Opernkritik

Don, der Gynäkologe2

  • Donizettis "Pasquale" als grelle Boulevard-Komödie in der Kammeroper.

Das Positive vorweg: Die Kammeroper zeigt eine neue musikalische Fassung des "Don Pasquale", und man kann daran fast so viel Spaß haben, wie ihn Tscho Theissing wohl bei der Arbeit hatte. Der Grenzgänger zwischen Klassik und Musikantentum hat sich die Partitur von Gaetano Donizetti ohne wissenschaftliche Skrupel... weiter





Ob das Lügen zum Menschwerden dazugehört? - Juliette Khalil in der Titelrolle von "Pinocchio" in der Wiener Volksoper. - © Volksoper

Opernkritik

Lügen haben lange Nasen23

  • Die Volksoper zeigt mit "Pinocchio" eine Vorweihnachts-Produktion nicht nur für Kinder.

"Das ist sehr freundlich, Herr Thunfisch, aber ich kann nicht aus meiner Haut..." Spätestens nach dem Tiefseedialog des kleinen Titellügners, Pardon: -helden mit dem geplüschten Meerestierchen war es um das Wiener Publikum ganz geschehen. Der Zauber von Pierangelo Valtinonis zweiaktiger Oper "Pinocchio" hatte endgültig zugeschlagen - wobei sich... weiter




Christian Thielemann spielte mit den Wiener Philharmonikern ein Werk Aribert Reimanns. - © apa/Hans Klaus Techt

Konzertkritik

Frühling mitten im Herbst7

  • Christian Thielemann und die Wiener Philharmoniker mit Reimann und Debussy.

Das aktuelle Philharmonische wartete mit einem Programm auf, dessen Stringenz sich einem nicht gleich auf den ersten Blick erschloss. Christian Thielemann hatte für sein aktuelles Wien-Gastpiel Carl Maria von Weber, Aribert Reimann, Schumann und Debussy im Koffer. Sobald die Musik erklang, ergab alles einen Sinn... weiter




Konzertkritik

Auf Worte folgen Taten1

  • Stargeigerin Julia Fischer gastierte im Konzerthaus.

Am Anfang war das Wort. Mit ihrer kurzen Konzerteinführung, die den Startschuss des Sonntags-Matinée-Konzerts der Wiener Symphoniker im Wiener Konzerthaus bildete, brachte Moderatorin Barbara Rett dem Publikum das Programm auf tiefgründige und unterhaltsame Weise näher. Die so gestiegene Vorfreude konnte Solistin Julia Fischer in Mendelssohns... weiter




Lisa Lindstrom begeistert nicht nur durch ihr hingebungsvolles Spiel als Salome. - © Staatsoper/Pöhn

Opernkritik

Diese Frau macht kopflos!11

  • Elektrisierende Staatsopern-"Salome" mit Lise Lindstrom.

Ja, was will sie denn bloß in einer silbernen Schüssel haben, die liebe Prinzessin Salome, deren Füße für König Herodes gleich weißen Tauben sind? Als ob man es nicht ahnt... Und so ging es auch in der 232. Aufführung der wahrscheinlich schon unter Denkmalschutz stehenden Jugendstil-Bilder von Boleslaw Barlog naturgemäß um des Propheten Jochanaans... weiter




Konzertkritik

Die Grande Dame mit dem Sinn für lautlose Spannung

Es ist zweifelsfrei stimmig, Schuberts drei Klaviersonaten unmittelbar hintereinander aufzuführen, stehen sie doch miteinander strukturell gesehen in enger Verbindung. Gleichzeitig liegt genau hier aber auch die Schwachstelle dieser Programmation. Denn: Bekömmlich ist das nur, wenn derjenige, der das Klavier bedient, auch weiß, wie man die Werke... weiter




Eleganz in der Opernloge: ein Ölbild von Eva Gonzalès (1849-1883). - © Musee d’Orsay/Bridgeman Images

Ausstellungskritik

Zwischen Schönklang und Rebellion3

  • Glänzende Ausstellung über die Geschichte der Oper in den neuen Räumen des Victoria & Albert Museums in London.

Berückenden Arien lauscht man. Berauschenden Chören. Dann wieder wird Trommelfeuer aus Maschinengewehren laut. Meerjungfrauen ziehen ungerührt durch die Wellen einer knarzenden Bühne. Salome küsst mit wahnwitzigen Tönen den abgeschlagenen Kopf von Johannes, dem Täufer. Eine Sowjetbäurin legt den Finger an den Mund, weil sie Stille will... weiter




Konzertkritik

Ein Quirl brät quer7

  • Das Alban Berg Ensemble im Wiener Musikverein.

(irr) Zumindest am Zeitmanagement können sie noch arbeiten: An sich hätte das Konzert des Alban Berg Ensembles im Musikverein um 21.30 Uhr vorbei sein sollen; tatsächlich schwelgte die Kammer-Formation noch eine halbe Stunde später in üppiger Notenfülle - nach klassischen Event-Verhältnissen also bis in die Puppen... weiter




Jennifer Walshe.

Konzertkritik

Im Tollhaus der Reizüberflutung7

  • Das Arditti Quartet beim Festival Wien Modern im Konzerthaus.

Ist das Neue Musik? Von exaltierter Gestik begleitet, krächzt eine Frau Wortfetzen ins Mikrofon, während ein Video eine rabiat geschnittene Collage digitaler Fundstücke zeigt - von DNA-Chips bis zur nuklearen Katastrophe. Dazu liefern die Streicher des Arditti Quartet eine elektronisch verstärkte, Tonales zitierende Geräuschkulisse... weiter




Ein Prosit der Gemütlichkeit: zoologisches Zusammensein bei Wien Modern. - © Armin Bardel

Wien Modern

Feiern wie die Bürohengste4

  • Firmenparty am Gipfelpunkt der Peinlichkeit: die hanebüchene Oper "Die Antilope" bei Wien Modern.

Keine Frage: Firmenfeiern sind eine heikle Sache. Beginnt der Abend meist mit einer verspannten Chefrede, schlägt er unter Beimischung des Teufelchens Alkohol rasch ins Gemütvolle um und endet nicht selten in Fällen von Zwischenmenschlichkeit, die am Folgetag für Bürotratsch bürgen. In diesem Zusammenhang muss man den Hut vor Durs Grünbein ziehen:... weiter




Konzertkritik

Musik hinter dem Klang9

  • Patricia Kopatchinskaja spielte Strawinski im Konzerthaus.

Maurice Ravels "Le tombeau de Couperin", Igor Strawinskis Violinkonzert und Ludwig van Beethovens Dritte Symphonie: Zwei Werke, die in die Vergangenheit blicken, und eine Sinfonie, die zukunftsweisender kaum sein könnte. Dirigent Alain Altinoglu, der mit dem London Philharmonic Orchestra (LPO) im Wiener Konzerthaus debütierte... weiter




Konzertkritik

Gipfelanalysen9

  • Wiener Philharmoniker mit Schostakowitsch und Strauss.

Hatten die Wiener Philharmoniker für ihr aktuelles Abonnementkonzert also ein Programm zu bieten, das vom Popularitätsgrad kaum zu übertreffen ist. Schostakowitschs so persönliches erstes Cellokonzert geht schlichtweg unter die Haut. Auch unter dem sehr nüchtern geordneten Dirigat von Semyon Bychkov, der wenige Spitzen zuließ... weiter




Konzertkritik

Die Avantgarde in der Vorstadt

  • Wien Modern bespielt die Peripherie mit Neuer Musik - mit gemischten Ergebnissen.

Sportclub, Wirtshaus, Altersheim: Das sind kulturelle Zonen, die nicht unmittelbar mit der Rezeption von Avantgarde-Musik assoziiert werden. Die Erschließung neuer Spielstätten hat bei Wien Modern allerdings längst Tradition - und so folgte das Publikum des Neue-Musik-Festivals am Samstagnachmittag dem Ensemble Platypus an den westlichen Rand des... weiter




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CHAMPIGNON, 1850, Sepia, Kohle, Fettstift, Gouache auf Papier, 47,4 x 60,8 cm, Maisons de Victor Hugo, Paris/Guernesey,

Edvard Munch beschäftigte sich in zahlreichen Werken mit dem Thema Melancholie, die er bevorzugt als einsame Person am Strand darstellte. Ein riesiges Medieninteresse begleitete den kurzen Auftritt des österreichischen Hollywood-Exports Christoph Waltz bei seinem Besuch der Viennale.

Viennale-Interimschef Franz Schwartz (links) mit dem Stargast der Eröffnung: Schauspieler John Carroll Lynch zeigte sein Regiedebüt "Lucky" als Eröffnungsfilm der Viennale. Durch den Abend begleitete der Moderator Stephen Colbert. "Was auch immer Sie für den Präsidenten empfinden, Sie können nicht leugnen, dass jede Sendung auf eine Weise von Donald Trump beeinflusst wurde", sagte er zur Eröffnung der Emmy-Verleihung und machte damit deutlich, dass der Rest des Abends ziemlich politisch zugehen werde. "Warum habt ihr Trump keinen Emmy gegeben?", fragte er das Publikum. "Wenn er einen gewonnen hätte, wäre er vielleicht nie in das Rennen um die Präsidentschaft gegangen." Trump war in der Vergangenheit mehrfach für seine TV-Show "Celebrity Apprentice" nominiert worden, hatte aber nie gewonnen und sich darüber häufig öffentlich beschwert.


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