
Nein, das Cover soll nicht bedeuten: Diana Krall hat ihren kühlen Sexappeal neu temperiert. Oder nicht nur. Die Swingsängerin am Klavier drängt zu den Ursprüngen des Jazz zurück, als er Blues, Schlager, Vaudeville und Sexsoundtrack in der Spelunke war.
Nach manch aalglatter Krall-Platte gelingt dies teils überraschend herzhaft: Auch Polterrhythmen und resche Gitarren finden sich zum Dialog mit der samtigen Stimme ein. Und: Die oft geringe Zahl der Begleiter ist der Vitalität zuträglich. Trotz der vielen (gern auch countryseligen) Scharaden gilt freilich: Krall bleibt Krall - und das Mainstream-Format auch auf "Glad Rag Doll" gewahrt.
Live am 4. November in der Wiener Stadthalle (Halle F).
Diana Krall: Glad Rag Doll. (Verve Music)
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