• vom 11.01.2014, 09:26 Uhr

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Update: 15.01.2014, 14:25 Uhr

Music

Smiling Buddhas, The: The Alps




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Von Bruno Jaschke

  • Eisige Impressionen.

Man könnte den Oberösterreicher Wolfgang "Fadi" Dorninger einen musikalischen Reisechronisten nennen. Er hat stimmige Impressionen aus dem Baltikum ebenso mitgebracht wie von Expeditionen in Nord- und Südamerika, wo er sich auf die Spuren versunkener, rätselhafter Kulturen begab.

Mittlerweile hat sich Dorninger ein eigenes Pseudonym für solche akustischen Reiseschilderungen zugelegt, The Smiling Buddhas. Unter diesem verarbeitete er bereits Eindrücke von Trips nach Nepal sowie in die Atacamawüste in Südamerika. Für das neue Werk der Buddhas wiederum fand Dorninger die Inspiration in der Heimat. Gleichwohl hat er sich auch hier eine durchaus harsche Region ausgesucht. In "The Alps" verarbeitet er Kindheits- und Jugenderinnerungen in unwegsamen Höhen - wie Abfahrten mit Skiern durch die bis zu 50 Grad steile Temlberg Ostrinne im Toten Gebirge und mit Firngleitern vom über 3000 Meter hohen Großen Sonnblick zur Rojacher Hütte im Rauriser Tal, einen hastigen Aufstieg im Wettlauf mit einem heranziehenden Unwetter zur Stüdlhütte am Großglockner und schließlich gar einen Sturz ins Seil über einem Abgrund von 300 Metern. Zwischendurch am Programm: Nachempfindungen von Schneeschmelze, Lawinenabgängen oder der Wintersonne.

Information

The Smiling Buddhas
The Alps
(Base Records)


Wie auf allen Platten der Smiling Buddhas realisiert Dorninger diese Hörbilder mit elektronischen Klangerzeugern; hier allerdings setzt er auch seine erstaunlich sonore Stimme ein, um in einer Art Mantra den gehetzten Aufstieg zur schützenden Hütte darzustellen.

Ein Lebensraum wird da geschildert, der in seiner Schönheit Empfänglichen innere Einkehr bietet, aber auch stetige Wachsamkeit verlangt. Dementsprechend strahlt "The Alps" einerseits ein In-sich-selbst-Ruhen aus und ist andererseits alles andere als idyllische Musik: Selbst breit angelegte Klangwände haben etwas unterschwellig Bedrohliches, in klirrenden Sounds klingt ungemütliche Kälte durch, während schnellere und heftigere Passagen von Adrenalinschüben und beschleunigten Pulsschlägen zeugen.




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2014-01-10 14:29:06
Letzte ─nderung am 2014-01-15 14:25:21



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