• vom 28.09.2014, 15:00 Uhr

CDs

Update: 25.11.2014, 09:36 Uhr

Pop

Tweedy: Sukierae




  • Artikel
  • Lesenswert (2)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Heimo Mürzl

  • Ein gelungenes Erstlingswerk von Jeff und Spencer Tweedy.



Auch wenn Wilco-Frontmann Jeff Tweedy der große kommerzielle Erfolg sehr lange versagt blieb, gilt er seit seiner Zeit bei Uncle Tupelo als eine verlässliche Fixgröße im Alternative Country-Folkrock. Der Mann bedient die Gefühlswelten der Hörerschaft seit mittlerweile zweieinhalb Jahrzehnten und verleiht seinen Songs jene akustische Patina, die als Assoziationsnährboden für unterschiedlichste Stimmungen fungiert und das Fundament für Erzählungen bildet, die auf den großen musikalischen Mythen des amerikanischen Kontinents aufbauen.

Seine betörend-poetischen und lakonisch-skizzenhaften Songtexte, in denen ein Leben zwischen Freude und Schmerz, staubigen Landstraßen und sonnigen Veranden gezeichnet wird, changieren stets zwischen Trauer, Melancholie und vager Hoffnung. In Zeiten industriell gefertigter Popmusik bietet Tweedys feinfühlig interpretierte Musik eine selten gewordene Qualität.

Information

Tweedy: Sukierae (Anti)


Nachdem das jüngste Wilco-Album ("The Whole Love") 2011 erschienen war, verdingte sich ihr Mastermind mit Freude und Erfolg als Produzent für die Gospel/Soul-Legende Mavis Staples und die Indierockband Low sowie als Songschreiber für Bill Fay und Wanda Jackson. Jetzt überrascht Tweedy mit "Sukierae", einer Zusammenarbeit mit seinem 18-jährigen Sohn Spencer, der sein großes Können am Schlagzeug unter Beweis stellen darf.

Die musikalischen Kernkompetenzen wurden auf diesem Doppelalbum gelungen gebündelt - und es entstand ein atmosphärisch-dichtes Werk, das mit Zeitlosigkeit und Dringlichkeit beeindruckt. Dabei hat man es mit einem veritablen Sleeper zu tun, also einem Werk, das von Mal zu Mal besser klingt und erst nach mehrmaligem Hören vollkommen überzeugt. Dann ist man aber bezaubert von diesem stimmigen Mix aus epischem Folk, repetitivem Rock und eindringlichem Alternative Country.

Anspieltipps: Das dunkel grundierte "Diamond Light Pt.1", der beschwingte Folk-Walzer "Wait For Love", sowie "Low Key" und "Flowering", zwei grandiose Songs, die auch auf jedem Wilco-Album zweifellos eine sehr gute Figur machen würden.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2014-09-26 16:18:07
Letzte ─nderung am 2014-11-25 09:36:34



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Kokette Bescheidenheit aus Venezuela
  2. Der neue Augustin
  3. "Meine Jazzseele beeinflusst mich"
  4. "Eigentlich kannst du nur versagen!"
  5. Die Tasten aus Ottakring sind verstummt
Meistkommentiert
  1. "Eigentlich kannst du nur versagen!"
  2. Mit Monteverdi in den Mainstream
  3. Berührungsneugier
  4. Ein Wienerlied auf die Politik

Werbung



Klassik-CD

Mannheimer Schätze

Stamitz u. a.: Andreas Mannheim mit seiner Hofkapelle war in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts das musikalische Zentrum Mitteleuropas... weiter




Klassik-CD

Vom Belcanto zum Verismo

R. Chailly: Overtures, Preludes, Intermezzi Decca, 1 CD, ca. 20 Euro. Was auf den ersten Blick fantasielos erscheint, erweist sich als Versprechen für eine fruchtbare Zukunft. Riccardo Chailly... weiter





Pop-CDs

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W Z



Werbung