• vom 14.08.2014, 14:59 Uhr

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Update: 14.08.2014, 15:04 Uhr

Pop-CD

Magic Numbers, The: Alias




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Von Heimo Mürzl

  • Für blaue Stunden
  • Harmonisch, dafür rockiger

Die Londoner Band The Magic Numbers, die aus den Geschwisterpaaren Romeo und Michele Stodart sowie Angela und Sean Gannon besteht und optisch ein wenig an eine moderne Ausgabe der Kelly Family erinnert (während der wunderbare Harmoniegesang eher an The Mamas And The Papas denken lässt), veröffentlicht nach vier Jahren Pause mit "Alias" ihr viertes Studioalbum. Bekannt wurde das Quartett mit warmen Sounds und sanften Songs, die im musikalischen Kostüm eines lebensbejahenden Folkpop jene Magie entfachten, die der vordergründigen Einfachheit perfekter Popmusik innewohnt.

Wenn es darum ginge, wegen ihres unverhüllten Sentiments zu Unrecht mit Missachtung gestrafte Künstler zu küren, dürfte einer der Preise wohl immer an die Magic Numbers gehen. Dabei versucht die Band mit ihrem Faible für wohlklingenden Pop nichts weniger als einen Brückenschlag zwischen der musikalischen Beschwörung der Emotionalität und der inhaltlichen Bestandsaufnahme des Erwachsenen-Lebens. Das ist Musik für blaue Stunden.


Dabei wollen uns die Magic Numbers etwas Naives, aber Wichtiges mitteilen: Mitreißende Melodien und betörende Balladen haben immer Saison. Auf "Alias" wurde ein wenig in Richtung Rock nachgebessert - die elf Songs überzeugen nicht nur durch ihre ausgeklügelten Arrangements, sondern auch durch ihren zeitweise kraftvollen Gitarrensound.

Wobei der beseelte Gesang das Markenzeichen bleibt. "Es gibt viele verschiedene Referenzbands und -Sounds, aber sobald wir zu singen beginnen, weiß man sofort, dass wir es sind", meint Romeo Stodart treffend. Rein musikalisch ist das vierte Album das vielleicht abwechslungsreichste der Band, auch wenn die großen Experimente ausbleiben. Was nicht bedeutet, dass es auf "Alias" nicht ein paar Songs gibt, die unvergleichlich zwischen Traurigkeit, Wachtraum, friedlichem Glück und dezenter Euphorie oszillieren. Anspieltipps: Die Single "Shot In The Dark", "Wake Up" mit seiner Westcoast- und Psychedelic-Pop-Affinität und das schöne Stück Pop Noir "Roy Orbison".

The Magic Numbers: Alias. (Caroline/Universal)




Schlagwörter

Pop-CD, Extra, Music, Musikkritik, Rezension

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2014-08-14 15:02:07
Letzte ńnderung am 2014-08-14 15:04:35



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