• vom 11.05.2015, 06:00 Uhr

CDs

Update: 09.07.2015, 13:45 Uhr

Pop-CD

Bob Moses: All in All




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Bruno Jaschke

  • Das kanadische Elektronik-Duo Bob Moses stellt sich mit dem Album "All in All" vor.



Diese LP ist an sich "nur" eine Zusammenstellung von bisher veröffentlichten Singles und EPs, steht aber einem regulären Album in nichts nach. Im Gegenteil: Diese Musik, die, grob vereinfacht, House und Indie-Pop vermischt, hatte genügend Zeit, sich zu entwickeln und zu einem stimmigen Ganzen zusammenzuwachsen. Ohne Hast bauen sich die Stücke auf wunderschönen, atmosphärischen Elektronik-Sounds auf, schleifen sich ein, werden von meist eher dezenten Beats in Bewegung gesetzt und verklingen schwindsüchtig im Nirvana.

Gleich zu Beginn setzt sich nach einem knarzenden Intro ein hypnotischer Beat in Bewegung, über den als eine Art Leitmotiv ein kreiselnder Loop gelegt ist und mantraartig die Worte "you don’t" und "far from the tree" wiederholt werden.

Information

Bob Moses
All in All
(Domino/GoodToGo)


Den Schulterschluss zur Indie-Klientel schafft das kanadische Duo vor allem über den exzellenten Gesang von Tom Howie, der in manchen Passagen an Grant-Lee Phillips erinnert - besonders auffällig etwa bei "Winter’s Song", dessen Titel dann auch recht treffend die kühl-melancholische Stimmung der Platte repräsentiert. Dazu sind einige der Songs - die übrigens fast durchwegs Entfremdung und den Verlust von Liebe zum Thema haben - mit Gitarren interpunktiert.

"Hands To Hold", sowieso einer der stärksten Tracks des Albums, kommt nach seinem originalen Format als gedämpfter, geschmackvoller Dancefloor-Schleicher gleich noch einmal als nur von akustischer Gitarre begleitete Ballade daher - und überzeugt in diesem Format sogar noch mehr! "Stealing Fire" wiederum ist ein wunderschöner Track, dem eine gefühlvolle E-Gitarre einen Blues-Einschlag verleiht; und in einem weiteren Höhepunkt der Platte, einer Coverversion von Bobby "Blue" Blands "I Ain’t Gonna Be The First To Cry", ist der Blues sogar formal zitiert.

Insofern bleibt auch abzuwarten, welche Richtung Bob Moses nach diesem exzellenten Auftakt einschlagen werden: ob sie sich weiter eher im Electronica-Umfeld verorten oder sich organischeren Formen des Musikmachens zuwenden.


Video auf YouTube





Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2015-05-07 16:44:10
Letzte Änderung am 2015-07-09 13:45:25



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. In großen Zügen gepinselt
  2. Standortwechsel in Schönbrunn
  3. Sex mit Unterwäsche
  4. Kurzweilige Klangfülle
  5. Selbst ist die Band!
Meistkommentiert
  1. Sex mit Unterwäsche
  2. Pure Sinnlichkeit
  3. Kanadas Klangmagier

Werbung



CD Klassik

CD

Benjamin Appl: Heimat. Sony Classical, 1 CD, ca. 14 Euro. (os) Wer in die Vorarlberger Lied-Mekkas reist, konnte schon Bekanntschaft mit Benjamin Appl schließen. Sonst ist der junge... weiter




CD-Kritik

Wiener Philharmoniker: 175th Anniversary Edition

Wr. Philharmoniker: 175th Anniversary Edition. DG, 44 CD, 1 DVD, ca. 149 Euro. (os) Zum 170. Geburtstag gab es eine Box mit ausschließlich Symphonien aus dem Aufnahmefundus der Deutschen Grammophon... weiter





Pop-CDs

A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W Z



Werbung