
Wo Musik wortlos bleibt, kann Grundverschiedenes entzücken: eine handfeste Melodie etwa. Oder eine vage Atmosphäre. Bassist Lars Danielsson bietet beides. "Liberetto" ist nicht nur ein Tummelplatz lyrischer, oft an der Trübseligkeitsgrenze errichteter Melodien. Auch Aura keimt auf. Mitunter aquarellieren Effekte das kammermusikalische Klangbild, aus dem hier ein Cello, dort eine Regentag-Trompete ragt. Und die Feinheit weicht bei höherem Tempo nicht. Dann drängt Magnus Öström, einst e.s.t.-Drummer, mit electro-affinem Spiel unterschwellig voran, flicht Tigran schillernde Klavier-Ornamente ein - wobei der junge Armenier mit "Svensk Låt" auch das markanteste Stück des Albums komponiert hat. Kommt nicht von Ungefähr, dass das Booklet Tigran und Danielsson zu einem "neuen Traumduo" des europäischen Jazz kürt - wenn auch noch etwas früh.
Lars Danielsson: Liberetto. (ACT Music)
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