• vom 15.06.2012, 14:05 Uhr

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Update: 15.06.2012, 14:21 Uhr
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Dexys: One Day I’m Going To Soar


Von Andreas Rauschal

  • Nach 27-jähriger Pause kehren die Dexys Midnight Runners als "Dexys" zurück: Mit den elf neuen Songs präsentiert sich Mastermind Kevin Rowland in Höchstform.

Kevin Rowland (Mitte) und seine Dexys blicken wieder nach vorne: Mit "One Day I’m Going To Soar" ist der Band nach langer Auszeit ein wunderbares Album gelungen.

Kevin Rowland (Mitte) und seine Dexys blicken wieder nach vorne: Mit "One Day I’m Going To Soar" ist der Band nach langer Auszeit ein wunderbares Album gelungen.© Buback Kevin Rowland (Mitte) und seine Dexys blicken wieder nach vorne: Mit "One Day I’m Going To Soar" ist der Band nach langer Auszeit ein wunderbares Album gelungen.© Buback

Mit diesem Comeback war so nicht mehr zu rechnen. Auch, wenn Kevin Rowland alle Jahre wieder Wasser auf die Mühlen jener hartnäckigen Fanschar goss, die ihren Glauben an ein neues Album niemals aufgeben wollte, sprach doch zu viel gegen eine tatsächliche Rückkehr der Dexys Midnight Runners.

Information

Dexys: One Day I’m Going To Soar (Buback)

Official Website Dexys

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Nach Rowlands persönlichen Problemen und einer schweren Kokainabhängigkeit in den 1990er Jahren war es zuletzt sein Perfektionswahn, an dem das Vorhaben zu scheitern drohte. Die genaue Vorstellung, die der Mann mit der charismatischen Stimme von diesem Album hatte und seine daraus resultierende Versagensangst trugen ihr Übriges dazu bei, dass zwischen "Don’t Stand Me Down", der dritten und bisher letzten Arbeit der Dexys Midnight Runners, und dem nun als Dexys veröffentlichten "One Day I’m Going To Soar" stolze 27 Jahre liegen.

Emotionaler Celtic Soul
1978 in Birmingham gegründet, fiel der ohne große Karriereambition betriebenen Band der Erfolg rasch in den Schoß. Der seiner Wurzeln im Punk überdrüssige Rowland begann, New Wave und irische Folklore mit sattem Soul zu unterfüttern. Unter Beigabe markanter Bläsersätze als Celtic Soul definiert und von Rowlands Charakter als "emotional man" zusätzlich befeuert, zeitigte diese ebenso ausdrucksstarke wie im Zeitalter des aufkommenden Yuppie-Pop hochglaubwürdige Musik mit "Geno", einer Hommage an den US-amerikanischen R&B-Sänger Geno Washington, einen ersten Hit.

Während sich Rowlands Gespür für die Mechanismen des Popbetriebs auch in seinem Umgang mit Styles und Images äußerte, erfanden sich die Dexys Midnight Runners nach Anfängen im Banden-Look mit Album Nummer zwei - latent würdelos in zu weiten Latzhosen steckend - als Lümmel vom Lande neu. Musikalisch korrespondierte diese Entscheidung auf "Too-Rye-Ay" mit der Einführung beschwingt-heiterer Bratlgeigen, die nicht nur den bis heute größten Hit der Band charakterisieren: Das vom globalen Formatradiomarkt zu Tode gespielte und bald mehr als Fluch denn als Segen betrachtete "Come On Eileen" kündet auch heute noch mehrmals täglich davon.

Rowland, der in der Folge großen Druck verspürte und sich nicht nur mit bandinternen Streitigkeiten als zunehmend schwierig erwies, ging schließlich in Opposition. Dem Wunsch seiner Plattenfirma nach neuen Hits begegnete der Mann mit den betont länglichen Songs von "Don’t Stand Me Down" (1985), die teils von Zwiegesprächen mit seinem Bassisten Pete Williams unterbrochen wurden. Das Album floppte auch wegen Rowlands strikter Weigerung, eine Single auskoppeln zu lassen, und besiegelte das vorläufige Ende der Dexys Midnight Runners ein knappes Jahr später.




Schlagwörter

Musikkritik, Pop-CD, Extra

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-06-15 14:11:10
Letzte Änderung am 2012-06-15 14:21:58


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