• vom 04.02.2006, 00:00 Uhr

CDs

Update: 23.07.2012, 12:29 Uhr

Pop-CD

Arctic Monkeys, The: Whatever People Say I Am, That's What Im Not




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Bruno Jaschke

  • Die Band aus dem Netz - Hype des Jahres: die hyperventilierenden Arctic Monkeys

Jung und abgebrüht: Arctic Monkeys. Foto: Edel Musica

Jung und abgebrüht: Arctic Monkeys. Foto: Edel Musica Jung und abgebrüht: Arctic Monkeys. Foto: Edel Musica

"Die Artic Monkeys sind nächstes Jahr die größte Band in Großbritannien, da gibt es überhaupt keinen Zweifel" prophezeite Franz-Ferdinand-Sänger Alex Kapranos der "Wiener Zeitung" Ende 2005. "Sie sind eine gute Live Band, und, noch wichtiger, sie sind sehr enigmatisch. Der Sänger hat ziemliches Charisma und sie sind eine gute Rock'n'Roll-Band."


Stimmt alles. "Whatever People Say I Am That's What I'm Not", das Debütalbum der Arctic Monkeys, ist in England auf Platz 1 eingestiegen; auch von den vorab ausgekoppelten Singles blieb keine unter der Spitzenposition.

Den Arctic Monkeys geht der Ruf voraus, die erste Band zu sein, die das Internet für ihren Erfolg zu nutzen wusste. Indem sie eine großzügige Anzahl Songs online stellte, schuf sich das Quartett eine wachsende Fanschar, die bei Konzerten mit den Songs bereits bestens vertraut war.

Dass sie damit unter den Musikern quasi ein Patent auf die Dienstbarmachung des Internet hätten, wäre allerdings eine Mystifikation. Wilco's 2002er-Meisterwerk "Yankee Foxtrott Hotel" etwa verdankt dem Netz die schiere Existenz. Wäre es nämlich nach dem Willen ihrer Plattenfirma Reprise gegangen, wäre das spröde, von Avantgarde-Chic angehauchte Elektronik-Folk-Album nie veröffentlicht worden. Nachdem es Wilco-Kopf Jeff Tweedy aber ins Internet gestellt hatte, kam es bei Konzerten zum Phänomen, dass Songs, die nie auf Platte erschienen waren, mit Erkennungsapplaus und frenetischem Beifall bedacht wurden. (Nonesuch, ein weiteres Warner Label, griff dann zu).

Mike Doughty behauptet gar, dass Filesharing, der absolute Gottseibeiuns der Musikindustrie, seine Solo-Karriere angekurbelt hätte: Als er nach dem überraschenden Ende der exzellenten Pop-Elektronik-HipHop-Crossover-Band Soul Coughing mit Mietwagen, Akustikgitarre und selbst gebrannten Exemplaren seines ersten, selbstverständlich von allen Plattenfirmen abgelehnten Solo-Albums "Skittish" 12.000 Kilometer quer durch die USA tourte, stieß er bei Auftritten zu seiner Verblüffung ebenfalls auf Vertrautheit mit dem Repertoire. "Da schwante mir, dass die Kids es über Napster kennen gelernt haben mussten. Ich war vorher gegen Filesharing, aber ich bin konvertiert. Man kann sagen, dass dieses Album durch Napster auferstanden ist!"

weiterlesen auf Seite 2 von 2




Schlagwörter

Pop-CD

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2006-02-04 00:00:01
Letzte Änderung am 2012-07-23 12:29:25



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Der verkannte Alleskönner
  2. Blau ist keine warme Farbe
  3. Die Konferenz der Vögel
  4. Eine Sommernachtsrobengala
  5. Dada-Poesie mit Kommentarfunktion
Meistkommentiert
  1. Die Konferenz der Vögel

Werbung



CD Klassik

CD

Benjamin Appl: Heimat. Sony Classical, 1 CD, ca. 14 Euro. (os) Wer in die Vorarlberger Lied-Mekkas reist, konnte schon Bekanntschaft mit Benjamin Appl schließen. Sonst ist der junge... weiter




CD-Kritik

Wiener Philharmoniker: 175th Anniversary Edition

Wr. Philharmoniker: 175th Anniversary Edition. DG, 44 CD, 1 DVD, ca. 149 Euro. (os) Zum 170. Geburtstag gab es eine Box mit ausschließlich Symphonien aus dem Aufnahmefundus der Deutschen Grammophon... weiter





Pop-CDs

9 / A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W Z



Werbung