• vom 07.10.2017, 09:30 Uhr

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Pop-CD

Chaos mit Kalkül




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Von Heimo Mürzl

  • Wolf Alice oszillieren auf Album Nr. 2 zwischen Krawall und sanfter Melancholie.



"My Love Is Cool", das Debütalbum von Wolf Alice aus Nord-London, knüpfte 2015 gekonnt an die glorreichen Zeiten des Indierock an. Der kraftvoll-frische Sound bediente sich ungeniert bei allem, was das Pop- und Rockuniversum zu bieten hat, und bildete das musikalische Fundament für den Gesang der charismatischen Frontfrau Ellie Rowsell.

Information

Wolf Alice

Visions Of A Life

(Caroline/Universal)

Live am 14. Jänner 2018 in der Wiener Arena.

Etwas mehr als zwei Jahre später lassen die Kritikerlieblinge mit "Visions Of A Life" nun ihr zweites Album folgen und versuchen ihren erfolgreichen Sound um weitere Facetten zu erweitern. Energie, Dramatik und Melodik ergänzen sich auch auf diesem von Justin Meldal-Johnsen produzierten Werk sehr stimmig - und Vocals und Rhythmus bleiben die prägenden Elemente der Band. Um den Vorwurf der Verwechselbarkeit und Berechenbarkeit gar nicht erst aufkommen zu lassen und möglichen Verschleißerscheinungen vorzubeugen, setzen Wolf Alice nunmehr aber auf Vielfalt.

Die entsprechend abwechslungsreiche Sammlung von zwölf Songs hält gekonnt die Balance zwischen kalkuliertem Chaos und ambitioniertem Crossover. Trotzdem schleicht sich über die gesamte Albumlänge das Gefühl ein, dass das Songwriting unter der strengen Einhaltung der selbst verordneten Parameter gelitten hat - und ein wenig inkohärent wirkt. Ein ambitioniertes Projekt ist "Visions Of A Life" aber allemal und der zwischen Krawall und sanfter Melancholie oszillierende Sound sorgt für ein kurzweiliges Hörvergnügen.

Die klassische vierköpfige Formation streckt dem Hörer mit dem rotzig-schroffen, von heftigen Noise-Attacken gebeutelten "Yuk Foo" quasi den gestreckten Mittelfinger entgegen, beeindruckt mit "Beautifully Unconventional", einem komprimiert-knackigen Indierock-Destillat fürs Alternativradio, und überrascht mit einem melancholischen Dreampop-Pastiche ("Heavenward") - um dann mit Synthiepop-Anmutungen wie "Don’t Delete The Kisses" oder dem vom Krautrock inspirierten achtminütigen Titelsong am Ende sogar für ein wenig Irritation zu sorgen.





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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-10-06 16:27:13
Letzte nderung am 2017-10-06 16:56:40



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