
Von einem Comeback zu sprechen wirkt fast wie Hohn angesichts der Tatsache, dass die letzte reguläre Platte von Bill Fay vor sage und schreibe 41 Jahren erschienen ist. Damals gehörte er zwei Alben lang zu den vielen hoffnungsvollen Singer/Songwritern britischer Provenienz, ehe er wegen mangelnden Erfolgs auch schon wieder draußen war aus dem Geschäft. Ein Ende der 1970er Jahre eingespieltes Album erschien erst 2005, und all die Jahre über hat Fay sein Geld anderweitig verdient, doch im Stillen schrieb er unablässig weiter Song um Song, von denen jetzt zwölf im Rahmen dieser erstaunlichen Wiedergeburt zu hören sind.
Mit verantwortlich dafür ist Jeff Tweedy von Wilco, ein glühender Fay-Verehrer, der ihn dazu motivierte, es noch einmal zu versuchen, und auch selbst auf dem Album vertreten ist. Herausgekommen ist ein eigenartig zeitloses Album irgendwo zwischen Rock, Pop, Gospel und Jazz, das textlich nicht selten hart am Rande zum Kitsch manövriert, aber dank Fays wunderbar brüchiger Stimme vor jedem Absturz bewahrt wird. Staunend lauscht man und fragt sich kopfschüttelnd, wie zum Teufel dieser wunderbare Songwriter vier Jahrzehnte für die Schublade arbeiten konnte.
Bill Fay: Life Is People. (Dead Ocean/Cargo)
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