(dawa) Es war einmal ein französischer Komponist, der im Opernkrieg des 19. Jahrhunderts einen neuen Typus Musiktheater schenkte. Die Rede ist von Jules Massenet, hierzulande am ehesten für Meisterwerke wie "Manon" und "Werther" bekannt.

Das Märchen bezieht sich aufs Jahr 2006: Laurent Pelly schuf eine verzaubernde Opernproduktion, die von Santa Fe über das Gran Teatre de Liceu und Brüssels Monnaie bis nach Covent Garden reiste. "Cendrillon",
Massenets Vertonung des französischen Aschenbrödel-Stoffes, verzaubert auch an der königlichen Oper. Da stapfen die böse Stiefmütter (amüsant: Ewa Podles), groteske Höflinge, ein gelangweilter Prinz (charmant: Alice Coote), gute Feen (Eglise Gutiérrez) und Pferdchen durch schlichte Märchenbuchkulissen. Bertrand de Billys Dirigat beschwingt das Royal Orchestra, macht neugierig und rückt sie in den Mittelpunkt:
Mezzosopranistin Joyce DiDonato verkörpert Aschenbrödel perfekt; als verletzliche Dienstmagd in griesgrauem Putzgewand genauso wie als strahlende Prinzessin in weißem Tüll.