieten, das vom Popularitätsgrad kaum zu übertreffen ist. Schostakowitschs so persönliches erstes Cellokonzert geht schlichtweg unter die Haut. Auch unter dem sehr nüchtern geordneten Dirigat von Semyon Bychkov, der wenige Spitzen zuließ... weiter




Konzertkritik

Die Avantgarde in der Vorstadt

  • Wien Modern bespielt die Peripherie mit Neuer Musik - mit gemischten Ergebnissen.

Sportclub, Wirtshaus, Altersheim: Das sind kulturelle Zonen, die nicht unmittelbar mit der Rezeption von Avantgarde-Musik assoziiert werden. Die Erschließung neuer Spielstätten hat bei Wien Modern allerdings längst Tradition - und so folgte das Publikum des Neue-Musik-Festivals am Samstagnachmittag dem Ensemble Platypus an den westlichen Rand des... weiter




Verlässlich abwechslungsreich: die nicht uneitel benannten kanadischen Stars.

Pop-CD

Kalorienbomben und Fastenkuren3

Wenn vom kanadischen Popwunder schon länger nichts mehr zu hören und zu lesen war, liegt das vor allem daran, dass man sich mittlerweile daran gewöhnt hat, dass aus dem Norden des amerikanischen Kontinents ein beständiger Strom an gehaltvoller Musik fließt, der das globale Pop-Klima entscheidend mit beeinflusst und reguliert... weiter




Kein Ton zufällig: Joe Henry singt auf "Thrum" über die Hürden des Lebens - und die Lust, sie zu überwinden. - © Glen Hansard

Pop

Ein musikalischer Hürdenlauf1

  • Leicht ist "Thrum", das neue Album des US-Songwriters und Produzenten Joe Henry, nicht zu konsumieren. Aber am Ende lohnt sich die Mühe.

Wäre dieser Terminus nicht durch Neil Young so dominant besetzt mit einer Frau, die mit einer Harley Davidson durch die Wüste fährt, könnte man Joe Henry als "Unknown Legend" bezeichnen: Man kennt den Namen, verbindet irgendwie etwas Großes damit - und weiß doch nicht so genau, wo man ihn verorten soll... weiter




Konzertkritik

Beinahe brachiale Wucht1

  • Messiaens "Turangalîla-Symphonie" bei Wien Modern.

Neben den neuesten Tendenzen nationaler wie internationaler Kunstmusik präsentiert das Festival Wien Modern auch heuer wieder Klassiker, Meilen- oder Stolpersteine der Neuen Musik. Ein solcher Monolith war - nach Henzes Oratorium "Das Floß der Medusa" beim Eröffnungskonzert - am Donnerstag die "Turangalîla-Symphonie"... weiter




Swing-Alben

Ein Refugium für die Ratlosen2

  • Seal, bekannt für Discohits wie "Crazy", hat soeben ein Jazz-Album veröffentlicht.

Theodor W. Adorno, Vordenker der Avantgarde-Musik und der Kapitalismuskritik, hat den Jazz nicht nur abgelehnt. Er hat ihn gehasst. Der Mann aus Frankfurt tadelte ihn als "ästhetische Barbarei", ja, als "totale Auslieferung an die Warenproduktion". Ein Jazz-Stück, so urteilte er während der kommerziellen Hochblüte des Genres... weiter




Überraschend vital und bestens bei Stimme: Robin Pecknold hier bei einem Konzert im Juli - noch ohne Männerdutt, dafür mit Bart. - © Richard Gray/PA/picturedesk

Konzertkritik

Knacks und Heilung5

  • Die Fleet Foxes präsentierten ihr aktuelles Album "Crack-Up" im Wiener Gasometer.

Ein Opfer findet der Wiener Konzertmarathon der vergangenen Woche dann doch. Weil man budget- und fitnessseitig oder schlicht aufmerksamkeitsökonomisch irgendwann naturgemäß an Grenzen stößt, wird die Gasometerhalle am Mittwoch nicht einmal halb voll werden. Ein zusätzlicher Grund dafür könnte aber auch hausgemacht sein: Die auftretende Band hat... weiter




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  1. AC/DC-Gitarrist Malcolm Young ist tot
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CHAMPIGNON, 1850, Sepia, Kohle, Fettstift, Gouache auf Papier, 47,4 x 60,8 cm, Maisons de Victor Hugo, Paris/Guernesey,

Edvard Munch beschäftigte sich in zahlreichen Werken mit dem Thema Melancholie, die er bevorzugt als einsame Person am Strand darstellte. Ein riesiges Medieninteresse begleitete den kurzen Auftritt des österreichischen Hollywood-Exports Christoph Waltz bei seinem Besuch der Viennale.

Viennale-Interimschef Franz Schwartz (links) mit dem Stargast der Eröffnung: Schauspieler John Carroll Lynch zeigte sein Regiedebüt "Lucky" als Eröffnungsfilm der Viennale. Durch den Abend begleitete der Moderator Stephen Colbert. "Was auch immer Sie für den Präsidenten empfinden, Sie können nicht leugnen, dass jede Sendung auf eine Weise von Donald Trump beeinflusst wurde", sagte er zur Eröffnung der Emmy-Verleihung und machte damit deutlich, dass der Rest des Abends ziemlich politisch zugehen werde. "Warum habt ihr Trump keinen Emmy gegeben?", fragte er das Publikum. "Wenn er einen gewonnen hätte, wäre er vielleicht nie in das Rennen um die Präsidentschaft gegangen." Trump war in der Vergangenheit mehrfach für seine TV-Show "Celebrity Apprentice" nominiert worden, hatte aber nie gewonnen und sich darüber häufig öffentlich beschwert.

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