• vom 12.11.2016, 12:00 Uhr

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Pop-CD

Schwelgerische Indie-Melancholie




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Von Heimo Mürzl

  • Palace aus London kommen mit ihrem Debütalbum nach Wien.



Die britischen Kritiker schwärmten schon nach ihren in den vergangenen zwei Jahren erschienenen EPs - "Lost In The Night" (2014) und "Chase The Light" (2015) - in den höchsten Tönen vom beseelten Sehnsuchtspop der vier Londoner: Mit ihrem Debütalbum "So Long Forever" werden Palace den Vorschusslorbeeren nun gerecht und könnten auch hierzulande über den Status eines Geheimtipps bald hinausgelangen. Elf Songs lang zelebriert die Band ihren schwelgerischen Entwurf von Popmusik.

Information

Palace

So Long Forever

(Fiction/Caroline/Universal)

In Wien live zu am 14. November im B72.

Den zwischen Wohlklang und Wehmut changierenden Songs wohnt eine simple Schönheit inne, die nur ganz selten ins Süßlich-Klebrige rutscht. Melancholie und Sehnsucht halten als emotionale Taktgeber die Einzelteile zusammen, die fein gearbeiteten Klangstrukturen werden mit dunkel-romantischen Texturen grundiert und die aus emotionalen Tiefen geschürften Song-Preziosen verknüpfen Anmut und Pop-Appeal. Die dezente Manieriertheit von Sänger Leo Wyndham - dessen greinender, schmachtender, sehnsuchtsvoll-gedehnter Gesang ein wenig an Finn Andrews von den Veils erinnert - und die unverstellt menschenfreundliche und romantische Grundhaltung verleihen der Musik von Palace ihren genuinen Charme.

Das Quartett schüttelt einen grandiosen Popsong nach dem anderen aus dem Ärmel - "It’s Over", "Bitter", "Holy Smoke", "Have Faith" und "Break The Silence" seien hier explizit genannt - und erklimmt mit souligen Harmonien, ausladenden Spannungsbögen, eleganten Arrangements und eingängigen Melodien den Pop-Olymp. Auch wenn sich die Songs auf zurückhaltende und ruhige Art ins Ohr des Hörers schmeicheln, bleiben sie nachhaltig hängen. Keine Dissonanzen stören den harmonischen Schönklang, flirrende und klingelnde Gitarrenklänge mit viel Hall werden von einer unaufdringlichen Rhythmus-Abteilung unterstützt und bilden das wohltemperierte Soundfundament.

Damit ist "So Long Forever" zwar noch kein Album des Jahres - aber doch mehr als ein wohlklingendes Versprechen für die Zukunft.





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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-11-10 17:44:09
Letzte ─nderung am 2016-11-11 14:44:12



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