• vom 18.07.2015, 07:00 Uhr

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Update: 25.08.2015, 13:33 Uhr

Pop-CD

Tame Impala: Currents




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Von Heimo Mürzl

  • Modern und zeitlos - "Currents", das dritte Studioalbum von Tame Impala.



Gerüchte über die Wandlung der ebenso erfolgreichen wie unverschämt guten Indierockband Tame Impala und ihr ungeduldig erwartetes drittes Album hielten die Popmusikinteressierten zuletzt in Atem. Auf den ersten zwei Alben, "Innerspeaker" (2010) und "Lonerism" (2012), hatten sich die Australier als charmant-innovative Sachwalter traditioneller Psychedelic-Musik erwiesen, die vielfältig, verspielt und versponnen im Vintage-Soundkleid daherkam. "Currents" ist nun ein großer Schritt in Richtung Pop - großgeschrieben und mit drei Rufzeichen versehen!!!

Mastermind, Sänger und Songschreiber Kevin Parker hat das Album wieder fast im Alleingang eingespielt und mit ausgeklügelten Arrangements, gewitzten Soundtüfteleien und seiner großen Musikalität veredelt. Parkers Lebensmotto ist zugleich die Glaubensoffenbarung seiner in Perth beheimateten Band: "Ich mache nur das, was ich will. Aber das mache ich gern und richtig." In seiner kunstvollen Konstruk- tion kippt "Currents" dabei nie - Popmusik im Gleichgewicht, modern und zeitlos zugleich.

Information

Tame Impala
Currents
(Universal Music)


Parkers Gespür für Melodien schlägt hier eine Brücke zum Groove und zur Clubtauglichkeit, was den Popeinschlag des Albums noch einmal verstärkt. Die psychedelischen Klangteppiche der Vorgängerwerke ertönen nur noch dezent im Hintergrund, und der Wechsel von der Gitarren- zur Synthesizer-Dominanz ist ein cleverer musikalischer Schachzug, der Tame Impala nicht nur eine größere Stilvielfalt ermöglicht, sondern auch die Tür zu wertkonservativeren Songstrukturen öffnet.

Wenn auch alles auf diesem Album an irgendetwas erinnert, so überzeugt doch jeder Song für sich: "Let It Happen" beeindruckt als fast acht Minuten lang mäandernder Psychedelic-Discopop-Trip, während "Eventually" als Synthie-affine Liebeskummerballade mit großer Geste daherkommt, "The Moment" sphärische Soundflächen auf prägnante Basslinien treffen lässt und "Cause I’m A Man" als (textlich) hinterfotziger L’Amour-Hatscher mit verführerischem Gesang glänzt.




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2015-07-16 18:05:08
Letzte ─nderung am 2015-08-25 13:33:45



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