Konzertkritik

Der Duft der Langeweile5

  • Der Pianist Lang Lang stellte sein Virtuosentum im Wiener Konzerthaus zur Schau.

Vom Kritikerpapst Eduard Hanslick ist die Frage überliefert, ob es nicht auch eine Musik geben könne, die man "stinken hört". Seltsam, aber: Am Dienstag meinte man im Wiener Konzerthaus tatsächlich, so etwas wie riechenden Klang zu erleben. Mit einem süßen, pickigen Parfüm allerdings. Absender war der 33-jährige Lang Lang... weiter





Konzertkritik

Über die Grenzen singen9

  • Die Company of Music im Wiener Konzerthaus.

Was das kollektive Singen auf professionellem Niveau angeht, sieht es im "Musikland" Österreich nicht allzu rosig aus. Neben den obligatorischen Opernchören und hochspezialisierten "Telefon-Truppen" dominiert das breite Spektrum des Semiprofessionellen. Umso bemerkenswerter, dass es die Company of Music gibt... weiter




Kurt Weill

Sehnsucht Oper

  • Kurt Weills Ziel war die große abendfüllende Oper - doch sein Bestes gab er in Song- und Singspielen, ehe er das Musical auf ein neues Niveau hob.

Die große Sehnsucht Kurt Weills (1900-1950) war die Oper. Und just in diesem Genre wollte ihm nicht Vieles glücken. Weill, Schüler des italodeutschen Ferruccio Busoni, der avantgardistischer dachte als komponierte, hatte ein paar Instrumentalwerke geschrieben, merkte aber bald, dass sich seine Fantasie ausschließlich am Wort entzündete... weiter




Anton Bruckner: Neunte Sinfonie Gramola,2 CDs, ca. 20 Euro.

Klassik-CD

Bruckner-Ekstase13

Platz schaffen im CD-Regal, wo man glaubte, alles dicht stellen zu können, weil ohnedies nichts Nennenswertes mehr hinzukommen würde - also bei Anton Bruckner. Doch weit gefehlt, denn dessen Neunte Sinfonie in der Interpretation von Rémy Ballot muss man eher haben als alle anderen seit anno Celibidache... weiter




Schminkt sich selber - es sei denn, die Maskenbildnerin reagiert darauf beleidigt: Olga Peretyatko. - © Dario Acosta

Interview

Die Rossini-Erweckerin5

  • Sopranistin Olga Peretyatko, heute beim Opernball zu hören, über Stress, Karriere und Facebook.

Wien. Wenn Olga Peretyatko, die Sopranistin aus St. Petersburg, am Donnerstag mit Plácido Domingo auf dem Opernball singt, ist es nicht das erste Aufeinandertreffen des Duos. Die beiden, die nun mit Lehárs "Lippen schweigen" auf eine Wiener Walzernacht einstimmen, haben sich 2007 erstmals getroffen... weiter




Abgeklärter Altmeister: Radu Lupu. - © Pekka Saarinen

Festivalbericht

Die Mendelssohn-Geister, die man rief

  • Ausklang der Salzburger Mozartwoche mit Radu Lupu und einer "Acis und Galatea"-Trilogie.

Hector Berlioz war auch ein pointierter Musikschriftsteller. Mendelssohns reißerisches g-Moll-Klavierkonzert hat ihn auf die Idee zu einer Satire gebracht: Da dreht ein Klavier durch und beginnt ganz von alleine, den Solopart zu rasseln, immer wieder von vorne und ohne Ende. Weder mit Weihrauch noch mit der Axt ist diesen Geistern, die keiner rief... weiter




Erik Satie in Fotografie und Selbstdarstellung ("Ich bin sehr jung auf eine sehr alte Welt gekommen"). - © afp/wikimedia

Komponistenporträt

Der Mönch als Clown2

  • Erik Saties Geburtstag jährt sich heuer zum 150. Mal - der Franzose schuf ein Werk, das bis heute Rätsel aufgibt.

Proklamieren wir das Erik-Satie-Jahr! Jetzt gleich! Nicht erst am 17. Mai, wenn sich Saties Geburtstag zum 150. Mal jährt. Bis dahin ist zu viel wertvolle Zeit verloren gegangen. Zeit, die man nutzen hätte können, sich mit Erik Satie zu befassen. Nicht nur, natürlich. Aber auch. Und am besten vor allem. Das muss drin sein, in diesem Erik-Satie-Jahr... weiter




Mozartwoche

Lausbubenstreiche

  • Camerata und Pianist Fazil Say bei der Mozartwoche.

Hermann Friedrich Raupach, Leontzi Honauer, Johann Gottfried Echart - schon mal gehört? Es waren wackere Früh-Klassiker, tätig in Stralsund, Straßburg und Augsburg. Leopold Mozart hat Noten von ihnen ergattert und seinen elfjährigen Sohn zu Klavierkonzerten umarbeiten lassen: den "Pasticcio-Konzerten"... weiter




Konzertkritik

Lustvoller Horror

  • Alfred Schnittkes Faust-Kantate im Musikverein.

Dunkles und Abgründiges tut sich da auf: In seiner Faust-Kantate "Seid nüchtern und wachet" spart Alfred Schnittke nicht mit ungewohnten Klangmischungen, um das Grauen von Fausts Verdammnis so farbenfroh wie genüsslich auszumalen. Orgelgebrumm, Streicherglissandi, Glockenklänge, schrille Pikkoloflöten und ein lasziver Tango evozieren ebenso den... weiter




"Fantasierte" nachts: Mozart, hier auf einem Ölbild aus dem Besitz des befreundeten Joseph Sonnleithner. - © Gesellschaft der Musikfreunde in Wien

Ausstellungskritik

Eventmanager Mozart1

  • Das Mozarthaus Vienna beleuchtet weniger bekannte Facetten seines einstigen Bewohners.

"Wäre man gerne Mozarts Nachbar gewesen?", fragt Otto Biba und lässt den Satz im Raum stehen. Biba, Archivchef der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, hält seine Rede in einem kleinen Zimmer voller Journalisten; der Nachbarraum wiederum platzt fast vor Exponaten: Ölgemälde, Kupferstiche, Autografen, Erstausgaben... weiter




Konzertkritik

Im Melodiendickicht

  • Elisabeth Leonskaja im Wiener Konzerthaus.

Eine Einladung, wie sie deutlicher nicht sein konnte: Kaum hatte Elisabeth Leonskaja am Klavier Platz genommen, war das Publikum stiller Gast eines intimen Gesprächs zwischen Pianistin, Instrument und Komponist. Die Grande Dame der russischen Klavierschule hat Franz Schubert bekanntlich schon länger einiges zu sagen... weiter




Konzertkritik

Unter Freunden4

  • András Schiff mit der Cappella Andrea Barca in Wien.

Er, der Älteste im Ensemble, tanzt am linken Bühnenrand verschmitzt, lächelt dabei in seinen langen, weißgrauen Bart. Sie, deutlich jünger, spielt am rechten beseelt, als würde sie meditieren. Faszinierend, wie die beiden Kontrabassisten der Cappella Andrea Barca über die Distanz Kontakt halten. Aber nicht nur sie... weiter




Reflexstarke Interaktion: Mitsuko Uchida. - © Decca/Roger Mastroianni

Konzertkritik

Der denkbar quirligste Lebens-Geist1

  • Pianistin Mitsuko Uchida bei der Salzburger Mozartwoche.

Hätte Mitsuko Uchida nicht schon vor genau einem Jahr die Goldene Mozart-Medaille der Stiftung Mozarteum bekommen, so müsste man sie ihr nach dem Konzert gemeinsam mit dem Mahler Chamber Orchestra am Montag in Salzburg augenblicklich umhängen. "Andante" hat Mozart über die Binnensätze sowohl seines Klavierkonzerts in G-Dur KV 453 als auch jenes in... weiter




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