Ihre vier bisherigen Platten haben die Great Lake Swimmers an eher ungewöhnlichen Orten wie Kirchen, Scheunen oder in unbenutzten Getreidesilos aufgenommen. Nun haben sie sich erstmals auf ein ordentliches Studio eingelassen und nur ein einziges field recording aufs Album geschmuggelt: "The Great Exhale" wurde in einer verlassenen U-Bahn-Station von Toronto eingespielt. Und es hat sich gelohnt.
Das kanadische Quartett um Sänger, Gitarristen und Songwriter Tony Dekker klingt reifer denn je, was bei dieser New-Folk-Musik vor allem bedeutet: Die 13 Songs verströmen noch mehr Sehnsucht, Weite und gehobene Melancholie als bisher. Der oft mehrstimmige Gesang schmiegt sich geradezu ins Ohr, die Instrumentierung mit Gitarre, Banjo, Geige, Drums und Bass hält sich dezent zurück, und das meist mittlere Tempo der Stücke (mit gelegentlichen Zwischenspurts) macht dem Bandnamen alle Ehre. Denn der ist eine Hommage an die Marathonschwimmer, die in den Großen Seen einsam und stetig ihre Bahnen ziehen.
Great Lake Swimmers: New Wild Everywhere. (Nettwerk/Soulfood)
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