Konzertkritik

Kühle Dramatik1

  • Liederabend von Anja Harteros im Konzerthaus.

Beginnen wir mit der zweiten Hälfte: Die Lieder von Alban Berg und Richard Strauss beinhalten ein enormes Gefühlspotenzial, vor allem in den durchdringenden und lauten Sphären. Sopranistin Anja Harteros liegt genau diese Art des emotionalen Drucks. Sie schraubt sich in dramatische Höhen und erreicht ihr Publikum vor allem auf dieser lautstarken... weiter





Philippe Jordan ließ Emotionen hochkochen. - © afp/Stéphane de Sakutin

Konzertkritik

Apotheose des Schönklangs7

  • Philippe Jordan dirigierte im Musikverein Ludwig van Beethovens Neunte Symphonie.

Ludwig van Beethovens Neunte Symphonie im Goldenen Musikvereinssaal - dem Ereignis entsprechend versammelten sich als Protagonisten auf der Bühne: Die Wiener Symphoniker unter ihrem Chefdirigenten Philippe Jordan wurden von den bestens vorbereiteten Damen und Herren des Singvereins der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien (Leitung: Johannes Prinz)... weiter




Konzertkritik

Sinnliches Spektakel2

  • Das Klangforum interpretierte Werke von Pierre Boulez.

Die Anfangsszene war ungeplant, doch passend: Das Klangforum Wien und sein Publikum mussten sich gedulden, bis das Kontaktproblem der MIDI-Flöte behoben und Flötistin Eva Furrer korrekt "verkabelt" war. Die kleine Verzögerung, mit der das letzte Konzert des Boulez-Schwerpunkts im Konzerthaus begann, wirkte wie eine Illustration des provokanten... weiter




Neuer Philharmoniker-Vorstand: Daniel Froschauer. - © Jun Keller

Wiener Philharmoniker

Froschauer neuer Vorstand der Philharmoniker10

Wien. Wechsel an der Spitze der Wiener Philharmoniker: Daniel Froschauer wird neuer Vorstand des Orchesters. Mit 1. September wird er Andreas Großbauer ablösen, der die Funktion dann drei Jahre ausgeübt haben wird. Neuer Geschäftsführer wird Michael Bladerer, beschlossen die Philharmoniker am Dienstag in ihrer heutigen Versammlung... weiter




Mariss Jansons begeisterte im Musikverein. - © apa/Neubauer

Musikkritik

So effektvoll wie elegant

  • Mariss Jansons dirigierte die Wiener Philharmoniker im Musikverein.

Antonín Dvořáks achte Symphonie (G-Dur) ist ein wahres Mosaik an Stimmungsbildern, die sich wie skizzenhaft aneinanderreihen. Zu Lebzeiten des Komponisten gingen die Meinungen über das Werk auseinander, teils wurde die Komposition wohlwollend aufgenommen, teils aber auch als "zu viel Fragmentarisches" beinhaltend abgelehnt... weiter




Konzertkritik

Makellose Schönheit11

  • Maurizio Pollini gastierte im Musikverein.

Ein Nocturne allein macht noch keinen Abend. Der Grundsatz sollte auch bei Maurizio Pollinis Musikvereins-Personale gelten. Auch wenn sie mit Chopins eröffnendem cis-Moll Nachtstück op. 27/1 bereits derart erhaben anhob, dass dem Wiener Publikum der Atem hörbar stockte. Was nachfolgte, sollte restlos überzeugen: Betört von der ewigen Melodie des... weiter




Konzertkritik

Boulez-Bezüge, ehrfurchtsvoll und ikonoklastisch

Im vorletzten Konzert der Boulez-Reihe präsentierte das Ensemble Phace mit "Le Marteau sans maître" eines der Hauptwerke des Tonsetzers. Doch begnügte sich das von Simeon Pironkoff geleitete Ensemble nicht mit einer Wiedergabe, sondern beauftragte acht Komponistinnen und Komponisten mit Miniaturen, die zwischen den neun Teilen des "Marteau"... weiter




Konzertkritik

Schwankende Vielfalt

  • Christian Thielemann dirigierte die Wiener Philharmoniker.

"Versunkene Welten tauchen hier schlaglichtartig auf, um (...) gefährlich verzerrt zu schwanken und wieder zu versinken", schrieb der zeitgenössische Komponist Jörg Widmann, mittlerweile einer der gefragtesten seines Faches, über sein Werk "Flûte en suite". Neben zwei Kompositionen von Johannes Brahms stand das Werk am Wochenende bei den... weiter




Wien Modern

Wien Modern will Bilderbogen zum Hören anbieten

Wien. Der Neuen Musik haftet imagetechnisch mitunter ein trüber Schwarz-Weiß-Filter an - doch damit ist jetzt Schluss. Die heurige Ausgabe von Wien Modern wird im November "mit großer Freude Farbe bekennen" und setzt auf "Kopfkino pur". Unter den 90 Veranstaltungen, die 32 Tage lang an 26 Spielorten in Wien stattfinden, sind anlässlich der 30... weiter




Begehrt: Drew Sarich als Barock-Star Vivaldi. - © Pálffy/Volksoper Wien

Opernkritik

Antonio und der Verschleißteufel10

  • Klischeelastig: die Uraufführung von Christian Kolonovits’ "Die fünfte Jahreszeit" an der Volksoper.

Vor der Karlskirche treffen sich vier Mädels, die sich den hier begraben liegenden Vivaldi zum Vorbild erkoren haben: "Vivaldi rockt, oh oh oh", singen sie, um von Anfang an klarzustellen, dass hier ein weiterer Komponist auf seine Eignung zum Teenie-Idol abgeklopft werden. Mit einer "BaRock-Oper" kehrt Christian Kolonovits an die Volksoper zurück... weiter




Nein, das ist kein Hitler-Gruß: Vulkanier bei ihrer rituellen Grals-Enthüllung. - © Jan BauerVideo

Opernkritik

Sternstunde des Stümpertums54

  • Sinnfrei, planlos und spannungsarm: Die Festwochen erreichten mit Jonathan Meeses "Parsifal" einen weiteren Tiefpunkt.

Würde jener Herr Klingsor, den man am Sonntag kennengelernt hat, sein Leben niederschreiben, das letzte Kapitel klänge womöglich so. "Liebes Tagesbuch! Wie ich gehört habe, will mir wieder jemand den heiligen Speer stehlen. Der Mann heißt Zed und hat 1974 den Helden in dem Science-Fiction-Film ‚Zardoz‘ gespielt... weiter




Konzertkritik

Grandios gemeistert1

  • Das RSO im Wiener Konzerthaus.

Vielschichtig und virtuos war das Programm angelegt, mit dem sich das Radio-Symphonieorchester Wien am Donnerstag im Konzerthaus präsentierte. Für Unstimmigkeiten sorgte lediglich ein penetranter Buhrufer, dem die Stück-Auswahl offenkundig missfiel. Der Fokus des Abends lag mit zwei Werken von Pierre Boulez... weiter




Konzertkritik

Noble Zurückhaltung4

  • Radu Lupu im Musikverein.

Radu Lupu kann auf eine lange Karriere zurückblicken. Sein Stil, geprägt von stoischer Gelassenheit, mag sich daraus ergeben und lässt sich bereits am Sessel mit Rückenlehne erkennen, der für den Pianisten bereitgestellt ist. Genau mit dieser Ruhe macht er sich ans Werk, zuerst an jenes von Haydn: Andante con Variazioni für Klavier (f-Moll)... weiter




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Am Montagabend feierte Michael Haneke mit "Happy End" zum siebenten Mal Weltpremiere im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes.

Monica Bellucci war die Gastgeberin beim Auftakt des Festivals: Eine ehrenvolle Rolle, bei der man durch den Gala-Abend führt. Entsprechend chiczeigte sich die inzwischen 52-Jährige. Fesselndes am letzten Wochenende in Krems: "Durational Rope" von Quarto brachten Seile unter anderem zum Tanzen.

Blixa Bargeld und eines seiner Instrumente. Regisseur Wolfgang Murnberger (l.) mit Josef Hader ("Wilde Maus") und Schauspieler-Kollegin Pia Hierzegger.