• vom 07.12.2014, 09:00 Uhr

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Update: 08.07.2015, 09:31 Uhr

Haley Bonar

Bonar, Haley: Last War




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Von Heimo Mürzl

  • Verführerisch komplex: "Last War" von Haley Bonar.

Nachdem die aus Minneapolis stammende Singer-Songwriterin Haley Bonar von Low-Sänger Alan Sparhawk entdeckt worden war und er 2001 ihr Debütalbum veröffentlicht hatte, schien vieles auf den baldigen Erfolg der Newcomerin hinzudeuten. Allerdings blieb Bonar in den folgenden Jahren nicht mehr als ein Geheimtipp. Mit ihrem aktuellen Album "Last War" sollte sich das ändern - beweist die Musikerin mit dieser Produktion doch, dass sie mit einem ausgeklügelten Stilmix aus Folk, Americana, New Wave, Shoegaze-Klängen, Westcoast-Sound und Girls-Pop zu den raffiniertesten Singer-Songwriterinnen der Gegenwart zählt.

Mit "Last War" hat sie ein wunderbar dunkles und zugleich gefühlvolles Album eingespielt, das mit bewährten und traditionellen Elementen der Rock- und Popgeschichte spielt. Die musikalische Vergangenheit bildet aber bestenfalls das Fundament für das auf- wie anregend Neue. Die Rhythmen und Melodien sind fein ausgetüftelt und den Arrangements merkt man ihre Komplexität erst bei genauem Hinhören an.


Nichts an den neun Songs klingt erzwungen, nie drängt sich der unbedingte Wille nach Innovation in den Vordergrund, obwohl er vorhanden ist. Das Wechselspiel zwischen Laut und Leise, Flüstern und Schreien, Euphorie und Schwermut ergibt zusammen mit einem Sound, der wahlweise energetisch-rau und stimmungsvoll-sphärisch ausfällt, ein stimmiges Ganzes.

Staunend lauscht man dieser Musik aus der Tiefe der Seele und folgt der hellen und doch dominanten Stimme Bonars, die beschwörend, zweifelnd, fordernd und jubilierend von Schmerz, Hass und Verlust, aber auch von Aufbruch und Lebensfreude singt. Ihr alter Freund Justin Vernon (Bon Iver) steuert auf zwei Songs die Background-Vocals bei, auf einem unterstützt er sie am Schlagzeug. Dabei klingt jeder der neun Songs einnehmend-verführerisch - vom Eröffnungssong "Kill The Fun", der wie eine Hommage an die Bangles klingt, über "Heaven’s Made For Two" mit seinem anschwellenden Klangteppich bis hin zur eindringlich-sanften Ballade "Eat For Free".

Haley Bonar

Last War

(Graveface Records)




Schlagwörter

Haley Bonar, Last War, Extra, Pop-CD

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2014-12-05 20:26:07
Letzte Änderung am 2015-07-08 09:31:00



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