• vom 04.06.2016, 14:45 Uhr

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Noch einmal mit Gefühl




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Von Heimo Mürzl

  • Pop zwischen Anmut und Schwelgerei: "Light Upon The Lake" von Whitney.

Whitney, das sind Max Kakacek (früher bei Smith Westerns) und Julien Ehrlich (vormals bei Unknown Mortal Orchestra) sowie vier musikalische Mitstreiter an Gitarre, Bass, Keyboard und Trompete. Ihr Debütalbum "Light Upon The Lake" ist nicht nur eine musikalische Zeitreise in die 1970er Jahre, sondern zugleich der Beweis, dass es in der Popmusik weniger um Kategorien wie "neu" oder "alt", "progressiv" oder "rückschrittlich" geht als vielmehr um die Unterscheidung zwischen "gut" und "schlecht".

Die jetzt in Los Angeles lebende Band führt voll Emphase und mit viel Verve und noch mehr Empathie die Tradition des klassischen Songwritings fort. Mit ihrer Symbiose aus Folk, Country-Rock, Sunshine Pop und Blue-Eyed-Soul klingt sie auf wunderbare Weise wie aus der Zeit gefallen und beweist, dass sie zu Hinreißendem fähig ist: Mit Falsett-Stimme, raffinierten Arrangements, Anmut, unaufdringlichem Charisma und sehr viel Popappeal. Inhaltlich wiederum ist "Light Upon The Lake" eine erstaunlich optimistische und lebensbejahende Trennungsplatte geworden.

Information

Whitney
Light Upon The Lake
(Secretly Canadian/Trost)

Man kann dieses Album schlicht als zeitlose, von schimmernder Eleganz und stilvoller Melancholie zusammengehaltene Songkollektion hören, die durch ihren gelassenen Grundton mehr von Hoffnung, Glück und Zuversicht erzählt, als man es vermuten könnte: Kein Ton, der nicht das Herz der Hörerschaft trifft. Gemeinsam mit den stimmigen Arrangements der mit einer zeitlosen Klangpatina überzogenen Melodien wird diese Produktion zu einer (musikalischen) Konstante in einer Zeit, die mehr Halt gebende Konstanten durchaus vertragen könnte. Whitney wissen sehr viel über Popmusik - und so auch, dass deren wichtigstes Ausdrucksmittel das sogenannte "Feeling" ist.

Ein "Feeling", das auch den betörenden Song "No Woman" auszeichnet. Wie hier beseelter Gesang, E- und Akustikgitarren, Streicher, Keyboards und eine schwelgerisch intervenierende Trompete zusammenwachsen, ist schlicht großartig. Weitere Anspieltipps: "Follow", "Golden Days" und "No Matter Where We Go".





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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-06-03 14:50:04
Letzte nderung am 2016-06-03 14:51:15



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