Klassik/Oper

16.07.2012, 17:15 Uhr
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Wenn der Zufall dirigiert


  • John Cage at Westbeth, 1972. (Courtesy of the artist James Klosty) - James Klosty Chance Operation Charts (Tabellen von Zufallsoperationen), 1980-1992, Sechs Blätter, Bleistift und Tinte auf Papier, Jeweils 640 computergenerierte Zahlen zwischen 1/23 je 31,5 x 25,4 cm (Karin und Uwe Hollweg Stiftung, Bremen) - © The John Cage Trust Global Village 37-48, 1989, Druckgraphik, 66 x 90cm (Kunsthalle Bremen - Der Kunstverein in Bremen). - Foto: Karen Blindow / © The John Cage Trust John Cage, New River Watercolor Series III #6, 1988, Aquarell auf Papier, 
91 x 38 cm (Karin und Uwe Hollweg Stiftung, Bremen) - © The John Cage Trust John Cage, Where R = Ryoanji 13 R/10, 5/87, 1987, Bleistift auf Papier
Privatsammlung - Foto: Hubert Auer © The John Cage Trust John Cage, Strings 1, 20, #19, 1980, Monotypie mit Abdrücken von Schnüren, 56,3 x 76 cm (Kunsthalle Bremen, Der Kunstverein in Bremen, Kupferstichkabinett) - Foto: Lars Lohrisch © The John Cage Trust John Cage, Wild Edible Drawing, No.9, 1990, Handgeschöpftes Papier mit Einschlüssen von Maulbeeren, Bananen, Brennnesseln, Hibiskusblättern, Nelken, Dulce und Périlla, 53,7 x 41 cm (Kunsthalle Bremen , Der Kunstverein in Bremen, Kupferstichkabinett) - © The John Cage Trust Ein weiterer Teil der Ausstellung widmet sich den Arbeiten jener Künstler, die Cages Werk wesentlich beeinflussten, darunter Vorbilder wie Marcel Duchamp und Paul Klee (im Bild: Träger für ein Schild, 1934, 72 Aquarell und Kreide auf Grundierung auf Papier auf Karton, 21 x 32,7 cm
Privatbesitz, Schweiz, Depositum im Zentrum Paul Klee, Bern.) - © VBK, Wien, 2012 Von Alexej Jawlensky wiedeurm ist exakt jenes Bild, nämlich "Meditation" aus dem Jahr 1934 (im Bild), in der Ausstellung zu sehen, das John Cage privat besessen und in Jugendjahren Dollar für Dollar abgestottert hatte. - Helge Mundt


Salzburg. (cra) Am 5. September jährt sich der Geburtstag von John Cage zum 100. Mal. Bis heute zählt der Schönberg-Schüler zu den wichtigsten Komponisten und Musikern des 20. Jahrhunderts; der Philosoph und Pilz-Experte war aber auch als Bildender Künstler weltweit berühmt und einflussreich. Vor allem aber war er eine außergewöhnliche Persönlichkeit:  seine Offenheit war Vorbild und Anregung zugleich, Neues zu wagen, wie unter anderem seine musikalische Zusammenarbeit mit deutschen Hausbesetzern ein Jahr vor seinem Tod 1992 zeigt.

Im Zentrum seiner Arbeiten standen Stille und Zufall: Zufallsoperationen spiegelten für Cage die Willkür des Lebens wider, in der Stille wiederum sah er das Moment der Veränderung des Bewusstseins bis hin zur Absichtslosigkeit.

Das Museum der Moderne (MdM) Salzburg am Mönchsberg widmet erstmals in Österreich seinen bildenden Werken eine umfassende Ausstellung: "John Cage und ..." versammelt auf drei Ebenen unter anderm Grafiken, grafische Partituren, Arbeiten auf Papier, Aquarelle und Installationen von Cage sowie Fotos und Filmdokumentationen über Cage. Auch seine enge und lebenslange Beziehung zu Choreograph Merce Cunningham wird ebenso beleuchtet wie sein Einfluss auf die Kunst und Musik des 20. und 21. Jahrhunderts.



Und was wäre eine Ausstellung zu Cage ohne Dirigent Zufall: welche Exponate gezeigt werden, wird mittels eines Zufallsprinzips, das auf Marcel Duchamps "Erratum Musical" (ein aus einem Liedtext und 24 Noten bestehendes Musikstück, dessen Melodie dadurch bestimmt wird, daß die Noten aus einem Hut gezogen werden) aus dem Jahr 1913 basiert, ermittelt. Demnach werden die präsentierten Werke im Wochenrythmus während der Öffnungszeiten ausgetauscht, die nicht ausgesetellten Leihgaben sind in einem eigenen Raum zu betrachten. (Einige Ausgewählte Stücke daraus können Sie in der Fotostrecke am Artikelanfang ansehen und durch anklicken auch vergrößern.)

Information:

"John Cage und ..." - Personalia zum bildnerischen Werk von John Cage im Salzburger Museum der Moderne. Geöffnet von 14. Juli bis 7. Oktober 2012 im Haupthaus auf dem Mönchsberg.

Link:
John Cage Trust

Nachlese:
Der Zufall und die Folgen
Längstes Musikstück der Welt wechselt den Ton



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