http://www.wienerzeitung.at/bilder/pop/asiandub.jpg "Wir spiegeln einfach die Realität wider", antworten Asian Dub Foundation, wenn sie auf ihre engagierten Texte angesprochen werden. "Politisch zu sein ist einfach ein Teil unseres Lebens", erklärte Pandit G vor kurzem in einem Interview. Als Kinder asiatischer Emigranten in Großbritannien fungierte ihr erstes Album "Facts und Fiction" (1995) noch als Sprachrohr für die ethische Minderheit, der sie selbst entstammen. Mittlerweile behandeln ihre Stücke nicht mehr ausschließlich Probleme, denen sie begegnen. Auf ihrem neuen Album "Enemy Of The Enemy" macht sich das Musikerkollektiv daran, Rassismus, Ungerechtigkeiten der Globalisierung, europäische Asylpolitik und andere soziale Missstände anzuprangern.
Die Eindrücke, die bei internationalen Auftritten gesammelt werden, verarbeitet die Band in ihren Songs. "Wir spielten beispielsweise in Bulgarien, Slowenien, Brasilien und auf Kuba", erzählt MC Spex. "Selbst wenn es nicht bewusst geschehen ist, sind die neuen Eindrücke doch auf der Platte zu hören. '19 Rebellions' zum Beispiel handelt von einem blutig niedergeschlagenen Ausbruchsversuch brasilianischer Gefangener. Die portugiesischen Vocals stammen von einem brasilianischen Rapper."
MC Spex und MC Aktarvata sind die jüngsten Mitglieder der Band. "Wir lernten Dr. Das und Chandrasonic im Jugendclub kennen, wo wir an ihren Music-Technology-Workshops teilnahmen", erklären die beiden. Rapper Deeder Zaman hatte zu diesem Zeitpunkt Asian Dub Foundation gerade verlassen. Deshalb war die Band auf der Suche nach vielversprechenden Nachwuchstalenten und fand sie im von ihnen ins Leben gerufenen Projekt Asian Dub Foundation Education (ADFE), einem Lernprogramm, das jungen Menschen die Technologie der Musik beibringt. "Nachdem wir einige ADFE-Workshops absolviert hatten, fragte uns die Band, ob wir sie nicht auf ihrer Tour begleiten wollten." Ihr erster Auftritt mit der Band glich einem Sprung ins kalte Wasser. "Unser erstes Konzert mit ADF spielten wir in Brasilien auf einem riesigen Rockfestival", erinnern sich Spex und Aktarvata. "Die Publikumsanzahl, die wir bisher gewohnt waren, beschränkte sich auf rund 500 Leute. Und plötzlich stehst du auf einer Bühne und siehst vor dir nur einen See von Leuten. Am Anfang bekamen wir weiche Knie, aber das Gefühl danach war großartig." Die beiden jungen MCs haben ihre Bewährungsprobe bestanden und gehören seither zur neuen Live-Besetzung. Damit ist die Band seit ihrer Entstehung auf sieben Mitglieder angewachsen.