• vom 20.06.2015, 12:00 Uhr

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Update: 09.07.2015, 15:40 Uhr

Pop-CD

Wolf Alice: My Love Is Cool




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Von Heimo Mürzl

  • Das Debütalbum der Londoner Kritikerlieblinge Wolf Alice.



Die Erwartungen waren zwangsläufig groß: Fünf Jahre nach Gründung der Band und einem entsprechenden Vorab-Hype in den einschlägigen englischen Medien, nach geradezu enthusiastisch besprochenen EPs und erfolgreichen Festivalauftritten, erscheint nun das erste Studioalbum von Wolf Alice. "My Love Is Cool" erfüllt die geschürten Erwartungen und lässt schon beim ersten Hördurchgang jegliche Skepsis über Bord werfen.

Praktisch jeder Song auf dem Album ist in seiner direkten (Pop-)Art perfekt und bietet ein Déjà-Vu-Hörerlebnis, da das Quartett aus Nord-London die perfekte Route zwischen Krach/Kitsch, Härte/Eingängigkeit, Pop/Rock und Shoegaze/Grunge gefunden hat. Zwölf Songs voller Energie, Dramatik und Melodik sind das Resultat.


Was bei vielen Bands zu einem verwechselbaren Stilmischmasch geführt hätte, funktioniert bei Wolf Alice deshalb so gut, weil die Band eine lange nicht mehr gehörte spielerische Leichtigkeit an den Tag legt und mit der Sängerin und Gitarristin Ellie Rowsell eine charismatische Frontfrau besitzt, deren vokales Repertoire vom sanften Flüstern bis zum hysterischen Geschrei eines Riot Grrrls reicht. Obwohl dabei schamlos in der Rock- und Popgeschichte geplündert wird, sind die Ergebnisse trotzdem kein bisschen Retro. Alles klingt frisch und organisch, mit Liebe zum Detail aufbereitet, klug und durchdacht arrangiert.

Information

Wolf Alice: My Love Is Cool (Caroline/Universal)

Die Songs sind eigenständig, dynamisch und einnehmend. Rowsell und ihre männlichen Mitstreiter haben den idealen Kompromiss gefunden - hart und treibend genug, um eingefleischte Fans von effizienter Gitarren-Musik zufriedenzustellen, und eingängig genug produziert, um auch ein Mainstream-Publikum zu bedienen. Zuckerbrot und Peitsche als stimmige Methode eines gelungenen Pop/Rock-Crossovers.

"Giant Peach", "Fluffy" und "Your Loves Whore" überzeugen mit pulsierend-verzerrten Gitarren und schepperndem Schlagzeug-Sound, der durch den Gesang im Courtney-Love-Style zusätzlichen Drive bekommt, während "Silk" und "Turns To Dust" im Midtempo-Bereich beeindrucken.




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2015-06-18 14:53:08
Letzte nderung am 2015-07-09 15:40:44



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