Der Franzose Naïm Amor heißt angeblich tatsächlich so, und es war zu allem Überfluss auch noch die Liebe, die ihn von Paris nach Tucson, Arizona verschlug. Die inzwischen fast schon gespenstisch produktive Musikszene dort (Joey Burns hat die Platte mitproduziert und spielt selbst mit, ebenso wie sein Calexico-Kompagnon John Convertino) tat dann ein Übriges, um die grandiose und zugleich sehr unangestrengte Mischung aus klassischem Chanson, Jazz, Folk und Country zu erzeugen, die auf Amors erster eigenen CD zu hören ist.
Ganz leicht, fein instrumentiert und fast impressionistisch kommen die zwölf Songs daher, und sie berichten von eher leidvollen Liebeserfahrungen, preisen die titelgebende Blutorange und huldigen der Sommerhitze im Süden Amerikas. Nicht zuletzt deshalb ist "Sanguine" eine wundervolle Platte für heiße Spätsommertage.
Naïm Amor: Sanguine. (Le Pop/Groove Attack)