• vom 01.05.2015, 15:00 Uhr

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Update: 01.05.2015, 16:55 Uhr

Pop-CD

Other Lives: Rituals




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Von Heimo Mürzl

  • Wucht und Zartheit



Im Jahr 2011 veröffentlichten Other Lives aus Oklahoma das fulminante Album "Tamer Animals", das der Band weltweit große Aufmerksamkeit einbrachte und zugleich ein paar Songs für die Pop-Ewigkeit abwarf. Für das Nachfolgealbum zog sich die mittlerweile zum Trio geschrumpfte Formation nach Portland, Oregon zurück und exzerpierte aus fast sechzig vorhandenen Songs die vierzehn besten.

Die Mühe hat sich gelohnt: "Rituals" ist ein Songzyklus von prachtvoller Schönheit und suggestiver Melodik geworden, ohne dass der dosierte Wohlklang je in allzu pastorale Untiefen abgleiten würde. Vielmehr gleicht das Album einer faszinierenden Lehrstunde in popmusikalischer Raffinesse.

Information

Other Lives: Rituals (Pias/Rough Trade)


Other Lives operieren wieder einmal außerhalb der Zeit und lassen sich weder formal in zeitgeistige Rezeptionsschemata pressen noch in inhaltlich zu eng bemessene Produktionsvorgaben. Diese künstlerische Autonomie ist die große Stärke der Band und macht sie gleichzeitig so unberechenbar wie unverwechselbar. Jesse Tabish, Josh Onstott und Jonathan Mooney machen sich auf die Suche nach den geheimen Pfaden abseits des Strophe-Refrain-Schemas - und auch wenn sich manche Songs im Fahrwasser popmusikalischer Traditionen bewegen, so ist ihre Entwicklung im Laufe von drei, vier, fünf Minuten doch kaum vorhersehbar.

Die Balance zwischen Wucht und Zartheit, Fragilität und Intensität, Opulenz und Dezenz ist fein abgestimmt, Momente hymnischer Schönheit werden von kleinen elektronischen Spielereien und bewusst meditativen Ambient-Klängen abgelöst, dazu harmonische Chöre und der Falsett-Gesang von Jesse Tabish. Auf dieser Grundlage gelingt Other Lives eine Vielzahl an exzellenten Popsongs, auf denen Folk-Rock und Dreampop stimmige Verbindungen eingehen.

"Rituals" besticht als vielfältiges Album mit interessanten Klangdetails, reichhaltigen Soundfacetten und ausgeklügelten Arrangements. Anspieltipps: Die mit Marimbas aufgepeppte Uptempo-Nummer "Pattern", "English Summer" mit seinen zarten Pianoklängen und das prachtvoll-atmosphärische "Reconfiguration".




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2015-04-30 16:26:04
Letzte ─nderung am 2015-05-01 16:55:14



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