
(dawa) Eindeutig etwas für Spezialisten. Genau wie für Neugierige. Bridget Cunningham, englische Cembalistin und Dirigentin der jüngeren Generation widmet sich am Nachbau eines Cembalos der flämischen Werkstätte Ruckers Klavierwerken aus Georg Friedrich Händels Zeit in Dublin. Ach ja, die acht Monate des Jahres 1741. Was allzu trocken klingt, wird dank Cunninghams beherztem, griffigem Spiel sehr lebendig. So findet man neben Händelschen Klaviaturklassikern wie der g-Moll-Suite HWV 432 (die Passacaille "rockt" richtig) zauberhafte Cembalo-Arrangements eines gewissen William Babell mit den Lebensdaten 1689 bis 1723.
Rinaldos Arie "Vo far guerra" feierte schon mit den originalen Dekorationen der Tastensoli in Dublin große Erfolge, "Lascia chio pianga" gelingt in dieser Bearbeitung perfide ornamental. Werke der irischen Händel-Zeitgenossen Thomas Roseingrave und Charles Thomas Carter runden das Bild von der musikalischen, grünen Insel ab.
Einziges Problem an dieser Aufnahme: sie in heimischen Plattenläden zu finden, grenzt an ein Wunder. Aber für Jäger und Sammler ist nichts unmöglich.