Konzertkritik

Pianistische Höhensonne auf Dimm-Stufe

Wenn es einen gibt, der in Salzburg direkt unter der Höhensonne des abendlichen Klavier-Ruhms steht, dann ist es Maurizio Pollini. Natürlich strömen Kenner längst in deutlich größerer Zahl zu Grigori Sokolov. Und unlängst bei Arkadi Volodos war man, was Interpretation anlangt, auch auf der entschieden begünstigten Seite... weiter





Konzertkritik

Ein Akt von gehobenem Barbarentum1

Auch wenn Christian Gerhaher das Unternehmen vokal adelt: Es ist gehobenes Barbarentum, den "Abschied" aus Mahlers "Lied von der Erde" herauszulösen. Ein Schnipsel also aus jenem Konvolut, das der Komponist dezidiert "eine Symphonie" genannt hat und er die Lieder also wohl als Zyklus verbunden wissen wollte... weiter




Regisseur Stefano Podax inszenierte "Ariodante" für Lausanne. - © Foto: M. Vanappelghem

Radio Ö1

Händel triumphiert bei seiner Konkurrenz2

  • John Rich ließ Händel mit der "Beggar’s Opera" verspotten. Jetzt wendet sich Händel an ihn, um seine neue Oper herauszubringen.

Auf der Bühne Bettler, Gauner und Huren statt der Helden, Götter und Prinzessinnen. Die Handlung besteht aus Verrat und Mordplänen im Licht von Tranfunzeln statt aus Haupt- und Staatsaktionen im Glanz des Olymp. Und die Musik setzt Volkslieder an die Stelle der Koloraturarien und gesprochene Dialoge an die der Rezitative... weiter




Riccardo Chailly im Kreis seiner Musiker. - © Salzburger Festspiele/Borrelli

Konzertkritik

Drei Italiener in Paris

  • Die Filarmonica della Scala bei den Salzburger Festspielen.

Die Filarmonica della Scala di Milano startete gemeinsam mit ihrem Chefdirigenten Riccardo Chailly am Montag in Salzburg ihre Europatournee mit Werken dreier italienischer Komponisten, die mit ihren in Paris entstandenen Werken die Geschichte der Pariser Opéra geprägt haben. Im ersten Konzertteil erklangen die einzigen beiden symphonischen Werke... weiter




Solide Orchesterleitung: Dirigent Yutaka Sado. - © ORF/Hans Leitner

Konzertkritik

Ode an die Hoffnung4

  • Das Grafenegg-Festival begann mit Beethovens Neunter und Neuer Musik.

Erfreulich, wenn sich ein Galakonzert in Grafenegg einmal nicht nur im eigenen Prestigeglanz sonnt - sondern auch etwas sagen will zu der Welt da draußen. So war, zum Start des Klassik-Festivals am Freitag, mit Beethovens Neunter zwar einerseits beliebte Festmusik aufgeboten. Deren humanistische Botschaft aber... weiter




Konzertkritik

Samt und Halbseide

  • Das Cleveland Orchestra in Salzburg.

Halb im Scherz sagte Richard Strauss einmal, er könne auch ein Krügerl Bier in Töne setzen. Das hat er glücklicherweise nicht gemacht. Dafür hat Strauss das Familienglück komponiert - und das war wohl auch keine echte Herausforderung für ihn. Der Schaum in der "Sinfonia domestica" steht ungefähr gleich hoch wie im Bierglas... weiter




Konzertkritik

Stupendes Kopftheater

  • Pianist Arcadi Volodos bei den Salzburger Festspielen.

Es kann ja gar keinen Programmhefttext geben zu Schumanns Klaviermusik, ohne dass die Dichternamen E. T. A. Hoffmann oder Jean Paul fielen. Aber: Lassen sich die literarischen Wahlverwandtschaften von Robert Schumann auch hörend greifen? Keine Frage: Arcadi Volodos bringt seine Hörer ohne Umschweife auf die richtigen literarischen Fährten... weiter




Birds of Vienna: Schubert ok. Gramola, 1 CD, ca. 18 Euro

Klassik-CD

Schubert remixed

Dulcimer, Duduk, Cello: Das Birds of Vienna-Trio um Akkordeonistin und Pianistin Heidelinde Gratzl lässt sich gerne als "Wiener Paradiesvögel" bezeichnen. Paradiesisch anders gelingen ihnen hier auch die unorthodoxen Weiterentwicklungen Altwiener, Schubertscher Weisen. Zauberhaft modern, aber auch im Crossover in Elementen des Tango Argentino... weiter




Konzertkritik

Was der Narr so alles singt

Roger Quilter (1877-1953) und Gerald Finzi (1901-1956) hat das Urteil der Geschichte erbarmungslos getroffen: kein Stellenwert in der Musikhistorie! Aber in Sachen Shakespeare-Vertonungen lässt sich bei beiden Lohnendes aufspüren. Thomas Hampson baut in seine Liedprogramme ja gerne Komponisten des englischen Sprachraums ein... weiter




Salzburger Festspiele

Vom Barock und anderen heilen Welten

Es gab eine Zeit, da war Richard Strauss vorne dran. Ziemlich weit vorne sogar dann, wenn es galt, zurückzuschauen. Davon zeugt die Orchestersuite "Der Bürger als Edelmann", die Riccardo Muti und Wiener Philharmoniker vor Bruckners "Zweiter" an diesem Wochenende in Salzburg hören ließen. Die Rückschau in bessere Zeiten lag um 1920 in der Luft (von... weiter




Im Garten des Stifts St. Florian finden sich während der Brucknertage immer wieder Ensembles zum Musizieren zusammen.  - © Wappel

Anton Bruckner

"Halb Genie, halb Trottel"9

  • Anton Bruckner war ein innovativer Komponist und ein schwieriger Mensch. Während der "Brucknertage", die jeden Sommer in St. Florian stattfinden, wird sein musikalisches Werk in vorbildlicher Weise präsentiert.

"Es irrt der Mensch, solang er strebt", lässt Goethe in seinem "Faust" Gott dem Mephisto zuflüstern. Auch große Komponisten sind davor nicht gefeit: auf Bruckner etwa passt dies wie die Faust aufs Aug. Als "zwiespältig" bezeichnet ihn die Nachwelt, aber auch schon seine Zeitgenossen urteilten ähnlich... weiter




Meint es gut mit den Musikern und dem Publikum: Barenboim, im Kreise des West-Eastern Divan Orchestra. - © Salzburger Festspiele/Borrelli

Konzertkritik

Ein besserer Mensch werden mit Mozart und Wagner

  • Dirigent Daniel Barenboim gastierte zwei Tage mit dem West-Eastern Divan Orchestra in Salzburg.

Ob jemand, der Mozart spielt, wirklich gescheiter wird, darüber streiten die Wissenschafter: Viele halten den sogenannten "Mozart-Effekt" ja für eine aufgelegte Scharlatanerie. Aber dass man ein besserer, ein viel besserer Mensch sogar wird - das wenigstens sollte außer Zweifel stehen. Also hat Daniel Barenboim, der Philanthrop aus Leidenschaft... weiter




Der Wagner-Spezialist Klaus Florian Vogt wird bei der Eröffnung des Festivals gastieren. - © Foto: Harald Hoffmann

Highlights

Jubel und Stars in Grafenegg

  • Heuer feiert Grafenegg sein zehntes Festival mit bekannten Orchestern und Solisten wie dem Cleveland Orchestra oder Klaus Maria Brandauer als Sprecher.

Bereits zum zehnten Mal wird heuer Grafenegg sein Musikfestival begehen, dazu passend auch das Motto "Einmalig. Zum 10. Mal." Der Pianist Rudolf Buchbinder zeichnet seit Anbeginn in seiner Funktion als künstlerischer Leiter verantwortlich und widmet das Jubiläumsprogramm "dem uvre des überzeugten Europäers und Humanisten Beethoven"... weiter




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Scraps and sketches, etc. - caption: ''The Gin shop'. A satirical sketch on the dangers of drinking alcohol', George Cruikshank, 1828.

1971: Das italienische Schauspiel-Duo Terence Hill und Bud Spencer, wie es in Erinnerung bleibt - hier in der erfolgreichen Western-Komödie "Vier Fäuste für ein Halleluja". Spencer heißt mit bürgerlichem Namen Carlo Pedersoli. Manfred Deix ist am Samstag nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 67 Jahren verstorben.

Götz George verstarb am 19. Juni im Alter von 77 Jahren. "Die Marx Brothers im Theater" (Love Happy), 1948: In einer Nebenrolle macht Marilyn Monroe als verführerische Kundin dem Detektiv Groucho Marx schöne Augen. David Miller führte Regie. (http://www.youtube.com/watch?v=P7eUJZlYXh8 )