CDs

Gedrosseltes Tempo, gedimmtes Licht: The National mit Sänger Matt Berninger (Mitte). - Foto: Deirdre O’Callaghan

Neues von The National

Lichtscheue Schönheit

  • "Trouble Will Find Me": Matt Berninger und The National erweisen sich mit ihrem neuen Album einmal mehr als Chronisten einer schattseitigen Gefühlswelt.

Matt Berninger ist ein Mann, der seinen Bühnendienst gerne regungslos-stoisch versieht - zumindest so lange, bis die Musik auf- und ausbricht und der Sänger und Texter der 1999 gegründeten US-Band The National einen Rappel bekommt. Manche sagen emphatisches Handeln, andere Auszucker dazu. Wenn dann auch noch der Mikrofonständer mit einem Schepperer... weiter




Faszinierende Tristesse

Wright, Shannon: In Film Sound

Wenn der Titel des neuen Albums von Shannon Wright auf eine verwobene, dichte Atmosphäre abzielen soll, die den Hörer in den Bann der Musik zieht, so ist er sicherlich treffend gewählt. Bereits von den ersten Takten an entwickelt "In Film Sound" einen Sog, der in seiner wütenden Nacktheit mitreißt und dabei manchmal an die Soundtracks einschlägiger... weiter




Gansch & Breinschmid: The End

Was tun, wenn der Weltuntergang naht?Für Georg Breinschmid und Thomas Gansch, stets im doppelten Sinn dem Spielwitz zugetan, kann die Antwort nur lauten: Spaßen, als gäb’s kein Morgen. In zweiKonzerten vor der berüchtigten Maya-Deadline stellten der Kontrabassist und der Trompeter ihr Können einzig in den Dienst einer Sache: Dem Tod mit Gstanzeln... weiter




Michael Lagger Trio: Manuskript

Literatur im Austausch mit Musik? Klassikveranstalter verdienen mit solchen Mischprogrammen längst dicke Brötchen. Dass sich die Kombination im Jazz künstlerisch rechnen kann, beweist eine Zusammenarbeit von Clemens J. Setz mit dem Michael Lagger Trio. Die atmosphärischen Musikstücke mit dem doch dezidierten Vorwärtsdrang finden in den Kurzlesungen... weiter




Mozdzer, Leszek u.a.: Jazz at Berlin Philharmonic I

Der Titel kann täuschen: Nein, "Jazz at Berlin Philharmonic" beschert keine Improvisationen mit dickem Streicherguss. Iiro Rantala, Michael Wollny und Leszek Mozd-zer, Elite-Pianisten aus dem Hause Act Music, beweisen allein, wieso ihre Kunst auch in der Berliner Philharmonie am rechten Platz ist. Nicht nur wäre da die Virtuosität dieser Herren zu... weiter




Veils, The: Time Stays, We Go

Vier Jahre lang musste man auf das vierte Album der neuseeländisch-britischen Band The Veils warten - und es hat sich gelohnt. Unter der Ägide von Mastermind und Sänger Finn Andrews wird wieder der richtige Mix aus sanfter Schwermut und lebensbejahender Dynamik gefunden. Das erstmals auf dem eigenen Label Pitch Beast Records veröffentlichte Album ... weiter




Brosd Koal: Brosd Koal 1

An den Namen Brosd Koal erinnert man sich noch über die FM4-Sendung "Im Sumpf". Nachdem mit Karl Schwamberger der Motor hinter dem Dialekt-Pop-Projekt zunächst seiner Laokoon-gruppe Vorrang gewährte, ist mit "Brosd Koal 1" nun das überfällige Debüt der um die Jahrtausendwende vorstellig gewordenen Unternehmung erschienen... weiter




Ein Kopfstück Musik

Brandt Brauer Frick: Miami

Das ursprünglich aus Wiesbaden stammende, mittlerweile in Berlin lebende Dreigespann aus Daniel Brandt, Jan Brauer und Paul Frick brachte mit seinem Debütalbum "You Make Me Real" 2010 frischen Wind in die Clubszene Deutschlands. Mit "Miami", dem mittlerweile dritten Album des Trios, wird noch gewagter gegen gewohnte Pfade angetanzt... weiter




Iggy (M.) & The Stooges (hier James Williamson, l., und Scott Asheton) veröffentlichen ein neues Album - und gastieren am 9. August live in der Wiener Arena. - Foto: Sophie Howarth

Neues von Iggy Pop & The Stooges

Brüste, Krach und Altersmilde

  • Schlechter Geschmack, keine Manieren - aber auch manch sanfte Töne.

Sicher, das mit den Stooges ist ein bisschen eine Augenauswischerei. Auch wenn die "Protopunks" von 1969 vordergründig schon immer über Iggy Pop wahrgenommen wurden, den narrischen Sänger mit dem Dresscode "Oben ohne" vorne am Bühnenrand (oder unten im Graben liegend . . .), ist die Band seit dem Tod ihres Gitarristen Ron Asheton im Jahr 2009 doch... weiter




Phosphorescent: Muchacho

Seit zehn Jahren macht der in New York lebende Singer/Songwriter Matthew Houck unter dem Namen Phosphorescent wunderbare Americana-Musik. Sechs Alben sind in dieser Zeit entstanden, und "Muchacho" gehört zu den besten Leistungen des 33-jährigen Multiinstrumentalisten. Getragen und von gehöriger Traurigkeit waren seine Songs schon immer... weiter




Flaming Lips, The: The Terror

Der Anfang lässt an eine schadhafte CD denken. Irgendwann aber hat man sich an die Störgeräusche so gewöhnt, dass man all die blubbernden Schallwellen, Echos und renitent-monotonen Gitarren kaum mehr wahrnimmt. Diesen Merkmalen ist man zwar auch schon auf den Vorgänger-Alben begegnet. Was aber überrascht (und die alte Flaming-Lips-Klientel erfreuen... weiter




José González (vorne) mit seinen Junip-Mitstreitern Tobias Winterkorn (oben links) und Elias Araya. - Foto: city slang/Klara Andreasson

Aufbruch und Melancholie

  • Tendenziell im Schatten der Solo-Erfolge von José González stehend, erweist sich das schwedische Trio Junip auf seinem zweiten Album einmal mehr als für sich stehende und klingende Einheit.

Es klingt nicht wirklich nach viel, wenn man im 15. Jahr des Bestehens die zweite LP an den Start gebracht und flankierend dazu auch nur drei EPs aufgenommen hat. Im Falle des schwedischen Trios Junip erklärt sich solche vermeintliche Unproduktivität mit dem Erfolg ihres Frontmanns José González als Solist: Sein Debüt-Album "Veneer" (2003) eroberte... weiter




Thompson, Richard: Electric

Der Titel, "Electric", ist Programm, daher bekommen wir auf dieser in nur vier Tagen nahezu live eingespielten Platte einige der rockigsten Stücke zu hören, die Richard Thompson jemals aufgenommen hat. Aber auch wenn es noch so rumpelt und kracht (neben den ebenfalls vorhandenen semi-akustischen Stücken)... weiter




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