• vom 21.05.2016, 10:00 Uhr

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Fliegende Holländer




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Von Gerald Schmickl

  • Harmoniegesänge zur Tages- und Nachtgleiche: "Equinox" von Black Oak.



Information

Black Oak

Equinox

(K&F Rec./Broken Silence/Hoanzl)

Live am 17. September im Haus der Musik in Wien.

Diese Projekt ist würdig & recht, genauer: würdig & Ut-recht. Zusammengetan haben sich dafür nämlich zwei Musiker, die in den Niederlanden - speziell in ihrer Heimatstadt Utrecht - weltberühmt sind: Geert van der Velde, Sänger und Gitarrist der Forma- tion The Black Atlantic, und Thijs Kuijken, dessen Singer/Songwritertum unter dem Aliasnamen I am Oak firmiert.

Als Black Oak haben sich die beiden nun zu einer Art musikalischem Joint Venture vereinigt - und ihre jeweiligen Talente in harmonischer Veredelungskunst miteinander verschmolzen. Herausgekommen ist dabei ein Ausmaß an Schönheit, für das man schon geschaffen, um nicht zu sagen: tapfer sein muss. Kein einziger Misston trübt dieses feierliche Unternehmen. Akustische oder gedämpft elektronisch verstärkte Gitarren klöppeln in Stricknadelmanier dahin - und weben eine zarte Spinnwebendecke, die sich über alle elf Nummern dieses Albums legt. Darüber besingen die beiden schwerelos dahinfliegenden Holländer mehrstimmig so genrespezifisch naheliegende Themen wie die Ehrfurcht vor der Natur oder die Kraft der Beharrlichkeit ("Because It’s There").

Naturgemäß erinnern solch solemne Choräle an die Fleet Foxes, die Säulenheiligen jeglichen mehrstimmigen Harmoniegesangs. Aber auch die norwegischen Kings Of Convenience oder die weiland für besonders delikaten vokalen Süßstoff bekannte US-Band America könnten einem als Referenzgrößen einfallen für diesen beschwörend lieblichen Sound und seine Balancekunst, die im Albumtitel, "Equinox", also der Tages- und Nachtgleiche, symbolisch treffend bezeichnet ist.

Paradoxerweise genau dort, wo einem Stille oder allenfalls Getröpfel oder Insektengezirpe als akustische Basisausstattung ausreichen sollten, an irgendeinem Gebirgsbach oder einer Waldlichtung, entfalten diese Klänge wohl ihren größten Zauber. An hoffentlich baldigen Sommertagen dringend zum Ausprobieren empfohlen.





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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-05-19 18:56:08
Letzte nderung am 2016-05-19 19:11:07



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