• vom 04.07.2015, 11:00 Uhr

CDs

Update: 25.08.2015, 12:07 Uhr

Pop-CD

Everything Everything: Get To Heaven




  • Artikel
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Heimo Mürzl

  • Noch mehr Pop-Appeal



Als die britische Indie-Rock- und Art-Pop-Band Everything Everything vor einigen Jahren mit ihrer ausgeklügelten Mischung aus Rastlosigkeit, Experimentierfreude und Pop-Appeal erstmals auf sich aufmerksam machte, war schon abzusehen, dass das Quartett mit Kunst- und Musikhochschulvergangenheit nicht lange ein Geheimtipp für Pop-Nerds und Kritiker bleiben würde. In ihrer Heimat landeten bereits die ersten beiden Alben der Formation aus Manchester - "Man Alive" (2010) und "Arc" (2013) - auf Platz 17 und Platz 5 der Albumcharts.

Mit "Get To Heaven" dürfte nun auch das europäische Festland erobert werden: Wir hören ein Album, das einem fein austarierten Zusammenspiel aus Leichtigkeit und Komplexität, Extravaganz und Eingängigkeit, Zeitgeist und Virtuosität gleicht und von Produzent Stuart Price mit einem eleganten Pop-Styling ausgestattet wurde. So gelingt das Kunststück, Musik für Herz, Hirn und Beine zu machen und quasi Tanzboden, Newsroom und Denkerklause kurzzuschließen.

Information

Everything Everything
Get To Heaven
(Sony Music)


"Wir versuchen, die schwierigen Themen wie ein Trojanisches Pferd in die Songs zu schmuggeln, so dass man ebenso gut dazu tanzen kann, wie man bei konzentriertem Hören wohl auch nachdenklich werden kann", meint Sänger Jonathan Higgs dazu. Das hört sich in der Beschreibung komplizierter an, als es tatsächlich klingt. "Get To Heaven" überfordert den Hörer nicht mit einem kopflastigen Popentwurf, sondern ist dank schmissiger Melodien, toller Hooklines und hinreißender Refrains stets auch sehr unterhaltsam.

Der Trick, ernsthafte Texte rhythmisch-eingängig zu präsentieren - es geht um Natur- und Finanzkatastrophen, soziale Ungerechtigkeit, Intoleranz und Korruption - funktioniert über die gesamte Albumlänge. R&B, Funk, Soul, Hip-Hop, Disco und Electronica - nichts ist Everything Everything fremd, und noch weniger heilig. Anspieltipps: Das energiegeladene "Distant Past", der Titelsong mit entspanntem Sommerflair-Groove, "Blast Doors" als nervös-zappelige Rave-Hommage oder "Regret" im Retro-Style mit Gospelharmonien.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2015-07-03 12:50:09
Letzte ─nderung am 2015-08-25 12:07:20



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Sie sind dagegen
  2. Blues für wilde Frauen
  3. Eine Sommernachtsrobengala
  4. Dada-Poesie mit Kommentarfunktion
  5. Gefällig grooven

Werbung



CD Klassik

CD

Benjamin Appl: Heimat. Sony Classical, 1 CD, ca. 14 Euro. (os) Wer in die Vorarlberger Lied-Mekkas reist, konnte schon Bekanntschaft mit Benjamin Appl schließen. Sonst ist der junge... weiter




CD-Kritik

Wiener Philharmoniker: 175th Anniversary Edition

Wr. Philharmoniker: 175th Anniversary Edition. DG, 44 CD, 1 DVD, ca. 149 Euro. (os) Zum 170. Geburtstag gab es eine Box mit ausschließlich Symphonien aus dem Aufnahmefundus der Deutschen Grammophon... weiter





Pop-CDs

9 / A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W Z



Werbung