Konzertkritik

Ein kleiner großer Abend mit Netrebko3

Ein großer Abend war da geplant im Konzerthaus. Der Zyklus "Great Voices" bot für seine Gala am Mittwoch manche Stimmgewalt unserer Zeit auf: Ekaterina Gubanova, Ildar Abdrazakov und Aleksandrs Antonenko, der jedoch krankheitshalber ausfiel und durch den gebürtigen Algerier Yusif Eyvazov ersetzt wurde, vor allem aber: Anna Netrebko... weiter





Unsichtbares Theater: Elliot Madore und Elena Tsallagova als Liebespaar. - © Wilfried Hösl

Opernkritik

Stühlerücken statt Symbolismus

  • Münchner Opernfestspiele: Christiane Pohle inszeniert "Pelléas et Mélisande" - und erntet einen Buh-Orkan.

Geht es nach den Publikumsreaktionen, war diese Inszenierung zweifellos der Flop der Saison. Solch ein heftiger Buh-Orkan wütete in München schon länger nicht mehr. Was war geschehen? Gab es pornografische Orgien? Wurde ein Werk sinnlos zertrümmert? Nichts von alledem. Christiane Pohle hat lediglich Claude Debussys symbolistische Oper in ein... weiter




Nicolai Gedda bei einer Musikprobe 1987. - © Foto: Wikipedia

Nicolai Gedda

Der polyglotte Tenor aus dem hohen Norden1

  • Der schwedische Sänger Nicolai Gedda feiert am 11. Juli seinen 90. Geburtstag - er ist eine lebende Legende des Opern- und Konzertbetriebs.

Unlängst, am 18. Mai, betretenes Schweigen: Nikolai Gedda gestorben. Die Meldung verbreitete sich im Internet mit der rasenden, unkontrollierten und unkontrollierbaren Eile. Wie viel Platz ist für den Nachruf? Ein Aufmacher - selbstverständlich, immerhin einer der wichtigsten Sänger der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ein Star... weiter




Musikkritik

Musikfreuden im Doppel2

  • Anne-Sophie Mutter und Lambert Orkis im Goldenen Saal.

Zwei Ausnahmemusiker, denen das Vergnügen an der Sache ins Gesicht geschrieben stand. Im Duo sind Deutschlands Stargeigerin Nummer eins Anne-Sophie Mutter und ihr kongenialer US-amerikanischer Klavierfreund Lambert Orkis bekanntermaßen unschlagbar. So auch beim aktuellen Wiener Gastspiel im Goldenen Musikvereinssaal: Da konnte manch verschmitzte... weiter




Franz Welser-Möst dirigiert auch heuer bei den Salzburger Festspielen. - © Foto: apa/Georg Hochmuth

Franz Welser-Möst

Trotz Schicksalsschlag zur Weltkarriere5

  • Soeben von einer Skandinavien-Konzertreise mit den Wiener Philharmonikern zurückgekehrt, ist Dirigent Franz Welser-Möst zu Gast im "Klassik-Treffpunkt".

Als viertes Kind in eine musikalische Familie hineingeboren, wird bald Balduin Sulzer auf Franz Mösts Talent aufmerksam und er wurde zu seinem wichtigsten Lehrer und Förderer. Möst studierte Komposition und Geige, musste seine angestrebte Musikerkarriere aufgrund von Verletzungen nach einem Autounfall 1978 aufgeben... weiter




Konzertkritik

Zu neuem Leben3

  • Das RSO Wien unter Cornelius Meister.

Am Dienstag präsentierte sich das Wiener Radio-Symphonieorchester ganz im Zeichen geistlicher Prachtentfaltung - die doch denkbar unterschiedliche Gestalt annahm. Das RSO, unter den Wiener Orchestern jenes mit dem höchsten Renommee in Sachen Moderne, hat seine Qualitäten längst auch auf dem Gebiet der Romantik hinlänglich unter Beweis gestellt... weiter




Liebesdienst: Andrea Breth lässt alte Herren zärtlich Radiatoren putzen. - © Bernd Uhlig

Opernkritik

Faszination Heizkörper1

  • Gemischter Doppelabend: Nach einem starken Beginn mit Béla Bartóks "Blaubart" endet die letzte Festwochen-Premiere eher zäh und erratisch.

Der Rest ist Schwachsinn. Alte Menschen schlurfen über die Bühne; sie bewegen sich wie in Trance. Der eine gibt einen ordinären Spruch zum Besten, der andere faselt - in Prachtenglisch - von alten Theaterjahren; ein dritter rekapituliert angestrengt einen Fahrplan. Drei Schwestern, mehr oder minder mildtätig... weiter




Konzertkritik

Die Natur mit Tränen und Ekstase11

Gustav Mahlers Dritte Symphonie, in der sich Naturlaute, menschliche Empfindungen und transzendente Klänge zu einer Art wundervollem Weltporträt verbinden, ist aktuell in einer mustergültigen Wiedergabe der Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Mariss Jansons zu erleben (heute nochmals im Musikverein... weiter




Grafenegg-Start

Nasses Haupthaar, saftige Töne4

  • Viel Regen, Glamour und launige Sprüche bei der Sommernachtsgala in Grafenegg.

Wenn ein Kinofilm mit "Bloopers" endet, ist die Heiterkeit meist groß: Die Auswahl an, die Generation Rapp würde noch sagen: Hoppalas bürgt verlässlich für Lacher. In solchen Bloopers also verspricht sich ein Held, zerkugelt sich auch einmal ein Erzschurke. Seit dem Vorjahr mischt Grafenegg gewissermaßen in der Filmbranche mit: Gemeinsam mit ORF... weiter




Konzertkritik

Filmische Chaotik

  • Star-Schlagzeuger Martin Grubinger spielte Kalevi Aho.

Es ist schön, wenn im Konzerthaus unterschiedliche Publikumsschichten aufeinandertreffen. Wie im Großen Saal, wo das konservative Symphoniker-Publikum sich mit den Abonnenten des Percussive-Planet-Zyklus mischte, die sich sonst kaum in Konzerte mit klassischer Musik verirren. Erstaunlich homogen geriet das Programm: zunächst Arvo Pärts "Cantus in... weiter




Will die Tonkünstler international positionieren: Yutaka Sado. - © Jun Yoshimura

Neuer Chefdirigent

Big in Japan3

  • Chefwechsel bei den Tonkünstlern Niederösterreich: Auf den Jungdynamiker Andrés Orozco-Estrada folgt der 54-jährige Yutaka Sado. Anders als in seiner Heimat, ist der Japaner hierzulande unbekannt.

Wien. Wer ist Yutaka Sado? In Japan fragt das keiner. 1961 in Kyoto geboren, ist Sado gewissermaßen der Marcel Prawy Japans. Allsamstäglich leitet der rührige Maestro eine Fernsehshow, in der er seinen Landsleuten die klassische Musik näherbringt. Und er tut dies nicht nur im TV: In Osaka dirigiert er Beethovens Neunte Symphonie mit einem Chor von... weiter




Konzertkritik

Verspielte Klassik-Rallye2

  • András Schiff im Wiener Konzerthaus.

Eine Zugabe wie ein Motto: Frisch und fröhlich perlte Franz Schuberts Es-Dur-Impromptu D 899/2 durch den Großen Konzerthaus-Saal, fern jeglicher Dramatik oder Larmoyanz sang András Schiff das Hohelied auf des Biedermeiers pure Spielfreude. Da saß er also, Sir András, wie er sich seit dem britischen Ritterschlag 2014 nennen darf... weiter




Klassikkritik

Trockene Erlösung mit Parsifal

  • Andrís Nelsons mit Wagner im Musikverein.

Schon das Vorspiel zum ersten Akt des "Parsifal" überrascht durch die trockene Interpretation des City of Birmingham Symphony Orchestra (CBSO) unter Andrís Nelsons: Schöne raue Geigenklänge, die auf Vibrato auch verzichten können, sorgen einerseits für wohldosiertes Pathos. Indem keine übermäßige Dramatik entsteht... weiter




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Lohner 1987 als der Teufel in dem Theaterstück "Jedermann" von Hugo von Hofmannsthal bei den Salzburger Festspielen.

Mans Zelmerlöw  aus Schweden, der Gewinner. Palmyras antike Skulpturen. 

Blick durch die Palme auf den Hafen von Cannes zum 68. Filmfestival. Im Westen gibt es zahlreiche verzerrte Vorstellungen über japanische Popkultur: Grelle Farben, stetiges Geplapper, auf und ab hüpfende Manga-Figuren und J-Pop-Musik, die alles mit flotten Bässen begleitet.

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