• vom 05.09.2015, 12:00 Uhr

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Pop-CD

The Maccabees: Marks To Prove It




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Von Gerald Schmickl




    Ganz so tot, wie manche glauben, ist der Brit-Pop noch nicht. So schoss das neue Album des nach den Anführern einer jüdischen Rebellenarmee benannten Londoner Quintetts in England im Sommer sogleich an die Spitze der Charts. Dabei wäre dieser vierte Longplayer der Maccabees fast gar nicht zustande gekommen. Interne Unstimmigkeiten, wie und in welche Richtung es musikalisch weitergehen solle, hätten beinahe zur Auflösung der seit 2004 bestehenden Band geführt.

    Nun liegt "Marks To Prove It" nach langer Entstehungszeit aber doch (noch) vor - und erweist sich als ein zwar stilistisch indifferentes, aber stellenweise großartiges Kompendium. Wenn Sänger Orlando Weeks’ sehnsuchtsvoll schmachtendes Organ und rockig-treibende Rhythmen aufeinandertreffen, entstehen noch immer zwingende Hymnen, wie sie so sonst nur die Killers in Bestform zuwege bringen. Hier ist etwa "Spit It Out" (Nr. 4) ein solch gewaltiges Anthem, ganz in der Tradition großer Maccabees-Songs à la "Latchmere", "Precious Time" oder "Love You Better".


    Alle Songs sind lose thematisch mit dem Londoner Stadtteil Elephant & Castle verknüpft. Und gegen Ende hin - auch danach verlangt Weeks’s Stimme gelegentlich - wird’s mit Engelschor und Flügelhorn so richtig melodramatisch. Schaurig, aber schön.

    The Maccabees

    Marks To Prove It

    (Caroline/Universal)




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    Dokument erstellt am 2015-09-03 18:08:04



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