(dawa) Jüdische und ungarische Komponisten auf dem Weg der

eigenen Identitätsfindung.
Da geigt Jenö Hubay massiv auf, genau wie Joseph Achron. Dazwischen finden sich natürlich Salon-Piècen von Johannes Brahms und Franz Liszt (schwungvolle Rhapsodie Nr. 2), genau wie von Ernest Bloch.
Das magyarische Faszinosum mit seinen Exotismen fand gesellschaftspolitisch bedingt früher Eingang in das Musikleben. Die Suche nach den hebräischen Wurzeln vieler Künstler begann später. Bloch, der anerkannte Geigenvirtuose, beschäftigte sich als einer der ersten offen mit seiner Herkunft. Das Duo Edan, bestehend aus der Geigerin Édua Zádory und ihrer Pianistenkollegin Anastasiia Dombrovska, widmet sich mit Blochs "Baal Shem" einem Beispiel etablierter jüdischer Kultur in der öffentlichen Wahrnehmung. Inspirierend ist das dreisätzige "Israeli Concertino" des hierzulande kaum bekannten Geigers George Perlman. Der Sohn eines ukrainischen Rabbiners kam in der Jugend mit seiner Familie in die USA und wurde dort an der Ostküste zum jahrzehntelang angesehenen Pädagogen. Eine lohnende Entdeckung dank des Duos Edan.