
(dawa) Fröhlich ist anders. In den hier aufgenommenen Werken ließen Erwin Schulhoff und Richard Strauss persönliche Gedanken zu ihrer bewegten Zeit einfließen. Schulhoff, Jahrgang 1894, erfasst in seinem Sextett von 1924 die expressionistischen Gefühle nach dem Ersten Weltkrieg. Er ergießt sich keinesfalls im hoffnungslosen Zerlegen einer Hörstruktur, sondern macht die Hörer auf die reichen akustischen Möglichkeiten nach der Romantik aufmerksam. Die intensiveInterpretation durch das Hyperion-Ensemble macht deutlich, warum der Komponist - 1942 von den Nationalsozialisten ermordet - seinerzeit als die Hoffnung der Musikwelt galt.
Umgekehrt gelang dem umstrittenen Präsidenten der Reichsmusikkammer, Richard Strauss, mit seinen "Metamorphosen" 1945 nicht nur ein Abgesang der Harmonik. Trotz aller Sentimentalität bringt er eine facettenreiche Polyphonie auf - noch dazu in der hier gehörten "Urfassung" für Streichseptett, verwirklicht von Rudolf Leopold. Der interessierte Hörer erlebt die vorherrschende Dramatik mit einem weinenden Auge, das lachende Auge wiederum erlebt die Klangvielfalt des 20. Jahrhunderts.