Das Geigen ist ihr Brotberuf, das Komponieren ihr Traum: Patricia Kopatchinskaja, Fürsprecherin der zeitgenössischen Musik. - © Eric Melzer

Interview

"Nur wer irrt, erfährt Neues"2

  • Die Geigerin Patricia Kopatchinskaja, jüngst für ein Konzert in Wien, über versteinertes Repertoire und den Mut zum Wagnis.

Wien. Die Fassade ist ein wenig abgewetzt, die Gegend still, die Luft herbsüß. Weit draußen in Hernals, einen Steinwurf entfernt von der Mannerfabrik, hat die Stargeigerin Patricia Kopatchinskaja für einen Nachmittag ihre Zelte aufgeschlagen. Weiß Gott keine glamouröse Gegend, aber hier werkt der Geigenbaumeister ihres Vertrauens, Marcel Richters... weiter





Calixto Bieito kombiniert Puccini und Bartók in Barrie Koskys Komischer Oper in Berlin: Szenenbild als "Gianni Schicchi", v.l.n.r.: Annelie Sophie Müller, Christoph Späth, Nikola Ivanov, Stefan Sevenich, Mirka Wagner, Tansel Akzeybek, Christiane Oertel. - © Monika Rittershaus

Opernkritik

Familienbande1

  • In Berlin kombiniert Calixto Bieito Puccinis "Gianni Schicchi" und Bartóks "Herzog Blaubarts Burg".

Auf die Idee muss man erst einmal kommen: einen Doppelabend aus Giacomo Puccinis Erbschleicher-Schmankerl "Gianni Schicchi" und Béla Bartóks Psychothriller "Herzog Blaubarts Burg" zu machen. Allein sind die beiden Stücke aus dem europäischen Post-Katastrophenjahr 1918 nicht abendfüllend. Zur Dramaturgie des Intendanten Barrie Kosky an der... weiter




Das Ensemble oenm spielt in Simon Steen-Andersens "Black Box". - © oenm

Salzburg Biennale

Mit den Stimmen der Komponisten

  • Unter dem Motto "Voices" widmet sich die vierte Salzburg Biennale 2015 von 6. bis 22. März nicht nur Klassikern der Postmoderne.

Musik und Sprache, Singen und Sprechen gehen in der Neuen Musik vielfältige Beziehungen ein. Die Stimme singt, flüstert, schreit, wird elektronisch verfremdet und maskiert, bringt Resonanzobjekte zum Schwingen, vervielfältigt sich oder verbindet sich mit Instrumenten. Wie unterschiedlich zeitgenössische Komponisten mit diesen Möglichkeiten umgehen... weiter




Konzertkritik

Zweierlei Zweifel

  • Die Geigerin Patricia Kopatchinskaja im Konzerthaus.

Die Violinstimme erfüllt den Saal wie ein behutsam gesponnener Faden, der sich ab und an zu insistierender Eindringlichkeit steigert. Das Orchester schweigt, um schließlich den Ton von der Geigerin zu übernehmen und in düstere Cluster aufzufächern. Sofia Gubaidulinas "Offertorium" aus den 1980er Jahren beeindruckt auch heute noch... weiter




Konzert-Kritik

Stimmig Reinfühlen2

  • Musikprogramm zum Staunen mit den Symphonikern.

Was für ein stimmiges Triumvirat. Felix Mendelssohn Bartholdy war mit der bisweilen als spröde bezeichneten Fünften Symphonie, landläufig als "Reformationssymphonie" bekannt - vertreten. Die das Gralsmotiv aus Richard Wagners "Parsifal" nicht zufällig beinhaltet: der neudeutsche Schrecken verwendete die markante Fünf-Ton-Folge (aktuell gekonnt... weiter




Legendär: Zednik als Mime, hier an der Staatsoper. - © Zeininger

Klassik-Ausstellungen

Vom ewigen Operntenor und einer erleuchteten Flöte

  • Musik zum Ansehen: Das Theatermuseum huldigt dem Sänger Heinz Zednik, das Mozarthaus dem größten Opernhit seines Namenspatrons.

Wien. Mittwoch, später Vormittag: Natürlich hat Mozart die Nase vorn. Während im Theatermuseum am Lobkowitzplatz gerade einmal die Saalwärter ihre Kreise ziehen, sind im Mozarthaus schon die Touristen zugange. Und eine Führerin mit einer Volkschulklasse. Die bringt die Knirpse zum Staunen, indem sie von Mozarts Körpergröße erzählt ("Boo! So groß... weiter




Geschlechterrollen geraten in Bewegung: "Das Publikum" in Madrid. - © Javier del Real/Teatro Real

Opernuraufführung

Komplexe Selbstbefreiung7

  • Weltpremiere von Federico García Lorcas rätselhaftem Stück "Das Publikum" als Oper mit dem Klangforum Wien in Madrid.

"Das Publikum" gehört zu den rätselhaftesten und schwierigsten Theaterstücken von Federico García Lorca. Der weltberühmte spanische Dichter, der 1936 während der Bürgerkriegswirren wegen seiner Homosexualität von Anhängern der späteren Franco-Diktatur ermordet wurde, sagte selber, sein 1930 gedichtetes Werk sei "nicht zum Aufführen... weiter




Tragisches Liebespaar: Massimo Giordano und Martina Serafin.

Wiener Staatsoper

Neues von seiner Hoheit, dem Elend8

  • "Andrea Chénier" in ganz ordentlichem Repertoire-Gewand an der Wiener Staatsoper.

Was Umberto Giordano in seinem "Andrea Chénier" zwischen geliebtem Vaterland und der Notwendigkeit nach Erdäpfeln doch für ein liebliches Revolutionsdrama gelang. Und wieder geriet ein Staatsopernabend zu einem melodisch-optischen Genussschwall in den vier herrlich naturalistischen Akten "nach" Otto Schenk... weiter




Konzertkritik

Tiefe und Präzision

  • Das Concertgebouworchester unter Mariss Jansons.

Man sah ihm die Müdigkeit an, dem mehr als 70-jährigen Mariss Jansons, der am Mittwoch zum letzten Mal als Chefdirigent des Concertgebouworchesters in Wien zu erleben war. Man sah ihm aber auch die enorme Konzentration an, mit der der Lette nach wie vor bei der Sache ist. Dabei kostete er das überragende Niveau seines Klangkörpers ebenso aus wie... weiter




Nur ein Traum? Joseph Kaiser, Annette Dasch. - © Monika Rittershaus

Opernkritik

Lieber träumen als aufwachen

  • Berückende Rarität: "Juliette", die selten gespielte Oper von Bohuslav Martinů, ist im Opernhaus Zürich zu sehen.

Ein Buchhändler aus Paris reist in eine Kleinstadt ans Meer, um eine Frau wiederzufinden, der er vor drei Jahren begegnet ist. Er trifft Juliette auch, aber wie alle Einwohner der Stadt besitzt sie nur ein Kurzzeitgedächtnis von zehn Minuten. So erlebt Michel in dieser Stadt, in der Traum und Wirklichkeit verschwimmen, Groteskes... weiter




Konzertkritik

Unaufgeregte Schönheit2

  • Der polnische Pianist Rafał Blechacz im Konzerthaus.

Wenn nach einem Klavierkonzert Autogrammstunden mit dem Pianisten angekündigt sind, darf man vermuten, dass es sich bei selbigem um einen Star handelt. Insofern machte sich Rafał Blechacz am Montag als "Klassik-Popstar" verdächtig. 2005 hatte er beim Internationalen Chopin-Wettbewerb nicht nur den ersten Preis... weiter




Konzertkritik

Präzision und Tristesse

  • Das Radio Symphonie Orchester unter Ingo Metzmacher.

"Keine Angst vor neuen Tönen" lautet der Titel eines Buches des Dirigenten Ingo Metzmacher. Die "neuen Töne", das sind jene des 20. Jahrhunderts, und dass man sich vor ihnen nicht zu fürchten braucht - damit hat er wohl recht. Obwohl: Es kommt schon auch auf die Interpretation und Spielart dieser Töne an... weiter




Rückkehr als Orchester-Chef: Christoph Becher . - © Foto: apa/Hans Punz

RSO Wien

Klingende Vielfalt

  • Christoph Bechers Ideen als Intendant des RSO Wien.

Wien. (irr) Erstmals hat das Radiosymphonieorchester des ORF seinen Intendanten nicht in den hauseigenen Reihen gesucht, sondern international ausgeschrieben. Das Ergebnis ist, wie bereits vermeldet, die Kür von Christoph Becher. Am Mittwoch stellte sich der Deutsche im Radiokulturhaus vor. Die bei solchen Gelegenheiten üblichen Wien-Anbiederungen... weiter




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