Schöner leiden: Zoltán Nyári (Tristan) und die vokal überragende Gun-Brit Barkmin (Isolde). - © Kmetitsch

Opernkritik

Tristan, der Hasenjäger

  • Die Oper Graz beginnt die Saison mit Richard Wagners "Tristan und Isolde".

Sie haben ein noch unbebautes Grundstück am Meer? Wir wüssten eine geeignete Architektin. Susanne Gschwender täte sich dafür empfehlen. Ob man in ihrem stylischen Haus für anspruchsvolle Yuppies aber Wagners "Tristan" spielen sollte, ist eher fraglich. Die blutjunge Verena Stoiber, Trägerin des Grazer "RingAwards 2014"... weiter





Konzertkritik

Philharmoniker: Ein Panzerballett zum Saisonstart1

Glücklich die Abonnenten der Wiener Philharmoniker. Nicht nur sind sie Dauernutznießer eines luxuriösen Klangs; sie besitzen noch ein weiteres Privileg: Während andere Veranstalter ihre Programmhefte auf ein Minimum herabhungern (mit einem Maximum an Werbung), prunken diese Fibeln mit Opulenz. Rund 30 Textseiten erhellen nicht nur den Aufbau und... weiter




Ethel Smyth (1858-1944). - © George Grantham Collection/Wikimedia

klassische Musik

Hungerstreik für die Musik

  • Die englische Komponistin und Frauenrechtlerin Ethel Smyth war zu ihren Lebzeiten international berühmt, wurde aber nach ihrem Tod weitgehend vergessen. Eine Erinnerung an die kämpferische Künstlerin.

Als junge Engländerin erkämpfte sie ihr Studium in Deutschland. Neben Liedern und Kammermusik wählte die Mutige als Komponistin die große Form - die Oper - zum Zentrum ihres Schaffens. Damit eroberte sie erfolgreich eine männlich besetzte Domäne. Als engagierte Suffragette war sie zwischen 1910 und 1912 in der englischen Frauenwahlrechtsbewegung... weiter




Traum oder Realität? Paul (Rolf Romei) leidet an seiner Liebe zur vitalen Tänzerin Marietta (Helena Juntunen). - © Sandra Then

Opernkritik

Ein Psychothriller von nebenan2

  • Simon Stone überzeugt als Opernregisseur mit Erich Wolfgang Korngolds "Die tote Stadt" in Basel.

Die Frage, ob Simon Stone (32) auch Oper kann, lässt sich nach seinem Debüt am Theater Basel mit Erich Wolfgang Korngolds "Toter Stadt" eindeutig mit einem Ja beantworten. So sah es jedenfalls das Premierenpublikum, und das lässt sich begründen. Im Schauspiel hat der bei Theatertreffen, Festivals und Rankings hoch im Kurs stehende... weiter




Konzertkritik

Goldene Klänge im Goldenen Saal10

Wagners "Meistersinger"-Ouvertüre, Strauss’ "Vier letzte Lieder", Tschaikowskis "Fünfte": Das alles wird viel gehört, viel gespielt. Und doch können diese Werke auch einmal ganz anders klingen. Kirill Petrenko gelang dieses Kunststück mit "seinem" Bayerischen Staatsorchester im Wiener Musikverein: eine Wonne, ihm beim Auffinden versteckter... weiter




Konzertkritik

Vom Zauber des guten Geschmacks9

(dawa) Es wirkte fast wie ein Klischee: Französisches Meisterorchester mit frankophonen Chefdirigenten serviert dem Wiener Publikum als Zugabe die französische Walzer-Apotheose schlechthin - Maurice Ravels "La Valse". Ein Werk, das an Kongress, Dreivierteltakt, Vulkantanz und Weltkrieg denken lässt. Doch genau diese Klischees verwandelte das... weiter




"Die Zauberflöte" 1966 in München: Fritz Wunderlich als Tamino, Anneliese Rothenberger als Pamina. - © dpa/Gerhard Rauchwetter

Musik

Die einzigartige Stimme7

  • Am 17. September 1966 starb Fritz Wunderlich im Alter von 36 Jahren. Er hat in seiner kurzen Laufbahn ein umfangreiches Repertoire gesungen und gilt vielen bis heute als der lyrische Tenor schlechthin.

"Meine große Liebe ist und bleibt Mozart; und ich weiß, dass ich noch fünf, sechs Jahre brauche, bis ich Mozart so singen kann, wie ich ihn mir vorstelle." Dieser Satz fiel im Juni 1966 in einem Gespräch, das Fritz Wunderlich mit dem Musikpublizisten Wolf Eberhard von Lewinski führte. Die projektierten fünf bis sechs Jahre schrumpften jedoch auf... weiter




Fegt über Konventionen hinweg: Teodor Currentzis. - © Anton Zavjyalov

Konzertkritik

Eine Rameau-Show2

  • Teodor Currentzis eröffnete die Saison im Wiener Konzerthaus.

Sollte es noch eines Beweises bedurft haben, dass sich Teodor Currentzis weniger als Dirigent denn Mysteriendienstleister versteht, wurde er am Montag erbracht. Die sichtbaren Erfolge des Wiener Konzerthauses, seinen Saisonauftakt mit den Spitzen der Gesellschaft zu adeln, entschwanden rasch dem Blick: Mit Spielbeginn von MusicAeterna... weiter




Musikalische Mystik: Dirigent Teodor Currentzis blickt tief unter die Oberfläche. - © homepage

Interview

"Exzentrisch sind die anderen"14

  • Teodor Currentzis, Shooting-Star unter den jüngeren Dirigenten, über lange Proben, sein Image und den Sinn der Musik.

Wien/Perm. Auch ein Telefon-Interview kann zum Ereignis werden. Jedenfalls, wenn man es mit Teodor Currentzis führen will. Der charismatische Dirigent, der sich mit seinen Gefolgsleuten in der russischen Stadt Perm, am Rande Europas, eingenistet hat, ist berüchtigt dafür, Probezeiten zu überziehen - und sich dabei von nichts hemmen zu lassen... weiter




Die Oper "Baruchs Schweigen" erzählt sehr persönlich von der Schoah. - © Julia Fuchs

Opernkritik

Leise Schreie

  • EntArte-Festival zeigt "Baruchs Schweigen" im Semperdepot.

Was bleibt von der Vergangenheit? Erinnerungen, Erzählungen, Traumata. Vielfältig gestaltet sich die künstlerische Verarbeitung von Geschehnissen aus der Zeit des Nationalsozialismus. Selten jedoch findet man die Schoah im Gewand einer Oper. Ella Milch-Sheriff hat sich genau diesem Wagnis genähert und die Auseinandersetzung ihrer Familie mit der... weiter




Lässt Beethoven Zeit: Herbert Blomstedt. - © Martin U.K. Lengemann

Konzertkritik

Bedächtiges Heldentum2

  • Letztes Festspielkonzert: das Gewandhausorchester Leipzig in Salzburg.

Was die Wiener Philharmoniker können, kann das Gewandhausorchester Leipzig auch - und viel länger. Erstere haben in Salzburg, zum zweiten Mal schon, einen Zyklus aus Werken offeriert, die sie einst uraufgeführt haben. Als das Gewandhausorchester Beethovens Fünftes Klavierkonzert aus der Taufe gehoben hat... weiter




Reizüberflutung: "Opera of Entropy" im Werk X. - © Sascha Osaka

Neue Musik

Jahrmarkt der Unordnung

  • Die Musiktheatertage Wien heben im Werk X eine "Opera of Entropy" aus der Taufe.

"Tuuut", hallt der disharmonische Klang des Muschelhorns über die Dächer der ehemaligen Kabelfabrik. Eine Art mürrischer, rundlicher Tubaengel mit Paillettenkleid, Lockenperücke und Djembe führt das Publikum zum oberen Saal des Werk X. Dort wird die Menschenmenge sich selbst überlassen. Wir befinden uns nämlich bei der Uraufführung von "Opera of... weiter




Das Nichtrauchen, eine Tragödie: der Frauenchor aus "The Butt". - © Roger Way

Opernfestival

Fluchtpunkt Oper

  • Wie kann aktuelles Musiktheater aussehen?
  • Ein Festival im Werk X erarbeitet unterschiedliche Antworten.

Wien. (irr) Nur so ein Gedankenspiel: Würde Thomas Desi, wenn man ihn fragte, die Leitung der Wiener Staatsoper übernehmen? "Natürlich!" Schwieriger ist es schon zu sagen, was der Offtheater-Mann und Komponist dann ansetzen würde. Desi ist nämlich kein Neutöner, der die Bedeutung des Repertoires leichtfertig vom Tisch wischt... weiter




zurück zu Musik


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Wahre Liebe ist eine Sau mit Perlenkette
  2. Tristan, der Hasenjäger
  3. "Es wird Zeit, dass die Anständigen das Wort ergreifen"
  4. Wenn Che GueVavra seine große Liebe trifft
  5. Ist Gott noch zu retten?
Meistkommentiert
  1. "Ich hasse das Binnen-I"
  2. Quasi politisch
  3. Wächter der Demokratie
  4. Geschützt: Die Linzer Goldhaube
  5. friedhöfe historisch wahltechnisch

Werbung





Dieses Papier sorgt derzeit für Diskussionen in Hollywood: Angelina Jolie hat "aufgrund unüberbrückbarer Differenzen" die Scheidung von Brad Pitt eingereicht. Colin Firth, hier als Teil der Crew zu Tom Fordszweiter Regiearbeit "Nocturnal Animals", ist einer der besten Freunde desModedesigners Ford.

Scraps and sketches, etc. - caption: ''The Gin shop'. A satirical sketch on the dangers of drinking alcohol', George Cruikshank, 1828. 1971: Das italienische Schauspiel-Duo Terence Hill und Bud Spencer, wie es in Erinnerung bleibt - hier in der erfolgreichen Western-Komödie "Vier Fäuste für ein Halleluja". Spencer heißt mit bürgerlichem Namen Carlo Pedersoli.