• vom 18.10.2014, 13:00 Uhr

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Update: 25.11.2014, 09:44 Uhr

Pop-CD

Flannery, Mick: By The Rule




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Von Gerald Schmickl




    Dass der bärtige und bärbeißige Ire auch über Humor und Selbstironie verfügt, wie man spätestens seit seinem Auftritt vor zwei Jahren in Wien weiß - auf diese Idee käme man beim Anhören seiner Platten nicht. Da ist regelmäßig nur von Einsamkeit, Liebesentzug und sonstigen dunkelgrauen Gemütszuständen die Rede. So auch auf Flannerys nunmehrigem vierten Album, "By The Rule", dessen 13 Songs in Berlin entstanden sind, bei einem siebenmonatigen Aufenthalt in Kreuzberg. Was aber irgendwie egal ist, denn sie klingen wie immer: traurig, schleppend, mit schwerer, grummeliger Stimme vorgetragen.

    War beim Vorgänger, "Red To Blue" (2012), noch die eine oder andere flottere Nummer dabei, so bleibt der Duktus hier durchwegs getragen. Es fehlt an Abwechslung und Tempo. Sein heulender, raspelnder Bassbariton kann zwar noch immer Steine erweichen und für Gänsehaut sorgen (wie etwa im souligen "Pride"), aber zu oft gerät Flannery hier in ein höherlagiges Raunzen und Wimmern, ein wehklagendes Vibrato, zu dem dann auch noch die Geigen schluchzen. Das bevorstehende Wien-Konzert wird hoffentlich wieder lustiger.

    Information

    Mick Flannery tritt am 8. März 2015 im WUK auf.
    Mick Flannery: By The Rule (Universal)





    Schlagwörter

    Pop-CD, Extra, Musikkritik, Rezension

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    Dokumenten Information
    Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
    Dokument erstellt am 2014-10-17 13:41:04
    Letzte ─nderung am 2014-11-25 09:44:57



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