
Es ähnelt beinahe schon einem heroischen Akt, in Zeiten von iTunes und YouTube etwas vorzulegen, was man einst Konzeptalbum nannte. Ben Cooper aus Florida treibt es mit seinem Soloprojekt jetzt sogar so weit, drei zusammengehörige Alben zu veröffentlichen, die sich alle dem "Stammbaum" einer fiktiven Familie aus dem 19. Jahrhundert widmen. Teil eins ist nun erschienen und erkundet die Wurzeln des "Family Tree".
Cooper, der alle Instrumente selbst eingespielt hat und auch als Verfasser der wunderbar poetischen Texte besticht, beschert uns mit dem zweiten Radical-Face-Album ein selten gewordenes Musikerlebnis: Die elf Songs fließen beim Durchhören auf beinahe zauberhafte Weise ineinander, man kann nicht wirklich sagen, welcher besser, welcher schlechter wäre. Coopers sanft instrumentierter Folkpop mäandert geheimnisvoll dahin und schwillt nur gelegentlich an, um dann wieder ruhig dahinzufließen.
Übrigens: Je näher die Familiengeschichte auf den Folgealben der Gegenwart kommt, desto moderner soll auch die Musik werden, verspricht Cooper. Man darf also sehr gespannt sein, wo dieses eigenwillige Musikprojekt enden wird.
Radical Face: The Family Tree - The Roots. (Nettwerk/Soulfood)
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