• vom 10.07.2015, 11:30 Uhr

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Update: 25.08.2015, 12:08 Uhr

Pop-CD

Baird, Meg: Don’t Weigh Down The Light




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Von Heimo Mürzl

  • Feinfühlig und luzide, das dritte Soloalbum der US-Singer/Songwriterin Meg Baird.



Die in New Jersey geborene Sängerin und Multi-Instrumentalistin Meg Baird präsentiert auf ihrem dritten Soloalbum nach ihrem Umzug nach San Francisco ein ganz unbekanntes Kalifornien - weit weg von Sonne, Spaß und Hedonismus forscht sie nach den Seelenzuständen hinter der himmelblauen Fassade. Bekannt wurde Baird als Mitglied der US-Band Espers, die mit ihrer sphärisch-entrückten Grundstimmung für viel Aufmerksamkeit in der sogenannten Freak-Folk-Szene sorgte.

Als Solokünstlerin verfolgt sie das Ziel, mit reduzierten musikalischen Mitteln größtmögliche Intensität zu erreichen. Die meisten ihrer Songs sind Balladen oder im Midtempo gehalten - und in den Texten wird mehr angedeutet als explizit ausgesprochen.


Was zählt, ist aber das, was Meg Baird mit ihren Liedern anstößt und auslöst. "Für mich ist Musik wie ein Speichermedium. Sie ruft Erinnerungen wach. Alles, was man einmal erlebt, gehört, gelesen oder gesehen hat, ist in ihr enthalten. Ich glaube, jemand, der Musik mit Bildern und Erfahrungen anfüllt, wird meine Songs verstehen und genießen können", erklärt Baird selbst ihre Idee von Musik.

Die großen Lebensthemen schleichen sich auf sanften Pfoten in die Songs der sympathisch-verschrobenen Singer-Songwriterin mit der bezaubernd kristallinen und zugleich eindringlich-suggestiven Stimme. Dazu wird mit Pedal-Steel- und E-Gitarren, Orgeln, dezenten Drumbeats und viel Hall ein Klangambiente geschaffen, das einerseits Düsternis und Melancholie beschwört. Andererseits taucht die erhabene Patina der Produktionen Joni Mitchells oder Alasdair Roberts auf.

Feinfühlig und luzide trifft Meg Baird die meist leisen Töne und lässt die Hörer an ihren Gedanken teilhaben. "Even The Walls Don’t Want You To Go" trifft den Hörer mitten ins Herz - wie auch das von betörender Stimme und gekonntem Fingerpicking geprägte "Counterfeiters" und jeder weitere der elf Songs dieses beeindruckenden Albums zwischen Licht und Dunkelheit, Sonne und Nebel, Intimität und Intensität.

Meg Baird

Don’t Weigh Down The Light

(Wichita/Pias Coop)




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2015-07-09 18:23:05
Letzte ńnderung am 2015-08-25 12:08:20



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