Versunken am Klavier und sarkastisch in Orchesterumrahmung: Randy Newman veröffentlicht "Dark Matter". - © P. Springsteen

Albumkritik

Rollenlyrik auf doppelten Böden5

  • US-Songwriter Randy Newman demonstriert mit seinem ersten Soloalbum seit 2008, was die Welt an ihm hat.

Am Beginn des Albums steht eine, wie man im Feuilleton gerne sagt, "Tour de Force". Allerdings stemmt der Meister diese als lockere Aufwärmübung. Im rund achtminütigen, trotz zahlreicher Tempo-, Stimmungs- und Genrewechsel zwischen Erlösungsgospel, Südstaatenblues, Hörspiel und Filmmusik nicht auseinanderfallenden Eröffnungsstück "The Great Debate"... weiter




Konzert

Romantische Musikbilder, krude Phantasmen

Was für ein sanftes Pandämonium, wenn die "drei Schattengestalten" zum Wagen hereinhuschen, der da "rollet langsam durch lustiges Waldesgrün". Erst im unendlich langen Klavier-Nachspiel bekommt man das gespenstische Grimassenschneiden dieser ungebetenen Gäste so recht mit. Heinrich Heine hat sich die bizarre Szenerie ausgedacht... weiter





Konzertkritik

Die zwei Gesichter der Letzten Dinge1

Den Reigen der musikalischen Abschiede, der letzten Werke und tönenden Vermächtnisse bei den diesjährigen Salzburger Festspielen setzte sich auch im ersten Konzert der Wiener Philharmoniker fort. Als seelenvoll wissender Abschiednehmer erwies sich am Wochenende Bernard Haitink, der Gustav Mahlers letzte, die 9... weiter




Einer der Erneuer des Jazz, der in Gioias Buch vorkommt: Kamasi Washington (Sax), hier bei einem Auftritt in Barcelona, Juli 2017. - © Xavi Torrent/Getty Images

Jazz

Am besten: einfach hören

  • Eine glänzende und begeisterte Ein- und Hinführung: Ted Gioias nun auch auf Deutsch erscheinendes Buch "Jazz hören - Jazz verstehen".

Manchmal sagt das Motto, das ein Buchautor seinem Text voranstellt, bereits alles aus über das, was folgt. So auch im Fall des Satzes, den der US-Amerikaner Ted Gioia für sein jüngstes Buch, "Jazz hören - Jazz verstehen", ausgewählt hat - und dieser Satz steht sogar noch vor der eigentlichen Titelseite... weiter




Pop-CD

Lebensbejahend2

  • Die Britin Kate Stables und ihr Projekt This Is The Kit.

Die in Paris lebende britische Singer-Songwriterin Kate Stables beglückt auf ihrem vierten Album, "Moonshine Freeze", mit superbem Folkrock zwischen Tradition und Erneuerung. Mit "This Is The Kit" gelingt ihr das ambitionierte Ansinnen, alle Möglichkeiten des Genres auszuloten und zu erweitern. Das Projekt trägt den Bausatz im Namen und überzeugt... weiter




Pop-CD

Kompromisslos1

  • Noiserock mit großen Pupillen: Wolfgang Möstls Projekt Melt Downer.

Eigentlich hat Wolfgang Möstl mit Mile Me Deaf heuer bereits ein österreichisches Album des Jahres vorgelegt. Der heitere Weltuntergangspop von "Alien Age" war dabei einem gebrochenen Finger zu verdanken, der Möstl anstatt zur Gitarre zu einem alten Sampler greifen ließ. Weil Künstler oft einen Rappel bekommen... weiter




Stilderivate aus dem Schlafzimmer - und Pop: Salute live. - © S. Brugner

Popfest Wien

Massenanimation und Kritikerkritik5

  • Am Donnerstag eröffnete in Wien das Popfest. Noch bis Sonntag gibt es heimische Musik bei freiem Eintritt.

Auf der Bühne steht zur Primetime für ein Eineinhalbstundenkonzert - der Headliner im Anschluss wird nur schlappe 50 Minuten spielen - die einer glatten Variante von Dancehall und Reggae verschriebene, oft aber auch einfach nur poprockende Band Mono & Nikitaman. Sie gibt zur Eröffnung der achten Popfestsaison auf der Seebühne am Wiener Karlsplatz... weiter




Popkritik

Einmal alles, bitte - und jetzt!4

  • Arcade Fire haben mit "Everything Now" das Problem, Arcade Fire zu sein. Das Album ist gut.

Die Auftaktsingle war ein dezenter Schock. Er bedeutete, dass mit Arcade Fire eine der wichtigsten, besten und geschmackvollsten Bands der letzten 13 Jahre nun ausgerechnet Abba zitierte und mit ausgestellten Peinlichkeiten und absoluten No-Gos zwischen Panflöten-Arrangements (du liebe Güte!) und nach Dose klingenden Na-na-na-na-Gesängen aus der... weiter




Tragen Mozarts "Tito": der berührende Chor von MusicAeterna und Golda Schultz als wunderbare Vitellia.

Salzburger Festspiele

Radikal gegenwärtig14

  • Tiefgründiger, heutiger und berührender kann Oper kaum sein als die "Clemenza" bei den Salzburger Festspielen.

Die Bühne füllt ein Meer aus Blumen, Grab- und Teelichtern, zwischen ihnen sind aus Teddybären und Fotorahmen kleine Altäre gebaut. Es hat einen Anschlag gegeben. Menschen mit gesenkten Köpfen stehen um das Mahnmal, spenden einander in ihrer Trauer Trost. Sie beginnen zu singen: "Kyrie eleison", bitten sie, "Herr, erbarme dich"... weiter




Imposant: Zeppenfeld (l.) und Schager. - © Bayreuther Festspiele/Nawrath

Opernkritik

Der Heilsbringer geht wieder baden1

  • In Bayreuth wird die Wiederaufnahme des "Parsifal" bejubelt.

Wagners "Parsifal" ist für das Bayreuther Festspielhaus maßgeschneidert. Hier, auf dem Grünen Hügel, liegt die Spielstätte für diese Oper, hier wurde sie 1882 uraufgeführt. Man versteht warum, wenn man sich in der aktuellen Spielserie der Festspiele dem Orchester im verdeckten Graben unter Hartmut Haenchen ausliefert... weiter




60.000 Besucher lockte das Wiener Popfest vergangenes Jahr an. - © APA, Hans Punz

Open-Air-Festival

Kühler Start für das Popfest2

  • Von Psychedlic Rock bis Elektronik: 60 Live-Acts bespielen vier Tage lang Seebühne, Karlskirche, TU und Wien Museum.

Wien. Ab Donnerstag geht am Karlsplatz wieder das Wiener Popfest über die Bühne. Die Besucher der mittlerweile achten Auflage des Open-Air-Festivals erwartet zum Auftakt kühles, aber trockenes Wetter. Laut ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) liegen die Höchsttemperaturen am Eröffnungstag bei 21 Grad... weiter




Einfach grandios: Michael Volle als Sachs und Klaus Florian Vogt als Stolzing. - © Bayreuther Festspiele/E. Nawrath

Opernkritik

Wagner bei sich zu Haus’2

  • Bayreuther Festspiele starten mit "Die Meistersinger von Nürnberg", inszeniert von Barrie Kosky.

Die dunklen Wolken, die über dem Grünen Hügel in Bayreuth hingen, hatten in diesem Jahr nichts Doppelbödiges. Die waren tatsächlich nur für den Dauerregen verantwortlich, der sich alle Mühe gab, den Besuchern die Laune zu verderben. Inklusive dem Königspaar aus Schweden und der wagnerfreundlichen deutschen Kanzlerin... weiter




Die Familie bat - wie dies bei Aborigines üblich ist - aus Respekt vor dem Toten darum, keine Fotos von ihm mehr zu veröffentlichen. - © Screenshot Youtube, Yunupingu "History"

Australien

Aborigine-Musiker Yunupingu mit 46 Jahren gestorben2

  • Der blinde Musiker war die "Stimme einer ganzen Generation".

Darwin. Der bekannteste Aborigine-Musiker Australiens, Geoffrey Gurrumul Yunupingu, ist im Alter von 46 Jahren gestorben. Der blinde Musiker erlitt in einem Krankenhaus der nordaustralischen Stadt Darwin einen Herzinfarkt, wie seine Plattenfirma am Mittwoch bestätigte. Bereits seit mehreren Jahren musste er sich wegen einer Erkrankung von Leber und... weiter




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"Zusammenspiel" von Irene Charlotte Jahn.

Am Montagabend feierte Michael Haneke mit "Happy End" zum siebenten Mal Weltpremiere im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes. Monica Bellucci war die Gastgeberin beim Auftakt des Festivals: Eine ehrenvolle Rolle, bei der man durch den Gala-Abend führt. Entsprechend chiczeigte sich die inzwischen 52-Jährige.

Fesselndes am letzten Wochenende in Krems: "Durational Rope" von Quarto brachten Seile unter anderem zum Tanzen. Blixa Bargeld und eines seiner Instrumente.

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