Bryn Terfel ist der Holländer der Staatsoper. - © Foto: Barda/Royal Opera House/Associated Press

Der fliegende Holländer

Wagners wilde Seemannsballade

  • "Der fliegende Holländer" ist zugleich eine spannende Gespensteroper und Richard Wagners verwegenstes stilistisches Experiment.

Der "Fliegende Holländer" fällt aus dem Kanon der Wagner-Opern heraus: Das Werk ist kurz, aufs Wesentliche verdichtet, eine Seemannsballade, in der man das Salzwasser auf der Haut und den Wind im Gesicht zu spüren meint. Keine große Botschaft, sondern einfach eine spannende Gespenstergeschichte. Vielleicht auch... weiter





Schubert Lieder: Nachtviolen Sony Classical, 1 CD, ca. 15 Euro

Klassik-CD

Gerhaher, Christian / Huber, Gerold: Schubert Lieder

(dawa) So sollen Schubert-Lieder sein: einfach schaurig. Schön. Aufrührerisch, wild, Furcht erregend, jenseitig - das alles und noch viel mehr Versöhnliches sowie endgültig Friedvolles steht dem unnachahmlichen Bariton von Christian Gerhaher bestens. Ein echter Schubert-Sänger, der die ganze Gefühlstiefe des Meisters der intimen Form in sich... weiter




Konzertkritik

Salzburger Kehraus2

  • Concertgebouw-Orchester und Berliner Philharmoniker zum Festspiel-Finale.

Salzburg. Wo, wenn nicht in Salzburg kann man innerhalb von drei Tagen drei europäische Top-Orchester erleben? Nach den Wiener Philharmoniker unter Daniele Gatti folgten zum Abschluss Sonntagvormittag das Koninklijk Concertgebouworkest unter Mariss Jansons, am Abend als großes Finale die Berliner Philharmoniker mit Simon Rattle... weiter




LangLang hatte immer mindestens eine Hand frei, um imaginäre Melodielinien in dieLuft zu zeichnen - © APA, Franz Neumayr

Konzertkritik

Mozart, echt wahr?1

  • Mozarts c-Moll-Klavierkonzert KV 941 mit Lang Lang als Solisten, Daniele Gatti am Pult der Wiener Philharmoniker.
  • Besetzung und Werkwahl sind so absurd, dass die Sache fast schon wieder Charme hat.
  • Was dabei herausgekommen ist am Donnerstag im Großen Festspielhaus?

Daniele Gatti ist Profi genug, dass er aufs Dirigieren weitgehend verzichtet, wenn klar ist, dass vom Solisten irgendetwas kommt – nur absolut nichts, was stilistisch an Mozart denken lassen könnte. Also Auftakt geben, und durch! Die Philharmoniker packen’s schon irgendwie und die Bläser sind Manns genug... weiter




Konzertkritik

Ein echtes großes Klavierkonzert für die Festspiele1

Zum Doyen reicht’s altersmäßig noch nicht, aber Wolfgang Rihm ist in jedem Fall eine Instanz im Komponieren unserer Tage. Man weiß, wo man ihn verlässlich antrifft: Er ist ja nicht nur Urlaubsgast im Austragshäusl der Postmoderne, sondern hat es zum festen Wohnsitz gewählt. Ein Festival (die Salzburger Festspiele) und zwei Orchester (das Gustav... weiter




Giuseppina Bridelli versucht als Orontea, der Liebe zu entsagen. - © Rocco Casaluci

Antonio Cesti

Der Franziskaner als Hofkomponist2

  • Der italienische Komponist Antonio Cesti versorgte die Höfe von Innsbruck und Wien mit Opern. "L‘Orontea" kann auch heute noch begeistern.

Er hieß nicht "Marc‘ Antonio" mit Vornamen, wie es die meisten Lexika behaupten, und genau genommen nicht einmal "Antonio". Am 5. August 1623 wurde Cesti jedenfalls in Arezzo auf den Namen Pietro getauft. Doch eine musikalische Ausbildung (und musikalisch war der Bub, das war offenkundig) und ein sicheres Auskommen als Komponist hatte man in jenen... weiter




Konzertkritik

Ein Vormittag zum Strauss-Schwelgen

  • Die Wiener Philharmoniker unter Gustavo Dudamel in Salzburg.

Alle vier Sätze von René Staars üppigem Orchesterstück "Time Recycling" haben irgendwie mit der Zeit zu tun: Der erste sogar mit der Ur-Zeit, nein noch früher: mit der Entstehung des Weltalls. Solches machte sich gestisch kräftig zwischen Tondichtungen von Richard Strauss in den beiden Wochenend-Matineen der Wiener Philharmoniker unter Gustavo... weiter




Konzertkritik

Der Mezzo-Engel ist leider Mätresse des Königs1

(kriech) Es gehört zum guten Ton, am "Troubadour" wegen des wenig stringenten Librettos herumzumäkeln. Was tut man dann mit Gaetano Donizettis "La Favorite"? Sie zählt zum absolut Dümmlichsten, was im 19. Jahrhundert auf die Opernbühne gekommen ist. Doch wer denkt an so etwas, wenn Elina Garanča und Juan Diego Flórez für die beiden Hauptrollen... weiter




Konzertkritik

Ein Drittel Liebesrausch4

  • Daniel Barenboim mit einem gestutzten "Tristan" in Salzburg.

Einen so warmen Empfang sieht man selten: Als das West-Eastern Divan Orchestra am Donnerstag vor seinen Pulten Stellung bezog, brandete ein nicht enden wollender Beifall auf. Er galt - vorerst - aber wohl nicht so sehr der Kunst: Das Orchester, das Daniel Barenboim 1999 gegründet hat, ist gleichermaßen mit israelischen und arabischen Musikern... weiter




Grafenegg

Ein Jubilar und neue Töne2

  • Das Grafenegg Festival startet mit Richard Strauss in die aktuelle Saison.

Das mit dem Liebhaben ist so eine Sache. Man kann es sich bekanntlich nicht aussuchen, man hat es nicht unter Kontrolle. Und nahe am Seelenleid liegt die Lieb’ sowieso. Vielleicht hat niemand in der Musikgeschichte dieses verzwickte Thema inniger, heftiger und treffender zum Ausdruck gebracht als Richard Strauss, dessen 150. Geburtstag sich jährt... weiter




Dorothea Röschmann singt bei den Salzburger Festspielen die Florinda. - © Foto: Jim Rakete

Franz Schubert

Nur eine Problemoper?2

  • Schubert gilt als schlechter Opernkomponist. Sein "Fierrabras" wurde dennoch mehrfach ausprobiert, jetzt auch bei den Salzburger Festspielen.

Wenn von einem der in seiner Stellung unangefochtensten Klassiker in einem Genre, von Ausnahmen abgesehen, praktisch unaufgeführt ist, stellt man sich unweigerlich die Frage: Sollte er darin am Ende versagt haben? Ist das das Brachland zwischen den grünenden Feldern? Der verdorrte Baum im Paradies? Die Lieder Ludwig van Beethovens... weiter




Konzertkritik

Grigory Sokolov lässt die Zeit stillstehen

Auch das Salzburger Festspiel-Publikum weiß, dass man reichlich Nach-Zeit (und Nachtzeit) einplanen muss, bei einem Solistenkonzert von Grigory Sokolov. Sechs Zugaben waren es diesmal - und es war beileibe keine Schmankerl-Sammlung, die der Pianist offerierte: Zum Chopin-Programm kam also ein sattes Schubert-Pensum - in der Dimension des... weiter




Beredter Fürsprecher der Barockmusik: Alessandro De Marchi am Dirigentenpult. - © Sandra Hastenteufel

Festival

Im Bann des Talents1

  • Die Festwochen der Alten Musik starten in Innsbruck.

Innsbruck. (irr) Alessandro De Marchi lässt nicht nur Barockmusik frisch klingen. Er ist auch ein beredter Advokat alter Anekdoten. "Was, Sie kennen die Geschichte nicht?" Also erzählt der Italiener von einem legendären Duell. Der eine Kämpfer: ein Jungtalent namens Georg Friedrich Händel. Der andere: sein Mentor, Johann Mattheson... weiter




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