• vom 17.01.2015, 13:00 Uhr

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Update: 09.07.2015, 12:48 Uhr

Pop-CD

Ford, Frazey: Indian Ocean




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Von Heimo Mürzl

  • Frazey Fords wunderbares Album "Indian Ocean".



Die Beschreibung "Kindheit in einer unkonventionellen, hippieesken Atmosphäre" scheint angesichts der Biographie Frazey Fords angemessen. Ihre Eltern emigrierten Anfang der 1970er Jahre nach Kanada, um der Einberufung des Vaters in den Vietnamkrieg zuvorzukommen. Einige Vagabunden-Jahre in diversen Kommunen folgten, ehe sich die Familie in der kanadischen Provinz Kootenays niederließ.

Die musikalisch begabte Tochter feierte erste Erfolge als Sängerin der Country/Folk-Band The Be Good Tanyas, bevor sie 2010 mit ihrem ersten Soloalbum versuchte, eine Brücke zwischen dem Folk der 70er Jahre, dem Country-Folk ihrer Stammband und einer persönlichen Soul- und Gospel-Vorliebe zu schlagen. Wirkte das Debüt noch ein wenig unentschlossen und zurückhaltend, so beeindruckt "Indian Ocean" nun als Sammlung beseelter Soulmusik ohne Qualitätsabfall.


Der Zufall führte bei der Entstehung des Zweitlings Regie. Der Filmemacher Robert Gordon, der an einer Dokumentation über die Musikszene von Memphis arbeitete, hörte einen Song von Frazey Ford im Radio und lud sie spontan zu einer Session in die legendären Royal Studios ein. Einige Zeit später dienten die altehrwürdigen Räumlichkeiten als Aufnahmeort für "Indian Ocean", das mit Mitgliedern der Begleitband des großen Al Green eingespielt wurde. Insgesamt 16 Musiker, darunter auch die Hi Rhythm Section von Charles, Leroy und Mabon "Teenie" Hodges an Keyboards, Orgel, Bass und Gitarre sorgten für den richtigen Groove und ein echtes Feeling von (Memphis-) Soul.

Ein heiter-gelassener Ennui zieht sich durch die zehn Songs, fein austarierte Bläsersätze, lässige Gitarrenläufe und eine vibrierende Hammondorgel konvenieren prächtig mit der warmen Stimme Frazey Fords, die mit viel Vibrato quengelt, jubiliert und schmachtet, dass es eine wahre Freude ist. Die Ergebnisse changieren zwischen spirituellen und euphorischen Klängen und der Indische Ozean, den Frazey Ford besingt, ist wohl kein konkreter, sondern ein meditativ-atmosphärischer Ort der Ruhe und Entspannung.

Frazey Ford

Indian Ocean

(Nettwerk/Soulfood)


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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2015-01-16 14:50:06
Letzte ─nderung am 2015-07-09 12:48:12



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