Opernkritik

Spanische Stunden ohne Brüste

  • Die Wiener Kammeroper bringt Raritäten von Maurice Ravel und Francis Poulenc.

Was macht eine vernachlässigte Ehefrau, wenn sich ihre beiden Verehrer als Waschlappen erweisen? Sie nimmt sich den Möbelpacker. Das ist, kurz erklärt, die Handlung einer von Maurice Ravel in Musik gegossenen Slapstick-Komödie. "L’heure espagnole" ("Die spanische Stunde") heißt der Operneinakter, dessen Titel das Zeitfenster für den ersehnten... weiter





Magdalena Ko ená begeisterte in der Staatsoper mit einem Liederabend. - © imago/CTK Photo

Konzertkritik

Absage an die Kulinarik1

  • Die Mezzosopranistin Magdalena Kožená gastierte in der Wiener Staatsoper.

Es war ein Konzert ganz ohne Getue, das Magdalena Kožená und Mitsuko Uchida am Mittwochabend bestritten: Mitunter tut es gut, zwei Künstlerinnen ohne divenhafte Exzentrik und Star-Allüren bei der Arbeit zu sehen. Als nüchterne Ernsthaftigkeit ließe sich der Geist beschreiben, der den Liederabend in der Wiener Staatsoper prägte... weiter




Musikredakteur Michael Gmasz im Studio von Radio Stephansdom. - © Foto: Nikolaus Stockert

Medien

Aus Radio Stephansdom wird Radio Klassik4

  • Der Wiener Privatsender Radio Stephansdom geht ab 1. Juni als ein rundum erneuertes Radio mit mehr Klassik, neuem Logo und Sounddesign on air.

Vor 17 Jahren, am 24. September 1998, ging Radio Stephansdom erstmals auf Sendung. Die Gründung geht auf die Initiative von Christoph Kardinal Schönborn zurück: Er setzte 1997/98 - auch aufgrund der Erfahrungen mit Radio Notre Dame in Paris - das Radioprojekt in Gang. Denn nachdem das Privatradiogesetz 1997 erstmals auch privaten Initiativen die... weiter




Marlis Petersen ist auch im Finale mit Bo Skovhus als Jack the Ripper die dominierende Gestalt der Münchner "Lulu". - © Wilfried Hösl

Opernkritik

Die Welt im Glaslabyrinth

  • Marlis Petersen und Kirill Petrenko setzten in München mit Alban Bergs Lulu auf musikalische Überwältigung.

In München ist die neue "Lulu" ein musikalisches Ereignis! Im Ganzen und auf die Interpretin der Titelrolle bezogen. Dass sich Marlis Petersen mit dieser bei Frank Wedekind und dann bei Alban Berg allemal skandalumwitterten Femme fatale eine blutige Nase holte, war als kleiner Premierenunfall (nur) ganz wortwörtlich zu verstehen... weiter




Anna Netrebko kam für eine Purcell-Arie nach Salzburg.

Konzertkritik

Wunschkonzert mit Göttern

  • Die Salzburger Pfingstfestspiele boten einen Reigen der angesagtesten Alte-Musik-Starinterpreten.

Salzburg. Was ist Luxus pur? Wenn man für siebeneinhalb Minuten die Netrebko einfliegt und diesen Auftritt dann nicht als Ziel- und Höhepunkt eines Konzerts offeriert, sondern den Programmpunkt quasi im Vorprogramm abhakt. Die Netrebko am Abend des Pfingstmontags, im Festkonzert im Großen Festspielhaus: als sterbende Dido (Purcell)... weiter




Klangforum

Die Suche nach der neuen europäischen Hauptstadt

Am Samstag war Wien Schauplatz gleich zweier musikalischer Sozialskulpturen gigantischer Ausmaße: Während nahe dem Gürtel mit dem Eurovision Song Contest das größte Musikereignis Europas über die Bühne der Wiener Stadthalle ging, wurde im Konzerthaus ebenfalls auf musikalische - wenn auch ganz andere - Weise europäische Integration zelebriert... weiter




Ächzt unter der Last des Harnischs - und seines Kriegstraumas: Jephtha kehrt zurück. - © Stefan Gloede

Opernkritik

Wir Gotteskrieger1

  • Händels Oratorium "Jephtha" bei den Wiener Festwochen, stark inszeniert von Lydia Steier.

Man sollte es sich zweimal überlegen, bevor man eine Stadt als Moloch beschimpft. Der ursprüngliche Moloch war schließlich ein grimmiger Gott: Die Ammoniter brachten ihm, so heißt es im Alten Testament, Kinder als Brandopfer dar. Wie man sich das vorstellen darf, erfuhr man am Wochenende bei den Festwochen: Molochs Opfer... weiter




Oper

Pfingstfestspiele: Händels "Semele" mit göttlichem Witz

Nach der hochdramatischen Verstrickung von Menschen und Göttern in Glucks "Iphigenie en Tauride" ging es bei den Salzburger Pfingstfestspielen am Samstagabend deutlich leichter und lockerer weiter. In der konzertanten Aufführung von Georg Friedrich Händels oratorienartiger Oper "Semele" im Haus für Mozart hat sich das Sängerensemble rund um Cecilia... weiter




Konzertkritik

Die Gegenwart der Vergangenheit

"In tempus praesens" nannte Sofia Gubaidulina ihr zweites Violinkonzert, das Gidon Kremer am Mittwoch im Musikverein zu Gehör brachte. Das 2007 uraufgeführte Werk sollte indes besser "In tempus praeteritum" heißen: Die düster-expressive Musiksprache kündet mit vertrauten Mitteln von unbekannter Drangsal... weiter




Mathias Hausmann (Don Alfonso), Jörg Schneider (Ferrando), Josef Wagner (Guglielmo), Caroline Wenborne (Fiordiligi), Dshamilja Kaiser (Dorabella)  - © Barbara Pálffy/Volksoper Wien,

Oper

So macht das keinen Spaß13

  • Die Volksoper scheitert an "Così fan tutte".

Es ist traurig, wenn jemand ins offene Messer rennt. Es ist noch trauriger, wenn er es unter Aufbietung aller Kräfte tut - wie nun an der Volksoper Wien. Wer Ohren hat, der weiß: Seit Jahren steht es um die Sangeskünste am Währinger Gürtel nicht zum Besten. Nur überstrahlen oft Glitzerbilder die Blässe: Direktor Robert Meyer setzt gern auf... weiter




Mann fürs Große: Zubin Mehta in Schönbrunn - © apa/Oczeret

Konzertbericht

Boomtown Schönbrunn6

  • Mit Wetterglück und einem effektvollen Programm lockten die Philharmoniker rund 50.000 Besucher zu ihrem Gratis-Konzert in Schönbrunn.

Wien. (irr) Wären am Donnerstagabend Außerirdische in Österreich gelandet, sie hätten zwei Dinge über das Land erfahren. Erstens: Es besteht im Wesentlichen aus zwei Städten, die da heißen Spielberg und Schönbrunn. Zweitens: Es ist nicht bloß ein alter Marketing-Gag, dass sich Österreich als Land der Musik verkauft... weiter




Die Wahl ging schief - stehen die Berliner Philharmoniker ab 2018 ohne einen Chefdirigenten da? - © imago/Kai Bienert

Berliner Philharmoniker

Wahlqualen5

  • Ein grundlegender Richtungsstreit ließ die Wahl des Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker scheitern.

Berlin. Der Heilige Geist twittert nicht. Das ist der vielleicht wesentlichste Unterschied zwischen der Papstwahl und der des Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker. Denn am Montag um 17.40 Uhr verkündete der Tweet eines Orchestermitglieds, Andris Nelsons sei gewählt. Ein paar Minuten später war der Tweet gelöscht. Das Warten ging weiter... weiter




Angelika Kirchschlager (l.) als Suzanne,Mireille Delunsch als Rosine. apa/Neubauer

Opernkritik

Die Sünde der Länge6

  • Milhauds "La mère coupable" am Theater an der Wien.

Alles kommt ans Licht. Der von Pierre Augustin Caron de Beaumarchais geschilderte lotterhafte Fortgang der Grafenfamilie Almaviva genauso wie der nachklingende französische Impressionismus nun in unseren Breiten. "La mère coupable", also die sündige Mutter, berichtet von den fortgesetzten Wirren, 20 Jahre nach den Ränkespielen rund um Figaros... weiter




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A. Dvorak: Karel Ancerl Wr. Symphoniker, (dawa) Als der legendäre tschechische Dirigent Karel Ancerl mit seinen Freunden von den Wiener Symphonikern 1958 diese Einspielung aufnahm... weiter





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Palmyras antike Skulpturen.  Blick durch die Palme auf den Hafen von Cannes zum 68. Filmfestival.

Im Westen gibt es zahlreiche verzerrte Vorstellungen über japanische Popkultur: Grelle Farben, stetiges Geplapper, auf und ab hüpfende Manga-Figuren und J-Pop-Musik, die alles mit flotten Bässen begleitet. Der ORF hat das Logo und Artwork des "Eurovision Song Contest 2015" im  November 2014 präsentiert.

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