• vom 02.11.2014, 15:00 Uhr

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Update: 25.11.2014, 09:54 Uhr

Pop-CD

Gunn, Steve: Way Out Weather




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Von Heimo Mürzl

  • Klassisches Songwriting: Steve Gunn aus New York.

Als verschrobener, aber stets virtuoser Singer-Songwriter hat sich Steve Gunn seit seinem Solo-Debüt im Jahr 2007 in Fachkreisen bereits einen Namen gemacht. Gemeinsame Projekte und Tourneen mit Kurt Vile und Adam Granduciel (The War Of Drugs) hinterließen nicht nur musikalische Spuren, sie ließen dann auch seine Fangemeinde anwachsen.

Mit seinem aktuellen Album, "Way Out Weather", etabliert sich der Mann aus New York nun endgültig als einer der eigenständigsten und raffiniertesten Singer-Songwriter der Gegenwart. Seine Musik funktioniert nicht über Hits, sie definiert sich über ganze Alben, in die man eintauchen kann wie in die Lektüre spannender dicker Wälzer, die etwas im Hörer anstoßen und auslösen und ihn dazu anregen, Träume zu bewahren, Pläne zu schmieden und Gefühle zu zeigen. Stimme, Stimmungen und Stories sind die bezaubernd simple Essenz der Songs - auch wenn das, am Ergebnis gemessen, fast zu einfach klingt. Doch die klassische Kunst dieses Songwritings braucht kein überflüssiges Beiwerk.


"Way Out Weather" ist ein Album, das den Test der Zeit mühelos bestehen wird. Steve Gunns Gefühl für komplexe und trotzdem zündende Harmonien sowie seine Gabe, Westcoast-Folk, Desert-Rock und Americana zu einer stimmigen Mischung zu kombinieren, ist beeindruckend. Eine Patina aus Wärme und Tiefe überzieht die acht neuen Nummern, wobei die lakonische Abgeklärtheit in Steve Gunns Stimme - die nicht selten an Mark Kozeleks Bariton denken lässt - seinen facettenreichen Alltagsbeobachtungen eine lässig-souveräne Note verleiht.

Ohne überzogene Gesten und ohne jedwede modische Aufgeregtheit gelingt es Steve Gunn an Dinge zu rühren, die man gut kennt. Oder zumindest gut zu kennen glaubt. So überzeugt dieses Album letztlich ohne Ausnahme - vom titelgebenden, meditativ-mäandernden Opener, den rockigeren Uptempo-Songs "Milly’s Garden" und "Drifter" über den nachdenklich stimmenden Folkrock von "Wildwood" und "Atmosphere" bis hin zum abschließenden "Tommy’s Congo" mit seinem afrikanischen Groove.

Steve Gunn: Way Out Weather (Paradise Of Bachelors)




Schlagwörter

Pop-CD, Musikkritik, Rezension, Extra

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2014-10-30 14:56:03
Letzte ─nderung am 2014-11-25 09:54:51



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