Am Hotel zum Weißen Rössl in St. Wolfgang prangt eine Plakette, die an Ralph Benatzky erinnert. - © Foto: wikipedia/pezi/Peter Haas

Ralph Benatzky

Der missverstandene Satiriker der Operette

  • Ralph Benatzkys Singspiel "Im Weißen Rößl" hat eine gewisse subversive Ader, die von der Operetten-Wohlanständigkeit überdeckt wurde.

Bereits 1924 schrieb der am 5. Juni 1884 in Mährisch Budwitz (Altösterreich) geborene Komponist Ralph Benatzky über die Menschen, die ein "hakenkreuzlerisches Leben" führen, in sein Tagebuch: "‚Urgermanen‘ mit Wampe und Nackenspeck, mit rückwärts rasiertem und oben hahnenkammartig durch eine Scheitelfrisur gekrönte Schädel"... weiter





Französischer Barock: Elodie Hache und Jeffrey Francis - © Rupert Larl

Opernkritik

Merkwürdige Stilmischung

  • Jean-Baptiste Lullys "Armide" bei den Innsbrucker Festwochen Alter Musik.

Endlich gibt es französischen Barock in Innsbruck! Und dann auch noch ein wirkliches Meisterwerk - Jean-Baptiste Lullys 1686 in Paris uraufgeführte "Armide". Das war ein Jahr vor seinem Tod und dem Sonnenkönig-Komponisten gelang hier nochmals ein musikalischer und musikdramaturgischer Wurf. Die Festwochen zeigen das Stück im Innenhof der... weiter




Salzburger Festspiele

Und dann doch nicht von Brahms!

Nach guten vierzig Minuten geht’s so richtig los: Da ballt sich das Blech zusammen, die Melodietöne wirken wie purer Brahms, und für einen Moment besteht nicht der leiseste Zweifel: Das wird jetzt eine Neuauflage von dessen "Akademische Festouvertüre"! Wird es aber dann doch nicht, sondern ein Fest-Finale. Akademisch sehr wohl, sehr sogar... weiter




Salzburger Festspiele

Der Künstler behält Oberhand

Nicht alle Tage schallen dem Solofagottisten eines Orchesters Bravo-Rufe entgegen. Jener der Berliner Philharmoniker hat sie im letzten Orchesterkonzert der Salzburger Festspiele, am Sonntag Abend wirklich verdient. So wie der Kollege am Englischhorn oder die Piccoloflötisten - und eigentlich alle, die aus der Vierten von Dmitri Schostakowitsch ein... weiter




Konzertkritik

Suizid beim Hornsignal

  • Giuseppe Verdis "Ernani" konzertant bei den Salzburger Festspielen.

Im Wettbewerb ums verquerste Libretto der Operngeschichte mischt Verdis "Ernani" ganz vorne mit. Donna Elvira liebt den "Banditen" (in Wirklichkeit: vom aragonesischen König Carlo um die Kronprinzen-Stellung gebrachten) Ernani und muss sich gegen zwei Lover (den König und den Adeligen Silva) erwehren... weiter




Konzertkritik

Mit Schönberg per Du1

  • Zubin Mehta und das Israel Philharmonic in Salzburg.

Innigst vertraut: Das kann man wohl sagen, wenn ein Musiker 57 Jahre nach der Diplomprüfung in Wien eines seiner damaligen Vorzeigestücke dirigiert: Für Zubin Mehta war Schönbergs Erste Kammersymphonie ein Lebenswegbegleiter. Er hat sie quasi im kleinen Finger, weiß um wirklich alle Fein-Mechanismen der Instrumentation und um Schönbergs... weiter




Konzertkritik

Die Neue Welt, die aus der uralten kommt

"Aus der Neuen Welt": einer der ganz wenigen Symphonie-Namen in der Musikgeschichte, der wirklich auf den Komponisten selbst zurückgeht. Die Amerikaner haben’s nicht unstolz auf sich bezogen, in Wirklichkeit hatte Dvorak die Wirtshausmusikanten aus dem Prager Stadtteil "Novy Svet" nahe dem Hradschin im Ohr... weiter




Jean-Baptiste Lully verbannte die Kastraten von der Bühne. - © Bild: wikipedia

Jean-Baptiste Lully

Italienischer Erfinder der französischen Oper2

  • Der gebürtige Italiener Jean-Baptiste Lully schuf den Archetypus der französischen Opern: keine Kastraten, keine Koloraturen, größtmögliche Prachtentfaltung.

Ein Italiener war es, der die französische Oper schuf. Ein Italiener, der am Hof des Sonnenkönigs französischer als die Franzosen wurde. Jean-Baptiste Lully nannte sich der am 28. November 1632 in Florenz geborene Giovanni Battista Lulli jetzt. Lullys familiärer Hintergrund war nicht adelig, nicht einmal wirklich bürgerlich... weiter




Das Auryn Quartett lenkt die Geschicke der Musiktage Mondsee. - © Foto: Musiktage Mondsee

Musiktage Mondsee

Die Suche nach der klassischen Schönheit

  • Die Musiktage Mondsee kreisen um Joseph Haydn. Composer in Residence des oberösterreichischen Festspiels ist Thomas Daniel Schlee.

Musiktage Mondsee - das ist gleich sympathisch: kein "Festival", nichts Aufgeblasenes. Ein Programm einerseits für ein Kennerpublikum, das die Verästelungen der musikalischen Lebensadern versteht - andererseits auch nichts intellektuell Gesuchtes. Da soll Musik verstanden, nicht im elfenbeinernen Turm zelebriert werden... weiter




 - © Foto: Finearts

Aviso

David Helfgott kehrt nach Wien zurück4

(maz) Er ist einer der bemerkenswertesten Pianisten unserer Zeit: Der Australier David Helfgott kommt am 30. Oktober wieder nach Wien, wo er schon früher große Erfolge feierte, und beglückt seine Fans im Mozartsaal des Wiener Konzerthauses (Karten ab 41 Euro). Dass sie dem 68-Jährigen lauschen können, mag als kleines Wunder gelten... weiter




Konzert

Martialisches für Aug’ und Ohr1

Instruktiv, wenn man unmittelbar nach Mahlers "Neunter" die "Sechste" zu hören bekommt, schon deshalb, weil nach dem durch und durch "Wiener" Bild der Philharmoniker unter Barenboim die radikalere "Sechste" nun in Salzburg vom Boston Symphony Orchestra ein passend-anderes Klanggewand bekommen hat. Der Lette Andris Nelsons ist seit einem Jahr Leiter... weiter




So stimmungsvoll kann die Felsenreitschule sein: Johanna Wokalek (Zauberin) und Kate Lindsey (Dido). - © Monika Rittershaus

Salzburger Festspiele

Die Hexe ist das böse andere Ich3

  • Purcells "Dido and Aeneas", musikalisch unverkrampft in Salzburg.

Da haben die Salzburger Festspiele mächtig geflunkert und falsche Bescheidenheit vorgetäuscht: Henry Purcells "Dido and Aeneas" in der Felsenreitschule war keine konzertante, auch keine semiszenische, sondern eine vollgültige Bühnenaufführung: die Geschichte eines Jugendtraumas. Purcells Werk beantwortet ja nicht... weiter




Konzertkritik

Frauenliebe im Manne

  • Liederabend von Matthias Goerne in Salzburg.

Gewöhnungsbedürftig freilich, aber eine Anregung, den Blickwinkel zu wechseln: Da schwärmt also Matthias Goerne - volkstümlich nennt man einen wie ihn g’standenes Mannsbild - von "ihm, dem Herrlichsten von allen", und er versichert treuherzig "ich will ihm dienen, ihm leben, ihm angehören ganz"... weiter




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